Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Anspruchvoller, als manche vielleicht denken, 13. August 2009
Die Lektüre dieser speziellen Einführung in philosophische Grundfragen erinnerte mich an einen Lehrer, der uns im Unterricht mit seinen anschaulichen Beispielen verblüffte, aber bei Prüfungsfragen plötzlich einen anderen Ton anschlug. Damit will ich Leser davor warnen, die Simpsons als Garant für einfache Verständlichkeit zu sehen. Homer, Marge, Burt, Lisa und wie sie alle heißen haben vor allem die Funktion, die Leser bei Bildern abzuholen, die sie bereits kennen. Dieses didaktische Konzept ist zwar gewitzt, wird aber oft überstrapaziert. Vor allem weil diese Comics- und Filmhelden so unglaublich widersprüchlich sind. Das ist natürlich von den Erfindern der Simpsons so gewollt, weil sie damit auf die Widersprüchlichkeit der modernen Zeit hinweisen wollen und aus dieser Figurenkonstellation auch dramaturgische Vorteil ziehen können. Für eingefleischte Simpsons-Fans sind die hergestellten Bezüge zu den vorgestellten Philosophen sicher klarer, weil jeweils auf die entsprechenden Episoden hingewiesen wird. Kann man jedoch diese Filmsequenzen nicht abrufen, schaffen die vielen Verweise eher Verwirrung als Klarheit.
Anspruchsvoller als erwartet finde ich die Lektüre auch, weil allzu viele philosophische Fragen behandelt werden, ohne dass klärende Klammern gesetzt oder ein roter Faden gesponnen wird. Mir hätte es gereicht, wenn die Familie nur als Projektionsfläche und Beispielsammlung für Fragen der Typen- und Tugendlehre sowie der Ethik gedient hätten. Herausgeber und Autoren überfordern ihre Leser, zumindest mich, wenn sie Dutzende von Philosophen aufmarschieren lassen und kreuz und quer durch die Jahrhunderte reisen.
Jeder Simpson-Kenner weiß natürlich, dass in Springfield keine Heiligen wohnen und die Familienmitglieder für ihre Verhaltensweisen auch bestraft werden dürfen. Doch bei einigen Autoren hatte ich fast das Gefühl, sie würden die Figuren missbrauchen, um allzu komplizierte Erklärungen zu kaschieren. Jedenfalls sprechen die Comicsfiguren oft klarer als ihre Interpreten.
Mein Fazit: Auch wenn dieses Philosophiebuch offenbar preisgekrönt ist, bin ich nicht ganz so begeistert wie die Jury. Zu viele Gedanken, zu viele Philosophen, zu viele Jahrhunderte werden oft sehr salopp mit den Geschichten verbunden, die wir nicht deshalb lieben, weil sie uns die Welt erklären sollen.
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77 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Philosophische Unterhaltungen, 30. Juli 2007
12 Universitätsprofessoren und -dozenten für Philosophie tun sich zusammen und schreiben ein Buch über die Simpsons. Das Resultat ist dabei dieses höchst unterhaltsame Büchlein geworden. Dabei betonen die Herausgeber im Vorwort, dass hier nicht versucht werden soll, die Serie als Quelle hochgeistiger Philosophie darzustellen, sondern zu zeigen, wie man mittels der Simpsons als Inspirationsquelle Philosophie betreiben kann, und diese für den Laien (wie mich) leicht lesbar darstellt. Das Vorhaben ist größtenteils ausgezeichnet gelungen, es muss jedoch angemerkt werden, dass dieses Buch nur für Fans geeignet ist.
Im ersten Teil des Buches wird jeder Charakter der Familie Simpson in einem Essay präsentiert. Zunächst wird der Frage auf den Grund gegangen, warum ein primitiver Urmensch wie Homer dennoch Sympathieträger der Serie sein kann, anhand von Lisa wird die Stellung der Intellektuellen in der (amerikanischen) Gesellschaft diskutiert, und die Skepsis, welche die gebildeten Eierköpfe dort hervorrufen.
Maggie bildet die Brücke zum Schweigen des Zen-Buddhismus und Wittgensteins Sprachphilosophie, Marge ist das Musterbeispiel für praktische Vernunft - hier wird auch u.a. der Unterschied zwischen ihrer Religiosität und jener von Ned Flanders herausgearbeitet. Schließlich (und dies der mühsamste Teil), wird noch versucht zu klären, inwiefern Gemeinsamkeiten zwischen Bart und Friedrich Nietzsche vorliegen (beide die 'bösen Buben' ihrer Zeit), und ob Bart die (Cartoon-)Verkörperung des sein Wesen und Charakter selbst entwickelnden Übermenschen ist, oder einfach nur ein desorientiertes, planloses Kind.
Die folgenden Teile widmen sich u.a. der Moral und Ethik in der verkommenen Stadt Springfield, und der Unfähigkeit des Monty Burns, wahres Glück zu empfinden.
Den Autoren gelingt hier ein herrliches Werk, wo eine gelungene Verwebung von Literatur- und Filmzitaten stattfindet - wo sonst findet man innerhalb zweier Textzeilen ernsthafte Referenzen auf Nietzsches 'Also sprach Zarathustra' und andererseits Homers rasende Autofahrt duch den Central Park in 'Homer und New York'.
Das Buch wurde bereits 2001 veröffentlicht, d.h. sämtliche Episoden auf die Bezug genommen wird, sind die älteren Klassiker - interessant, dass die deutsche Veröffentlichung ein paar Wochen vor Filmstart stattfindet. Ein klares Zeichen für den moralischen Verfall.
Ausgezeichnet mit dem Armin Tamzariak Literaturpreis und der Barney Gumble Duff Trophy. Vier Finger nach oben!
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Intelligenter Lesespaß für jedes Alter, 23. Oktober 2007
Dieses Buch über die Simpsons ist wirklich außergewöhnlich. Genau wie die Zeichentrickserie spricht es sowohl Kinder als auch Erwachsene an und erweitert den Horizont des Lesers ohne jemals zu didaktisch zu werden. Informativ wie "Die Philosophische Hintertreppe", dabei aber viel unterhaltsamer, ist es ein Buch, dass man kapitelweise goutieren sollte. Wie ich in meinem Freundeskreis feststellen konnte, muss man kein eingefleischter Simpsons-Fan sein, um das Buch zu lieben. Sollte man aber zu den Menschen gehören, die wie ich schon seit mehreren Jahren jedes Ereignis in Springfield mitverfolgen, wird man feststellen, dass da jemand sehr sorgfältig und mit Liebe zum Detail recherchiert hat. Wirklich ein Genuss!
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