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Die Sonette: Zweisprachige Ausgabe (dtv Literatur) Taschenbuch – 1. Mai 1999

4.2 von 5 Sternen 10 Kundenrezensionen

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Mehr über den Autor

Die Welt ist eine Bühne und alle Menschen sind nur Spieler - nach diesem Motto könnte William Shakespeare (1564-1616) gelebt und geschrieben haben. Geboren wurde er in Stratford-upon-Avon, wo er schon früh eine Familie gründete. Später ging er nach London, wo er höchstwahrscheinlich seine weltbekannten Theaterstücke wie "Ein Sommernachtstraum", "Romeo und Julia" oder "Hamlet" schrieb. Sicher überliefert ist jedoch wenig aus dieser Zeit. Ab 1594 war Shakespeare Schauspieler bei den "Lord Chamberlain's Men", die später das "Globe Theatre" bespielten. Übrigens: Auch wenn es wahrscheinlich ist, gilt es nicht als endgültig erwiesen, dass der historische William Shakespeare tatsächlich der Verfasser der die Welt bis heute prägenden Stücke und Sonette ist.

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

»William Shakespeare, getauft 23.4.1564 in Stratford-upon-Avon, gest. 23.4.1616 ebenda. Dramatiker Lyriker. Erziehung an der Lateinschule Stratford, seit Ende der 80er Jahre Schauspieler, um 1585 Übersiedlung nach London, wo er als Regisseur, Dramaturg und Bühnenschriftsteller blieb. 1592 erste Erwähnung als erfolgreicher Dramatiker und Schauspieler, Anschluss an Lord Chamberlain´s Company, von 1597 an Mitinhaber des Globe-Theaters. Um 1610 Rückkehr nach Stratford als angesehener, begüterter Mann. Die erste maßgebliche Gesamtausgabe von Shakespeares Werken ist die Folio-Ausgabe von 1623.« Zitiert aus dem Theaterlexikon


