Dieses Buch hat mich in erster Line angstrengt. Das sag ich im ersten Satz offen heraus. Es geht um Isabel, die im Rollstuhl sitzt, um Peter, ihren Freund, der total in sie verliebt ist und natürlich um Ruven, den Fotografen.
Zur Geschichte mag ich heute nichts schreiben, nur dass Ruven und Isabel sich im Laufe des Buches ineinander verlieben und doch wissen, dass ihre Liebe nicht halten kann, weil Isabel krank ist. Also versucht die hochintelligente junge Frau ein Verfahren zu entwickeln, mit dem man nicht nur das äußere Abbild der Menschen festhalten kann sondern auch seine Seele.
Anfangs dachte ich, Ruven und Peter seien die gleiche Person. Das lag daran, weil Ruven angefangen hat, seinen Namen zu ändern und sich auch Peter genannt hat. Das hat mich als Leserin recht stark verwirrt. Und ich hab lang gebraucht, um diese Wirrung aufzulösen.
Ruvens Verhältnis zu Isabel hat sehr gefremdelt. Einerseits wird Isabel als junge, intelligente Frau beschrieben, andererseits schämt sich Ruven für seine Gefühle zu Isabel, da sie ja noch so kindlich ist (im Buch 14). Ruvens Gedanken drehen sich auch immer wieder um Isabels Intimbereich, mit dem sie vor Ruven kokkettiert. Einerseits verlangt er nach ihr, andererseits hält es es für unmoralisch, diese Kinds-Frau zu begehren? Mir hat das alles sehr gefremdelt und dazu geführt, dass das Buch mich immer mehr genervt hat.
Was auch anstrengend zu lesen war: Isabels Tüfteleien über die Entwicklung der Seelenplatte. Ich hab die chemischen Gedankengänge nicht verstanden ' vielleicht wollte ich sie auch nicht verstehen. Sie waren viel zu detailliert beschrieben, auch wenn sie natürlich den Kern der Geschichte darstellen.
Geräte aus der damaligen Zeit wurden genannt, ohne jede Beschreibung, so dass ich mir nichts darunter vorstellen konnte. Und die Sachen zu recherchieren hatte ich nach der ohnehin anstrengenden Lektüre auch keine Lust mehr.
Dann hat die Geschichte noch lang gebraucht, um in Fahrt zu kommen um dann auf den letzten 50 Seiten sich rasend schnell zum Ende hin zu entwickeln. Anstrenged und nervig.
Mehr kann ich dazu fast nicht mehr sagen, ich habe ernsthaft überlegt, ob ich diesmal überhaupt eine Rezi schreibe. Und man sieht, sie ist ähnlich verwirrt wie das ganze Buch.
Leider ein glatter Reinfall. Sieht man allein daran, dass ich für die 319 Seiten fast einen Monat gebraucht habe (normalerweise lese ich Bücher dieser Stärke in 3-4 Tagen). Zwischendurch wollte ich mehrfach abbrechen und hab mich wirklich bis zum Ende gehangelt.
Zwei Sterne. Weil die Idee schön war ein Stern. Und ein zweiter für den zugegebenermaßen sehr schönen Schreibstil (der die Geschichte aber leider auch nicht besser gemacht hat).