Ich bekam dieses Buch vor 3 Jahren zur Jugendweihe geschenkt und habe seither mindestens 3 mal versucht es zu lesen. Jedes Mal ohne Erfolg.
Letzte Woche nahm ich es dann wieder zu Hand und was soll ich sagen?
Vom Inhalt bin ich zu 100% begeistert. Um einen solchen Roman schreiben zu können muss die Autorin selbst mit dem Mondpriester in Verbindung gestanden und diverse spirituelle Erlebnisse gehabt haben.
Die Geschichte ist wunderbar geschrieben und so gar nicht mit "Die Nebel von Avalon" gleich zu setzen, was man bei dem vorliegenden Titel ja vermuten könnte.
Hauptcharakter ist ein Mann (und das Denken eines Mannes, geschrieben von einer Frau, Dion Fortune, ist ja schon erstaunlich ;-) ), der einer Frau namens Vivian Le Fay Morgan begegnet und von ihr mit den Geheimnissen der Magie vertraut wird. Und auch, wenn man in der Mitte des Buches denkt das Ende zu kennen, so täuscht man sich zum Schluss hin doch gewaltig.
Aber mehr wird nicht verraten!
Allerdings überzeugte mich die Umsetzung des Buches überhaupt gar nicht.
Es ist zwar sehr angenehm zur Abwechlsung mal blaue Schrift zu lesen, aber immer wieder auftretende Rechtschreibfehler sind irgendwann doch recht nervig. Ich habe nicht gezählt, aber bei 250 Seiten erwarte ich einfach eine gewisse Professionalität, was den Übersetzer bzw. das Lektorat anbelangt.
Wörter wie "er war" werden zu "erwar", Punkte und Kommas werden doppelt oder falsch und teilweise sogar gar nicht gesetzt. Sätze sind unverständlich formuliert, sodass man sie mehrmals lesen muss, wenn man sie verstehen möchte. Das Buch an sich (Inhalt ausgenommen) würde von mir also 2 Sterne bekommen, da man als Leser meiner Meinung nach schon erwarten kann, dass das Lektorat des zuständigen Verlages ordentlich arbeitet.
Welche Leser spricht das Buch an?
In einem von H.D. Leuenberger's Büchern werden sowohl "Die Seepriesterin" als auch der 2. Teil "Mondmagie" als Einstiegslektüre in Esoterik empfohlen. Da es heute zunehmend sehr junge Menschen gibt, die sich für Esoterik und Magie interessieren, würde ich das Buch ab einem Alter von 15/16 Jahren empfehlen. Nicht weil es eine Zensur verdient, sondern lediglich weil ich das Buch ja selbst jahrelang nicht verstanden habe.
Als Einstiegslektüre ist "Die Seepriesterin" vielleicht doch etwas zu harte Kost, weil einige Kapitel doch recht in die Länge gezogen werden bis die Autorin auf den Punkt kommt.
Fazit:
Ich gebe der Seepriesterin trotz der schlechten Umsetzung 5 Sterne, da ich den Inhalt einfach fantastisch finde. Allerdings muss ich zugeben, dass dieses Buch mich nicht so von den Socken gehauen hat wie manch anderes. Vielleicht liegt es daran, dass "Die Seepriesterin" erstmals 1938 veröffentlicht wurde und diverse Denk- und Verhaltensweisen einfach veraltet sind. Trotzdem war es ein angenehmes Leseerlebnis und ich freue mich auf den 2. Teil; "Mondmagie"!