....oder so ähnlich. ;)
Die Geschichten rund um die Zeit des Römischen Imperiums finden nicht ohne Grund immer wieder Einzug in Gesellschaftsspiele (gute und weniger gute). Gut umgesetzt bedeutet dies einen tollen Spieleabend mit dem Flair der Antike. :)
Allgemeines zum Spiel:
Hintergrund des Spiels ist der Einfall der germanischen 'Barbaren'stämme in die Territorien des Römischen Imperiums. Einen dieser Stämme übernimmt jeder Spieler und beteiligt sich so am Untergang Roms. Dabei werden mit Reiterei oder Fußsoldaten Städte geplündert und/oder erobert und neue Reiche gegründet. So zerfällt nach und nach das Römische Reich in kleine zersplitterte Regionen von Barbarenreichen und 'Überbleibseln' Roms. So vereinfacht läßt sich manchmal Historisches darstellen und erleben.
Zum Spielerischen:
Der Spielplan ist Catan-typisch aus Hexfeldern aufgebaut, die schemenhaft Mittel- und Süd-Europa nachzeichnen. Fest installiert sind dabei die Punktwerte dieser Felder und die Startpositionen der Spieler, so daß die Ausgangslage immer dieselbe ist. Das alleine mag man für gut oder schlecht befinden; im Prinzip ist das reine Geschmacksache. Ein Spiel wird ja nicht automatisch dadurch gut, daß es jedesmal eine andere Ausgangslage bietet.
Bekanntes gibt es für 'Alt-Catanisten' von der Ertragsfront zu berichten:
Rohstofferträge werden ausgewürfelt (fast) wie eh' und je. Einen Unterschied gibt es nämlich: jeder Spieler würfelt in seinem Zug viermal und muß jedesmal eine andere Zahl würfeln. Dies erhöht die Chancen für jeden, Rohstoffe abzubekommen und entschärft ein wenig den Glücksfaktor aus SvC. Glücksache bleibt der Ertrag natürlich immer noch, aber es wird wahrscheinlicher, daß jeder etwas bekommt.
Neues gibt es aber an der Rohstofffront:
Lehm und Holz sind als Rohstoffe ersatzlos verschwunden; Wolle wurde durch Pferde UND Rinder ersetzt. Getreide und Erz werden weiterhin benötigt. Gewöhnungsbedürftig ist das vor allem beim Holz, weil es noch Wälder auf dem Spielplan gibt, diese aber keine Rolle spielen (Felder ohne Werte). Im Spiel macht sich dann der neue Weidelandertrag häufig bemerkbar und sorgt für reges Handeltreiben: Rinder und Pferde sind EIN verdeckter Stapel Weideland-Ertrag und man weiß nie, was man bekommt. Oft das Falsche für die gegenwärtigen Planungen, was Handeln und Tauschen unabdingbar macht und manchmal noch etwas 'fieser' als im Basisspiel abläuft [Ein Königreich für ein Pferd!! ;) ]. Daher kann ich meinen Vorredner nicht ganz verstehen: bei uns lief das Spiel mindestens so kommunikativ ab wie SvC.
Ein wenig sinnlos ist jedoch die Unterscheidung zwischen Reiter- und Soldatenstamm. Beide haben dieselben Fähigkeiten und Möglichkeiten und daher eigentlich nur symbolischen Charakter. Hier hätte man ganz klar noch etwas mehr rausholen können!!
Vor allem am Anfang plätschert das Spiel vor sich hin. Richtig interessant wird es eigentlich erst, wenn die ersten Stämme seßhaft werden und sich ausbreiten. Vorher passiert nämlich auf Siegpunktseite in der Praxis rein gar nichts. Theoretisch sind auch mit zwei mobilen Stämmen schon Siegpunkte möglich; zum Gewinnen reicht das aber bei weitem nicht und es erfordert auch weite Wege. Zu früh (vollständig) seßhaft zu werden, ist jedoch ebenfalls nicht ratsam.
Zum Material:
Wer bereits das 3. Erweiterungsset zu SvC 'Händler & Barbaren" besitzt, dem werden die ein oder anderen Figuren bekannt vorkommen. Gold und Troßwagen sind in beiden Spielen identisch. Auch die Reiter kommen in beiden Packungen zum Einsatz. Entsprechend bleibt das Qualitätsniveau des Materials auch bei diesem Catan-Ableger auf hohem Niveau. Einzig die Reiter könnten irgendwann einmal vom Sockel brechen, wenn das Material entsprechend häufig benutzt wird. So schön sie auch aussehen. Aber sowas zeigt meist erst die Zeit und KOSMOS hat ja schon bei 'SvC: Städte & Ritter' bewiesen, daß man nachbessern kann und will, sofern nötig. Die 'Goldmünzen' (eigentlich sieht es mehr nach Kupfer oder Bronze aus!!) wirken optisch aber wie aus der damaligen Zeit; nur etwas schwerer dürften sie schon sein. Aber sie bereichern das Catan-Universum um ein gutes Stück Realismus, wie der Einzug des modernen Werkstoffes 'Kunststoff' generell. Wer hier von 'billigem Plastik' spricht, hat solches noch nicht wirklich gesehen. Das Material fühlt sich gut an, ist wohl proportioniert und gut verarbeitet. Vom 'plastischen Vorteil' der Figuren einmal nicht zu reden. Solche Details sind aus Holz eben nicht rauszukriegen. Über massive Kunststoff-Figuren sollte man bei KOSMOS aber vielleicht mal nachdenken. Das ließe diesen modernen Werkstoff dann auch bei den Skeptikern etwas hochwertiger rüberkommen. Und ich persönlich spüre auch gerne, daß ich etwas in der Hand halte. ;)
Fazit:
Insgesamt ein solider Ableger der Catan-Serie mit Wiedererkennungswert des Originals und ausreichender Eigenständigkeit. Spielumsetzung und Spielhintergrund harmonieren miteinander, zeigen aber auch Schwächen. Insgesamt bietet 'Kampf um Rom' im Vergleich mit SvC zu wenig, was es besser macht als dieses, und bleibt daher klar dahinter zurück. Wer aber Spaß an Spielen mit historischem Hintergrund hat UND SvC mag, der ist hier gut bedient. Im Vergleich mit so manchem historischen Szenario von SvC bekommt man hier ein Spiel mit einfachen, eigenständigen Regeln, die keine Diskussionsorgien wegen Unklarheiten im Hinblick auf die Basisregeln von SvC nötig machen.