Billi ist 21, hat ihre Ausbildung hingeschmissen und jobbt jetzt, bis sie ihre hochtrabenden Zukunftspläne durchdacht hat, in der Redaktion des Lokalblättchens. Dann begegnet sie Sylvia. Sylvia ist Mitte 20, blond, schön und neu in Altenbach -- und, so kommt es Billi vor, bis obenhin voller Widersprüche. Sie versucht, sich mit der Einzelgängerin anzufreunden, und es gelingt ihr, Sylvias Schale mehr und mehr zu durchdringen... doch je weiter sie vordringt, umso mehr Fragen werfen sich auf, nicht zuletzt die, ob die schöne Sylvia nicht etwas mit dem Verschwinden zweier Jugendlicher aus dem Ort zu tun hat. Zur gleichen Zeit befaßt sich Hauptkommissar Koerber im fernen Dresden mit der Aufklärung einer Mordreihe, der ausschließlich frühere Mitarbeiter eines geheimen DDR-Forschungslabors zum Opfer fallen. Seine Ermittlungen führen ihn auf die Spur eines brisanten Projekts -- und zu einem Gegner, der unbezwingbar scheint.
Simpel-Lektüre ohne irgendwelchen Anspruch; stilistisch fest auf Jugendbuch-Niveau ("Da blitzten Billis Augen auf."). Die Prämisse ist natürlich so hohl wie abgedroschen, Originalität kommt nirgendwo auf, und es fehlt dem Buch schmerzlich an Witz. Es gibt nichts Gewagtes, weder sprachlich noch inhaltlich (die möglichen, durchaus hineinlesbaren Implikationen der Beziehung zwischen Billi und Sylvia bleiben beispielsweise völlig außen vor); nichts, was mit Erwartungshaltung spielen oder wirklich neue Denkanstöße liefern würde - es wird solide erzählt, nicht mehr und nicht weniger. Bei Herrn Görden gibt es keinen Sex, keine übermäßigen Gewaltszenen (was ich an sich für nichts Negatives halte), keine spürbare Bedrohung; und schon gar nichts, was für Grusel oder nägelkauende Spannung sorgen würde. Für einen Thriller/Mystery-Roman bleibt "Die Seelenlosen" (der Titel wirkt wie nachträglich angeklatscht) seltsam brav, zahm und ohne Biß. Ich hätte keine Probleme damit, den Roman meinem 13jährigen Neffen zu lesen zu geben. Was alles nicht heißen soll, daß das Buch sich nicht schnell weglesen ließe; für eine längere Zugfahrt oder Flugreise, bei der es nur darum geht, sich für ein paar Stunden abzulenken, durchaus zu empfehlen.