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Format: Taschenbuch
Shakespeares berühmte Sonette liegen hier in einer Neuübersetzung von Christa Schuenke vor. Das Buch ist zweisprachig, auf der linken Seite steht der Originaltext, auf der rechten jeweils die Übersetzung. Wobei, eigentlich passt Übertragung ja eigentlich besser: jeder, der des Englischen mächtig ist, wird merken, dass Frau Schuenke sehr frei übertragen hat. Ob das gefällt oder nicht bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen, mir persönlich mundeten ihre Übertragungen ausgesprochen gut: sie geben Shakespeares etwas "kantigen" Sprachstil sehr angenehm wieder; und außerdem kann man ab und an nach Studium der Übersetzung den Shakespeare in anderen Blickwinkeln oder Sinnrichtungen als vorher noch einmal im Original genießen. Abgerundet wird das Buch übrigends durch einen Essay von Manfred Pfister über Dichter und Sprache, den man getunlichst vor und nicht erst nach dem Buch lesen sollte. Einen solchen Überblick hat man als Laie nämlich selten vorher gegenwärtig. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Format: Taschenbuch
Die englische Originalversion ist kantig und mehrdeutig und verschließt sich so dem schnellen, oberflächlichen Leser. Die Übersetzung ins Deutsche von Christa Schuenke gibt der Versuchung nach Vereinfachung und Harmonisierung des Textes nicht nach und erfordert ebenfalls aufmerksames Lesen.
Shakespeare war, als er die Sonette schrieb, bereits in seiner zweiten Lebenshälfte, also kein jugendlich ungestümer Liebhaber, sondern ein alternder, abgeklärter, der sich der Vergänglichkeit bewußt ist und das Unwandelbare in der Liebe sucht. Auch die Form der Sonette steht, wie aus dem beigefügten Essay von Manfred Pfister hervorgeht, in einer langen Tradition, ausgehend von Petrarcas Sonettzyklus 'Canzoniere', der im 14. Jahrhundert in Italien entstand. Shakespeare baut auf dieser Form des Sonetts auf, führt es aber inhaltlich in völlig neue Dimensionen. So wird aus der Anbetung einer unerreichbaren Frau, die brüchige Verehrung eines jungen Adeligen. Brüchig deshalb, weil er die hohen in ihn gesetzten Erwartungen nicht immer erfüllt. Treulosigkeit und Verrat sind die Folge. Als weitere Personen kommen vor: eine 'Dark Lady', die sowohl den Autor als auch seinen Geliebten in ihren Bann zieht, sowie ein Dichterrivale, der mehr den Modetrends folgend, ebenfalls die Aufmerksamkeit des Angebeteten gewinnt.
Über den ineinanderverschlungenen Beziehungen liegt ein Hauch von Dekadenz. Die Liebe, von der die Rede ist, ist die eines Mannes, der weiß, dass er den Zenit seiner Attraktivität bereits überschritten hat und der mit der ihm verbliebenen Möglichkeit der Dichtkunst nicht nur die Gunst seines Geliebten zu erringen, sondern auch gegen die Vergänglichkeit anzukämpfen sucht.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
... bringt Shakespeare und mit ihm Christa Schuenke in der wunderbaren deutschen Übersetzung, modern, jung und mit dem Empfinden ihrer Zeit. Er im Empfinden seiner Zeit und seinen Erlebnissen, sei es mit Jünglingen oder weniger hübschen Frauen, deren wahren Kern er mehr schätzt, eben mehr ihr Sein als den Schein. Es ist immer sein Herz, welches er an die Öffentlichkeit zerrt, blumig gezeigt, streng beurteilt und auch des Lebens müd.
Ein "Dauerbrenner", dieses Buch, weil es Dinge und Erlebnisse des Lebens in einer faszinierenden Art und Weise beschreibt, so auf den Punkt, dass einem das Herz überläuft, sowohl in der englichen wie in der deutschen Version, Seite an Seite in perfekter und treffsicherer Sprache.
Es ist nie "holprig" in der Übersetzung, Christa Schuenke ist es bewundernswert gelungen, Ursprung und Übersetzung im Einklang zu halten.
Ihr Buch animiert, Sonette in der englischen Form selbst zu schreiben, sich Sonetten anzunehmen und die Dichtkunst in ihrer Tiefe für immer aufzunehmen.
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Format: Taschenbuch
Christa Schuenke kommt das Verdienst zu, erfolgreich den Versuch unternommen zu haben, alle Sonette von Shakespeare in einer für heutige Sprachlichkeit guten Weise zu übersetzen. Sie nimmt darin für sich in Anspruch, auf Wirkungsäquivalenz in allen Schattierungen und Ausdrucksebenen von Lyrik abzuzielen, und lehnt als Übersetzerin die Bezeichnung Nachdichtung für ihre Übertragungen ab. So verfolgte sie ganz offenbar das Ziel, den fünfhebigen Jambus Shakespeares (Pentameter) ins Deutsche herüberzunehmen und desgleichen Metrik und Reimung sowie andere spezifische Merkmale von Shakespeares Sonetten beizubehalten, ohne damit Wohlklang der Wortfügungen, Sinn des Gemeinten u.ä. im Deutschen zu beeinträchtigen. Vielmehr, und das ist wichtig, rettet sie damit auch die lied- und klangvolle Form dieser Lyrik, die in der englischen Vorlage vorhanden ist. Das ist ihr bis auf wenige Ausnahmen auch sehr gut gelungen, auch in dem Sinne, dass inhaltliche und lexikalische Entscheidungen von Shakespeare durchaus beibehalten wurden. Überlegt man, dass es bis heute „nur“ 66 vollständige Übertragungen von Shakespeares Sonetten ins Deutsche gibt, so zeigt sich darin ein weiterer Aspekt dieser herausragenden Leistung; wenn auch klar ist, dass jede bisherige Übersetzung, auch solche in kleineren „Stückzahlen“ von Sonetten, ihren ganz eigenen interpretativen Reiz besitzen, selbst dann, wenn sie eher in Richtung von Nachdichtungen im Deutschen tendieren mögen. So darf das hier vorliegende Buch als ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg der Shakespeare-Rezeption bezeichnet werden.
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