Bei Die Seele der Nacht handelt es sich um ein weiteres Buch aus der Reihe Die Legenden von Phantásien. Allein die markante Schriftfarbe in violett ist ein eindeutiges Indiz für diese Tatsache, zusammen mit den kunstvollen Mustern, die den Anfang jedes Kapitels zieren.
Die Autorin Ulrike Schweikert hat ihre Geschichte parallel zu Michael Endes Die unendliche Geschichte spielen lassen, ebenso wie es Tanja Kinkel bei ihrem Roman Der König der Narren getan hat.
Ihre Geschichte selber ist schön durchdacht, auch wenn sie sich manchmal etwas zähflüssig liest. Die Idee, Musik in seinen Teilen Melodie, Harmonie und Rhythmus als eine magische Kraft zu behandeln, finde ich persönlich sehr schön.
Anders als bei den Büchern anderer Autoren aus der Reihe Die Legenden von Phantásien beschränkt sich Ulrike Schweikert allerdings auf nur einen Handlungsstrang um ihre Hauptfigur Tahâma, der eingerahmt wird von dem Schreiber auf dem wandelnden Berg. Damit rundet Ulrike Schweikert das Buch schön ab, denn eine häufige Schwäche der Bücher aus Die Legenden von Phantásien ist deren Schluss, der sich gegenüber einer ausführlichen Geschichte häufig kurz und knapp zeigt.
So muss man zum Schluss sagen, dass Die Seele der Nacht von Ulrike Schweikert auf seine Art durchaus gelungen ist, dennoch nicht an Die unendliche Geschichte heranreicht und trotzdem durch den Versuch, eine einmalige Geschichte aufzugreifen und eine Hommage an deren Schreiber zu verfassen, gefällt.