Bislang war mir der Name Franz Schmidt - wie wohl den meisten Klassikliebhabern - nur wegen des Intermezzos aus seiner heute so gut wie unbekannten Oper "Notre Dame" ein Begriff. Da das besagte Intermezzo für mich eines der schönsten Stücke der Spätromantik ist, dachte ich mir, wer so schöne Musik schreiben kann, von dem sollte man unbedingt mehr kennen. Und das zu Recht, wie ich jetzt feststellen konnte. Besonders die erste Symphonie hat es mir angetan. Bereits der Anfang des 1. Satzes ist ein Erlebnis. Ich habe selten etwas schöneres gehört. Das nach dem Orchester ansetzende Hauptthema in den Streichern ist von solch inniger Schönheit, dass die Symphonie bei mir mittlerweile ganz oben auf der Liste der Werke steht, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Nicht minder schön ist der langsame 2. Satz. Der Kauf hat mir erneut gezeigt, dass man viel mehr auf die weniger bekannten Werke achten sollte. Gerade, wenn der Dirigent Neeme Järvi heißt, der immer ein Garant für künstlerisch hochwertige Darbietungen ist und zu Recht eine ganze Reihe unbekanntere Komponisten und Werke wiederauferstehen lässt. Schließlich ist auch der Klang - wie eigentlich immer bei Chandos - vorbildlich.