Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Take your dying elsewhere, 11. Oktober 2009
Der Autor erzählt am Beispiel von Hanna, eines jungen Mädchens, das bei Männern die üblichen Begehrlichkeiten weckt, die Geschichte der Pest im Mittelalter. Arm und naturverbunden und mit dem Wissen vieler Generationen von Frauen versehen, ist sie dennoch ein Spielball der Mächtigen, der Männer, der Kirche und der Seuche, die sie nicht haben will. Trotzdem zwingt der allgegenwärtige Tod sie dazu, die ländliche Heimat zu verlassen. Die geliebte Großmutter fiel der Pest zum Opfer, der Bruder, ihr letzter Angehöriger, mit dem sie mehr als geschwisterliche Liebe verband, verliert sie an die Kirche. Das übliche Szenario wird beschrieben, Ratten tauchen auf, werden aber nicht mit der todbringenden Krankheit in Verbindung gebracht. Unwissenheit, Glaube und Aberglaube tun ihr übriges.
Ungewöhnlich an dieser Geschichte ist die hartnäckige Verknüpfung mit einer Geißel unserer Zeit. Den Lesefluss irritierend störend, tauchen im Text immer wieder Fragmente auf, die sich mit den verheerenden Auswirkungen von Aids auf die Menschen in Afrika beschäftigen. Auch hier personalisiert Hartmann und lässt das Elend um Sam Ssenyonja und seine Familie kreisen, soweit sie noch existiert. Und zum Ende hin sickert diese Geschichte, verknüpft mit dem Elend von Schweizer Drogenabhängigen und Aidsinfizierten ganz beiläufig in den Fließtext der Hauptgeschichte. Die Jahrhunderte verschwimmen, verschmelzen. Dunkelstes Mittelalter und Neuzeit. Das Ende bleibt so oder so bedrohlich offen.
Diese Erzählweise rückt das eigentliche Anliegen des Autors in den Mittelpunkt, nämlich die Darstellung der Auflösung gesellschaftlicher Strukturen und Normen angesichts von lebensbedrohenden Ereignissen, die nicht oder nur sehr langfristig in den Griff zu bekommen sind. Unbändiger Überlebenswille führt bei den meisten Menschen eben doch zum brutalen Egoismus, flankiert von Heuchelei und Lüge. Es sind wohl immer nur wenige, die die Kraft haben, ohne vorrangige Beachtung der eigenen Interessen das Große und Ganze im Auge zu behalten und das flackernde Licht der Zivilisation zu schützen, auf dass es nicht endgültig dunkel und kalt wird. Mit seiner Hanna hat Lukas Hartmann diesen Menschen mit schriftstellerischen Mitteln ein leises Denkmal gesetzt.
Helga Kurz
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
"Einblendungen"...., 25. August 2009
Das Buch ist zwar ganz gut lesbar, ich persönlich mochte es dennoch nicht gerne. Die "Einblendungen", die die alte Seuche Pest auf die neue Seuche Aids beziehen sind anfangs noch "schockierend", dann aber gehen sie auf die Nerven. "Und der xxx, der gerade xxx ..." so in dieser Art sind sämtliche Einblendungen.
Die Story selber kann in 5 minuten erzählt werden und ist weder spannend noch neu noch in irgendeiner Weise innovativ. Großmutter, die Enkel aufgezogen hat, stirbt. Bruder im Kloster, Kloster hat Pestkranke, Schwesterchen holt Brüderchen, Brüderchen wird Flagellant, Schwesterchen bleibt nach Wanderung in Stadt zurück, Schwesterchen hat Glück und kommt bei Familie unter, Familie kriegt Pest... soweit so innovativ. Ein kleines Pogrom noch dazu, Einblendungen nicht vergessen "Und der xxx, der gerade mit der Spritze am Stadtpark sitzt..." und fertig.
Naja....
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