Das einzige, was mir zu diesem Buch einfällt ist: Was hat sich Ulrike Schweikert eigentlich dabei gedacht??? War sie vielleicht grad nicht in Stimmung, eine gute Geschichte zu erfinden, als sie dieses Buch schrieb? Hat sie gedacht, das Buch wird ja sowieso gekauft, weil es zur Reihe "Die Legenden von Phantásien" gehört? Na, hoffen wir nicht!
Gleich im ersten Kapitel, wo man Tahâma kennen lernt, passiert ziemlich viel und zwar ziemlich schnell. Eigentlich ja gut, wenn es zumindest so erklärt ist, dass der Leser einen Bezug zur Handlung bekommt. Das war hier nicht der Fall. Weder hält Ulrike Schweikert es für nötig, uns Lesern auch nur das kleinste Bisschen Hintergrundwissen über Tahâmas Volk zukommen zu lassen, noch sind die Motive der Charaktere in irgendeiner Weise nachzuvollziehen.
Tahâma, die vielleicht interessant aussehen mag, mit ihrem blauen wallenden Haar und den violetten Augen, scheint mir nicht nur völlig naiv, sondern auch sehr flach zu sein. Ebenso der Jäger Céredas, dessen Beweggründe dafür, Tahâma zu begleiten, schon mehr als fadenscheinig sind. Und der Gnom Wurgluck, der offentsichtlich für das "comic relief" sorgen sollte, macht seine Aufgabe auch nicht besonders gut. Wie schon ein Rezensent vor mir sagte, ist er nicht mehr als ein kleiner Mann, der hin und wieder mal gerne Insekten verspeist.
Von Handlung ist bis zur Mitte des Buches nicht viel zu sehen. Dann geht es wenigstens in dieser Hinsicht voran, jedoch der rote Faden zur Unendlichen Geschichte ist leider auf der Strecke geblieben.
Ich kann Ihnen nur raten: Wenn Sie die Unendliche Geschichte gerne gelesen haben und sich dieses fantastische Reich nicht zerstören wollen, lassen Sie dieses Buch bleiben, lesen Sie "Die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz" von Ralf Isau, einem Autor, der sich offensichtlich weitaus mehr Gedanken über Phantásien gemacht hat, als Frau Schweikert!