Bobby Schenk hat sich sicher viele Verdienst um die Fahrtensegelei erworben. Dazu gehören bestimmt auch seine Bücher, von denen ich einige mit Begeisterung gelesen habe. Jedoch ist das hier vorgestellte Büchlein das schwächste, das ich von ihm kenne.
Dabei packt er ein interessantes Thema an und weiß auch gute Tipps und Tricks zu vermitteln. Weitere prominente Segelkollegen verleihen seinen Ansichten zur Schiffsführung mehr Nachdruck. Seine Ausführungen sind dabei nachvollziehbar. So weit so gut.
Jedoch sind einige Passagen in meinen Augen mehr als verunglückt. Das Herr Schenk keine Psychologen mag, sei ihm verziehen. Er widmet ihnen sogar gegen den Widerstand des Verlags zwei leere (!) Seiten. Seine jahrzehntelange Erfahrung als Richter und Staatsanwalt mit psychologischen Gutachten verstellt ihm hierbei den Blick. Das in zwischenmenschlichen Beziehungen, vor allem in der Enge einer Segelyacht, vor allem psychologische Aspekte zum Tragen kommen, dämmert ihm zwar auch, will es aber nicht so recht wahr haben.
Zum Schluss versteigt er sich sogar in die Klassifizierung von Menschen in unterschiedliche Seglerspezies. Dabei bekommen Scheininhaber, Kinder, Regattasegler, Badegäste u.v.m. ihr "Fett" weg. Grundsätzlich sind Mitsegeler erwünscht, die durch Mangel an Kenntnissen und Fähigkeiten dem Skipper die Worte von den Lippen ablesen. Und wehe man erdreistet sich, als Neuinhaber eines Segelscheins eine Frage, die die Autorität des Skippers untergraben könnte, zu stellen !
Alles in allem wird mit dem Buch ein interessantes Thema der Segelei angerissen und interessante Hintergrundinformationen dem Leser an die Hand gegeben. Schwächen zeigt es immer, wenn Herr Schenk etwas überheblich und polemisierend über andere herzieht. Aber er kann es sich erlauben, er ist ja der "Papst des Blauwassersegelns".