Was passiert, wenn der Hofbesitzer eines Tages ganz unerwartet stirbt, dessen Testament eine, für damalige Verhältnisse, empörende Erbfolge vorgibt??
Nun ja, in >>Die Siebtelbauern<< übernehmen die Mägde und Knechte den Hof. Sie teilen den Hof untereinander gerecht auf - deshalb auch der Name Die SIEBTELbauern.
Allerdings ist das in den 30erjahren alles andere als üblich. Die starre und eingefahrene (von Gott vorgegebene) Gesellschaftsordnung müsste, nach Meinung der neidigen Dorfbeamten und Großbauern, unter allen Umständen erhalten bleiben.
So kommt es im Laufe des Film immer wieder zu Zankerein zwischen den ehemals Untergebenen und der Gefolgschaft des Großbauern, der den Hof für sich beansprucht.
Es kommt gar soweit, dass bei einer solchen Auseinandersetzung ein Mann (der ehemalige Großknecht, der von den Knechten und Mägden vom Hof verjagt wurde) getötet wird.
Nun ist die Menschenjagd eröffnet - der Mörder, in den sich alle Zuschauer zweifelsohne problemlos hineinversetzen können, muss sich im Wald verstecken.
Als er auch dort nicht mehr sicher ist, kommt es zur letzten alles entscheidenden Verfolgung (und schließlich auch zur Tötung).
Randbemerkung: Der Film ist sicher nichts für schwache Nerven. Machen Sie sich auf blutige Nahkampfszenen und sogar eine Vergewaltigung gefasst!
Was der Film am besten kann, ist durch und durch authentisch zu erzählen. Im Hintergrund hört man immer wieder die Stimme eines Knechts, der im Gegensatz zum Mörder (der sehr naiv ist, aber jederzeit handelt und vielleicht auch dadurch dem Zuseher immens schnell ans Herz wächst) ein in sich gekehrter, schüchterner und äußerst intelligenter Mensch ist, der die Geschehnisse tagebuchartig dokumentiert, damit man als Zuseher die Zusammenhänge erkennen und verstehen kann und den Roten Faden nicht verliert.
Die Siebtelbauern erzählen uns von einer Generation, die den Umgang mit Demokratie und Selbstbestimmung erst lernen musste, ohne dabei jedoch auf großartige historische Ereignisse im großen Stil eingehen zu müssen. Stefan Ruzowitzky begnügte sich mit der (scheinbar) kleinen Welt seiner Mägde und Knechte, um uns vor Augen zu führen, warum die Demokratisierungsversuche in der Zwischenkriegszeit (unter anderem) so kläglich gescheitert sind.
Die Siebtelbauern ist wahrscheinlich eine der besten österreichischen Filmproduktionen überhaupt.
Sehen Sie sich's an - Sie werden nicht enttäuscht sein!!