der in meinem geburtsjahr (1981) herausgegebene band beinhaltet drei vorlesungen im rahmen der "salzburger hochschulwochen 1977" und drei vorträge an der Volkshochschule Wien-Ottakring 1946, außerdem eine autobiographische skizze. aus dem ganzen habe ich durchaus viel gewinnen dürfen.
während adler sich der individualpsychologie zuwandte und freud sich der psychoanalyse verschrieb, gilt frankl als begründer der "dritten wiener richtung der psychotherapie", d.h. der logotherapie. als überlebender des holocaust weiß viktor frankl, dass wir die gestalter unseres eigenen schicksals sind, denn es liegt an uns, wie wir die welt betrachten. ob wir uns selbst aufgeben oder nicht, daran hängt das überleben. den persönlichen weg verwirklichen, daran hängt das eigene glück. in frankls worten: "entweder wir ändern das schicksal - sofern dies möglich ist-, oder aber wir nehmen es willig auf uns - sofern dies nötig ist. innerlich können wir in beiden fällen an ihm, am unglück, nur wachsen." denn auch das menschliche leiden vermag sinnstiftend zu wirken. es bringt nichts, während der kurzen lebensspanne lustgefühle oder wahnsinns-experience zu sammeln und ständig dem unruhegeist nachzugeben, der da angenehmes will und unangenehmes hasst.
der tod ist nicht vom leben getrennt, das ist ein weiterer gedanke, der in diesem band deutlich zum ausdruck kommt. die einmaligkeit und unwiederbringlichkeit, die vergänglichkeit des menschseins auf der welt macht das leben erst wirklich kostbar, wertvoll, und gibt dem ganzen einen tiefen sinn.
was hat frankl im endeffekt getan:
er hat den sinn seines lebens darin gesehen,
anderen zu helfen,
den sinn ihres lebens zu sehen.