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Die allermeisten der heutigen Schüler waren noch nicht geboren als die Simpsons zum ersten mal auf der Mattscheibe ihr Unwesen trieben. Soll heißen: natürlich ist das Konzept heute nicht mehr taufrisch und der Zahn der Zeit verschont niemanden. Dennoch: die Simpsons sind ein stückweit Fernsehgeschichte und popkulturell haben sie ganz sicher ihre Spuren hinterlassen. Wenn Homer zu Beginn des Films darüber schwadroniert wie jemand so bescheuert sein kann für etwas Geld zu bezahlen (im Kino), was er wenig später umsonst (im Fernsehen) sehen kann, ist das exakt die Form von Respektlosigkeit, die sich durch den Film zieht und die auch heute noch erfrischend ist.
Fast jeder hat zumindest einmal die Simpsons in der Glotze in Aktion erlebt. Wer im Kinofilm bahnbrechend neues erwartet, der wird enttäuscht werden. Aber mal ehrlich: bei den Simpsons ist es nicht sehr viel anders als mit Fast Food Ketten. Man weiss genau was man bekommt. Größtenteils handelt es sich also um eine Aneinanderreihung von Spässchen. Wenn ein Gag nicht zündet braucht man nicht lange zu warten und bekommt eine neue Chance. Es gibt tatsächlich auch einen emotionalen Spannungsbogen (Homers Verhältnis zu Familie im allgemeinen) und so etwas wie einen Plot. Dabei geht es um die Verpestung der Wasserreservoirs in Springfield, die auf Homers Schweinemist zurückzuführen ist. Die Gemeinde wird unter Quarantäne gestellt. Homer und Family türmen nach Alaska nur um wenig später zu erfahren, dass die Regierung viel mehr vorhat, als der Bevölkerung Springfields lieb sein kann.
Keine Geschichte also, die man mit einem Stück von Shakespeare verwechseln könnte, aber Die Simpsons der Film hat seine Stärken woanders. Viele Fans werden sich etwa über die Wiederbelebung etlicher beliebter Sidekicks aus der Serie freuen, denen man überraschend großen Raum einräumt. Dazu kommen die üblichen Starcameos (Schwarzenegger und Simpson Fan Tom Hanks), die mittlerweile schon einer Adelung gleichkommen. Visuell hat man keine Eulen nach Athen getragen. Manchmal wirkt die Animation vielleicht ein wenig exakter und ab und an gibts nen dezenten CGI-Einsatz (in der Frankenstein Sequenz etwa). Alles in allem werden Fans der Serie auch Die Simpsons der Film lieben. Es handelt sich jedoch um kein anarchistisches Feuerwerk wie etwa bei South Park. Die Simpsons der Film könnte unzensiert auch problemlos im Free-TV laufen. --Thomas Reuthebuch
Moviemans Kommentar zur DVD: Die DVD hat mit der Kompression zu kämpfen und weist durchgehend schwere Anfälle von Aliasing auf. Dafür ist das Bild recht plastisch geworden und der Ton kommt sehr vital daher. Das Bonusmaterial gefällt, könnte aber etwas umfangreicher sein.
Bild: Das Bild dieses Films kratzt im Grunde schon stark an einer perfekten Wertung, was dem aber entgegen steht, ist die problematische Kompression, die durch heftiges Aliasing auffällt. Es vergeht kaum eine Filmminute, in der das lästige Verschmieren nicht evident ist (z.B. 00:06:16 oder 00:18:06). Einziger anderer Punkt, der zu bemängeln ist, ist die Bildung von Doppelkonturen, was allerdings bei Zeichentrickfilmen nicht ungewöhnlich ist. Die Farben sind klar und sehr schön geformt, wobei sie sogar noch etwas besser wirken als bei der Fernsehserie. Denn hier wird auch mehr auf Tiefenwirkung gesetzt, was den Film deutlich aufwendiger erscheinen lässt. Das sieht man etwa schön beim Fackelzug auf Homers Haus hin. Rauschen ist nicht vorhanden und der Kontrast ist sehr fein gestaltet. Die Vorlage ist frei von Störungen.
Ton: Der Ton ist toll geworden. Hier wird eine große Geschichte erzählt, die auch viel Raum für Action und damit für allerhand Effekte lässt. So hat man ständig eine sehr räumliche Atmosphäre und ein reges Treiben auf den hinteren Kanälen, wobei die DTS-Spur hier noch etwas fetziger daherkommt und den Subwoofer noch stärker einsetzt. Die Dialoge sind durch die Bank gut zu verstehen und weißen eine gute Direktionalität auf.
Extras: Neben zwei Audiokommentaren mit einem Wust an Teilhabenden aus der Produktion gibt es gute fünf Minuten an entfallenen Szenen, die im Vergleich zum Restfilm nicht so überragend sind. Das alternative Ende ist praktisch gleich wie das eigentliche Ende des Films. das "Bonuszeugs" sind nette kleine Simpsons-Episödchen mit der US-Version von "Deutschland sucht den Superstar". Sehr spaßig der Lobbysong mit unerwartetem Ende. Abgerundet wird das alles durch den Teaser und eine Reihe von Trailers. Insgesamt hätte man sich hier noch etwas mehr gewünscht, vor allem in Bezug auf den Hintergrund. --movieman.de
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