Ein neues Kapitel im Leben des Tony Soprano samt seiner beiden Familien - und noch immer hat es der Mann nicht leicht. Die Wirtschaft liegt brach, sein Onkel steht vor dem Gericht und seine Frau Carmela plagen Zukunftsängste und heimliche Liebesnöte. Und dass ist nur die Spitze des Eisberges ...
Erneut beweisen die Macher der preisgekrönten Kultserie, warum die "Sopranos" so beliebt sind: Statt einen Gang zurückzulegen, was nach der ereignisreichen dritten Staffel durchaus keine Überraschung gewesen wäre, wird sogar noch mehr Kohle ins Feuer geworfen. Und spätestens nach Beendigung der zweiten Episode, "Meadow kämpft, wer verliert", dürfte dem geneigten Zuschauer klar sein, dass es innerhalb dieser Serie niemanden gibt, der sich absolut sicher über seine eigene Zukunft sein kann. Aber genau dass macht ja auch einen Reiz der "Sopranos" aus. Hier wird nicht nach Serien-Schema-F gearbeitet, sondern erfrischend anders und ganz offensichtlich mit freier Hand. Die hervorragenden Drehbücher belegen dies jedenfalls eindrucksvoll, von den Schauspielern ganz zu schweigen. Neben James Gandolfini, der in seiner Rolle des Tony Soprano dem Wahnsinn tatsächlich noch ein Stückchen nähergerückt zu sein scheint, hinterlassen besonders Michael Imperioli als Tonys schwerst abhänginger Neffe Christopher und Joe Pantoliano als Mobster Ralph Ciffaretto nachhaltig Eindruck. Garniert wird das Ganze erneut durch clevere, oftmals sozialkritische Einsprengsel, die die Marotten und Probleme der Welt und insbesondere der Amerikaner elegant und niemals übertrieben oder gar unbeherrscht reflektieren. Und wie schon in den letzten Staffeln auch, gibt es mit der Episode "Täter: Unbekannt" erneut eine Folge, die man einfach als denkwürdig bezeichnen muss. Nicht, dass die Qualität der restlichen Folgen sehr viel schlechter wäre. Einzig und allein dass Finale, "Whitecaps" hätte gerne etwas temporeicher, überraschender und vielleicht auch schockierender ausfallen können, obwohl dort bereits dramatische Wendungen angedeutet werden, die die fünfte Staffel definitiv mit sich bringen wird. Wie bereits gesagt: Sicher darf sich niemand mehr fühlen ...