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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Charmante Übertragung des alten Meisterwerks, 12. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Sonette: Zweisprachige Ausgabe (Taschenbuch)
Shakespeares berühmte Sonette liegen hier in einer Neuübersetzung von Christa Schuenke vor. Das Buch ist zweisprachig, auf der linken Seite steht der Originaltext, auf der rechten jeweils die Übersetzung. Wobei, eigentlich passt Übertragung ja eigentlich besser: jeder, der des Englischen mächtig ist, wird merken, dass Frau Schuenke sehr frei übertragen hat. Ob das gefällt oder nicht bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen, mir persönlich mundeten ihre Übertragungen ausgesprochen gut: sie geben Shakespeares etwas "kantigen" Sprachstil sehr angenehm wieder; und außerdem kann man ab und an nach Studium der Übersetzung den Shakespeare in anderen Blickwinkeln oder Sinnrichtungen als vorher noch einmal im Original genießen. Abgerundet wird das Buch übrigends durch einen Essay von Manfred Pfister über Dichter und Sprache, den man getunlichst vor und nicht erst nach dem Buch lesen sollte. Einen solchen Überblick hat man als Laie nämlich selten vorher gegenwärtig. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kantig und mehrdeutig fordern sie den Leser, 18. Dezember 2000
Rezension bezieht sich auf: Die Sonette: Zweisprachige Ausgabe (Taschenbuch)
Die englische Originalversion ist kantig und mehrdeutig und verschließt sich so dem schnellen, oberflächlichen Leser. Die Übersetzung ins Deutsche von Christa Schuenke gibt der Versuchung nach Vereinfachung und Harmonisierung des Textes nicht nach und erfordert ebenfalls aufmerksames Lesen. Shakespeare war, als er die Sonette schrieb, bereits in seiner zweiten Lebenshälfte, also kein jugendlich ungestümer Liebhaber, sondern ein alternder, abgeklärter, der sich der Vergänglichkeit bewußt ist und das Unwandelbare in der Liebe sucht. Auch die Form der Sonette steht, wie aus dem beigefügten Essay von Manfred Pfister hervorgeht, in einer langen Tradition, ausgehend von Petrarcas Sonettzyklus 'Canzoniere', der im 14. Jahrhundert in Italien entstand. Shakespeare baut auf dieser Form des Sonetts auf, führt es aber inhaltlich in völlig neue Dimensionen. So wird aus der Anbetung einer unerreichbaren Frau, die brüchige Verehrung eines jungen Adeligen. Brüchig deshalb, weil er die hohen in ihn gesetzten Erwartungen nicht immer erfüllt. Treulosigkeit und Verrat sind die Folge. Als weitere Personen kommen vor: eine 'Dark Lady', die sowohl den Autor als auch seinen Geliebten in ihren Bann zieht, sowie ein Dichterrivale, der mehr den Modetrends folgend, ebenfalls die Aufmerksamkeit des Angebeteten gewinnt. Über den ineinanderverschlungenen Beziehungen liegt ein Hauch von Dekadenz. Die Liebe, von der die Rede ist, ist die eines Mannes, der weiß, dass er den Zenit seiner Attraktivität bereits überschritten hat und der mit der ihm verbliebenen Möglichkeit der Dichtkunst nicht nur die Gunst seines Geliebten zu erringen, sondern auch gegen die Vergänglichkeit anzukämpfen sucht. Das geschieht mit gereifter Distanz, mit immer wieder aufblitzendem Witz und mit dem Wissen, dass der Vergänglichkeit der Liebe, weder durch Zeugung von Nachkommen, noch durch das Schreiben, sondern wenn überhaupt, nur in sich selbst - 'Im flinken Lauf der Zeit unwandelbar, besteht die Liebe bis zum Jüngsten Tag' - beizukommen ist. Gerade weil sich die Sonette nicht sofort erschließen, sind sie von nachhaltiger Wirkung und regen zu wiederholtem Lesen an. Sie wirken, weil trotz der vierhundert Jahre, die sie alt sind, noch immer etwas Aktuelles in unsere Zeit herüberschimmert, das den Autor in seiner Vielschichtigkeit und der ganzen Stärke seines Ausdrucks erkennen läßt.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sprache in Perfektion ......, 30. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Sonette: Zweisprachige Ausgabe (Taschenbuch)
... bringt Shakespeare und mit ihm Christa Schuenke in der wunderbaren deutschen Übersetzung, modern, jung und mit dem Empfinden ihrer Zeit. Er im Empfinden seiner Zeit und seinen Erlebnissen, sei es mit Jünglingen oder weniger hübschen Frauen, deren wahren Kern er mehr schätzt, eben mehr ihr Sein als den Schein. Es ist immer sein Herz, welches er an die Öffentlichkeit zerrt, blumig gezeigt, streng beurteilt und auch des Lebens müd. Ein "Dauerbrenner", dieses Buch, weil es Dinge und Erlebnisse des Lebens in einer faszinierenden Art und Weise beschreibt, so auf den Punkt, dass einem das Herz überläuft, sowohl in der englichen wie in der deutschen Version, Seite an Seite in perfekter und treffsicherer Sprache. Es ist nie "holprig" in der Übersetzung, Christa Schuenke ist es bewundernswert gelungen, Ursprung und Übersetzung im Einklang zu halten. Ihr Buch animiert, Sonette in der englischen Form selbst zu schreiben, sich Sonetten anzunehmen und die Dichtkunst in ihrer Tiefe für immer aufzunehmen.
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