Klaus Teuber, der Erfinder des Kultspiels "Die Siedler von Catan" wollte die Idee eines Romans zu seinem Spiel verwirklichen. Nach der Lektüre von Rebecca Gablés Roman "Das Lächeln der Fortuna" stand für ihn fest, daß sie ihn schreiben müsse, wie er im Vorwort sagt. Teuber hat sich die richtige Autorin für dieses Projekt ausgesucht. Rebecca Gablé, deren historische Romane sich durch profunde Geschichtskenntnisse in Verbindung mit lebendig geschilderten breit angelegten Handlungen auszeichnen, bewährt sich auch bei diesem Buch, das man genremäßig wohl als "historische Fantasy" bezeichnen muß. Denn die Handlung spielt fast ausschließlich an fiktiven Orten, dennoch ist sie (von der Insel Catan selbst vielleicht abgesehen) erkennbar in der realen nordeuropäischen Welt um die Mitte des 9. Jahrhunderts angesiedelt und die Lebensumstände, Sitten, Bräuche und Traditionen der Wikinger wurden akribisch recherchiert und wiedergegeben.
Das Experiment, eine Spielidee in eine Romanhandlung umzusetzen ist auch deshalb gelungen, weil die beschriebene Aufbruchsstimmung in der Besiedlungsphase ziemlich genau dem Gefühl entspricht, das man als Spieler des Gesellschaftsspiels verspürt.
Ebenso bemerkenswert: Eine wirkliche Hauptfigur ist zunächst nicht auszumachen, erst gegen Ende kristallisiert sich aus dem Ziehbruderpaar Candamir und Osmund ersterer als Hauptcharakter heraus. Auch der Bösewicht Olaf wirkt zunächst nur etwas arrogant, aber sonst ganz in Ordnung und offenbart erst allmählich und stufenweise sein wahres Wesen. Dieses Spiel mit den Figurenkonstellationen ist äußerst interessant.
Die Fantasy - Elemente wie das Orakel der weisen Brigitta und die Catan - Legende (fantasievolle Tolkien - Anleihe) wurden gekonnt in die ansonsten durchaus wahrscheinliche Handlung integriert. Der Konflikt zwischen der altnordischen Mythologie und dem Christentum, das der sächsische Sklave Byrtferth bzw. Austin (den man in Konkurrenz zu Candamir als den heimlichen Helden des Romans diskutieren könnte) mit List und Langmut auf Catan verbreitet, sorgt für zusätzliche Spannung und eine dramatische Zuspitzung.
Schon an sich war die Idee, ein Geselschaftsspiel in einen Roman zu transportieren interessant. Mit einer Autorin wie Rebecca Gablé ist dieser Versuch vollends gelungen!