Das Buch gibt einen ersten Einblick in die Neuroinformatik und den Modellcharakter neuronaler Netzwerke für ihr biologisches Äquivalent.Churchland ist der Auffassung,dass sich die Prinzipien dieser Netzwerke auf das menschliche Nervensystem bzw. das menschliche Gehirn übertragen lassen und versucht auf diese Weise die Frage nach dem Ursprung des Bewußtseins, unserer kognitiven Fähigkeiten zu beantworten,was ihm auch im wesentlichen schlüssig gelingt.Zumindest tendiere ich zu einer ähnlichen Auffassung wie der Autor,dass das Bewußtsein auf materieller Basis erklärt werden kann.Ich vergebe allerdings nur 4 Sterne,da die undifferenzierte Schreibweise (sie wird in einem Kommentar als "amerikanisch" bezeichnet) die Seriösität herunterspielt und gar nichts zum besseren Verständnis beiträgt,wie es wohl die Absicht des Autors gewesen ist.So wird u.a. in einem Satz der Eindruck einer Intention hinter der Evolution erweckt.Auch kritisiere ich den unvorsichtigen Umgang des Autors mit den Begriffen "Realität" und "Wirklichkeit",welche gerade für die Neurobiologie außerordentlich wichtig sind (ich empfehle hierzu das Buch "Die erfundene Wirklichkeit",herausgegeben von Paul Watzlawick).Churchland berücksichtigt nicht die Möglichkeit,dass das Gehirn nicht die Realität repräsentiert,sondern eine Wirklichkeit konstruiert.Er geht nicht auf die vielfältigen Einflüsse anderer Neuronenpopulationen auf (z.B.) die sensorische Wahrnehmung ein,sondern erschaftt das Bild einer direkten "Informationsleitung".Diese Fehler wirken sich dann auch auf dessen Ausführungen zum Strafsystem,d.h. zur Behandlung "Krimineller",zur Behandlung psychischer "Krankheiten" und dem Bezug zur "Norm" aus,welche ich für unausgereift halte (das empfohlene Buch leistet meiner Meinung nach in diesem Bereich mehr).Fazit: ein informatives Buch,leicht verständlich,allerdings sollte man weitere Bücher zu diesem Thema lesen bzw. kennen.