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Die See, Roman, [Unbekannter Einband]


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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Köln, Kiepenheuer & Witsch 2006, (2006)
  • ASIN: B002BZTYTK
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)

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John Banville
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein ganz stilles Buch 26. Oktober 2006
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Der Kunsthistoriker Max Morden und seine Frau Anna sind glücklich miteinander verheiratet. Eines Tages erhält Mordens Frau ihren Untersuchungsbefund: Krebs. Nicht nur für sie, insbesondere auch für ihren Mann, bricht eine Welt zusammen. Die unheilbare Krankheit bedeutet, die Tage, die sie noch gemeinsam zu leben haben sind gezählt. Die letzten Tage verbringt er bei ihr im Krankenhaus.

Nach dem Tod flieht Morden in eine irische Pension, einem kleinen Haus am Meer, um zu reflektieren und innere Einkehr zu halten, sich mit dem bitteren, erlittenen Verlust zu versöhnen. In diesem Haus hat er schon als Kind Ferien verbracht. Und so tauchen in seiner Erinnerung Szenen von damals wieder auf, werden wie die Wellen an den Strand gespült und fliehen zurück ins Meer. Und hinter der schimmernden Fassade türmen sich auch immer Grausamkeiten und Kälte auf. Kleine Geheimnisse, die es in seinem Leben gab, klären sich auf, andere bleiben bestehen. Und so erinnert er sich besonders an die aus dem Rahmen fallende Familie Grace, die mit ihrem Zwillingspärchen Myles und Chloe früher auch hier in dieser Pension Ferien verbracht hat. Es war die Zeit wo bei Max in der Pubertät die Sexualität erwacht, wo die wildesten Phantasien sich in ihm auftaten. Und in seinen Träumen zieht Mrs. Grace Max magisch an, weckt eine unstillbare Sehnsucht in ihm. Später, so erinnert er sich, hat er sich dann in Chloe verliebt. Diese Bilder vermischen sich ständig mit denen, die er in Liebe, Glück, Harmonie und Zufriedenheit mit Anna verlebt hat.

Eigentlich hat das Buch wenig Handlung, aber es ist so wunderbar erzählt, unglaublich gut geschrieben. Eine präzise, sehr phantasievolle Sprache von großer Musikalität. Auch wenn es ganz kühl daher kommt, arbeitet es atmosphärisch ausgesprochen dicht. Eine meisterhafte Prosa. Es gibt viele Reflexionsebenen, die der Autor, in diesem todtraurigen und melancholischen Werk, bei der Betrachtung der vielen Bilder und Details entwirft. In jeder Hinsicht ein hervorragendes Buch.
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57 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von A. Wolf
Format:Gebundene Ausgabe
Man muss dem Iren John Banville ob seines feinfühligen Sprachgefühls ein großes Lob aussprechen, denn ästhetisch hochwertige Prosa ist eher eine Nischenliteratur und schafft es kaum einmal, mit solcher Präsenz ins kollektive Bewusstsein der Bücherlesenden vorzudringen. Wem das gelingt, dem gelingt es nicht zu Unrecht.

Und so hat der Gewinner des Booker-Prize auch mit "The Sea" wieder einmal bewiesen, dass er auf hohem Niveau und voll von suggestiver Kraft zu schreiben vermag; der Leser stockt bisweilen und möchte hier und da vielleicht ein begeistertes "wow" von sich geben.

Doch in "The Sea" gehen dem Kunst schaffenden Iren allmählich die Themen aus. Dass der Tod der eigenen Frau aufgrund der eigenen Unfähigkeit, mit der Situation fertig zu werden, in eine stille, namenlose Melancholie führt, ist bereits aus dem Vorgänger "Shroud" (dt. "Caliban) bekannt. Der Rückzug ins erinnerungsschwangere Domizil von ehedem war Handlungsmotiv in "Eclipse" (dt. "Sonnenfinsternis"). Und auch Banvilles Charaktere, die sich in selbstgerechter Weise einerseits über die Welt erhöhen, andererseits an ihrem Scheitern an der Welt eine bittere Pille zu schlucken haben, können nun nicht mehr als sonderlich orginell gewertet werden. Max Morden aus "The Sea" unterscheidet sich kaum von Alex Cleave aus "Eclipse", die beiden eigene schöngeistige - aber kühle - Distanz zu ihrer Umgebung ist fast identisch dosiert.

So bleibt neben dem hohen sprachästhetischen Genuss immer wieder die Trübung des Lesegenusses durch die allfällige, Banvilles Werke durchziehende, sehr subtile Aggressivität, den leichten Sadismus und Voyeurismus, die eingestreuten Ästhetik- und Kunstbegriffe und viele weitere Dejavus.

Banvilles Prosa glänzt strahlend, und zwar derart hell, dass man sich kaum trauen möchte, die inhaltlichen Schwächen aufzuzeigen. Daneben wäre es für Bannville an der Zeit, den geschliffenen Monologen seiner Protagonisten mehr psychologischen Tiefgang zu verleihen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
John Banville Die See Kiepenheuer & Witsch

Dieses Buch ist ein Buch der Erinnerung und des Abschieds.

Wie aber erinnert wird und wie das Leben in seinen Zusammenhängen dargestellt wird, das ist sensibel, feinfühlig und doch ungewöhnlich.

Max und Anna sind glücklich verheiratet. Sie erfahren unerwartet, dass Anna unheilbar an Krebs erkrankt ist.

Max macht sich nach ihrem Tod zu einem Ferienquartier am Meer auf, in dem er in seiner Jugend häufig gewesen ist.

Er erinnert sich an seine Begegnung mit der Familie Grace, in der es die Zwillinge Chloe und Miles gab, die in seinem Alter waren. Er liebte die Mutter der beiden, hatte Erlebnisse aber mit den zwei Gleichaltrigen. Seine Sexualität erwachte und spiegelte ihm Bilder wider, die ihn irritierten.

Zwischen den Zeilen erfahren wir Ausschnitte aus dem Leben und Sterben mit Anna,--und dass es eine Tochter Claire gibt, die sich um den Vater kümmern wird.

Die Erinnerungen an Anna sind sehr verhalten, fast scheint es, dass diese sterbende Frau ihm fremd ist. Hat der zu erwartende Tod sie zu einer Fremden gemacht?

Zu Claire ist die Beziehung äußerst distanziert. Sie wird als wenig ansehnlich und anziehend beschrieben. Empfindet er überhaupt väterliche Zuneigung zu ihr?

Zuletzt erschien es mir so, dass mit den Erinnerungen an die frühe Jugend die Zeit danach ausgelöscht und vergessen werden soll. Ist die Gegenwart nur so zu ertragen?

Viele Fragen blieben für mich unbeantwortet.

Schöne poetische Bilder und wenige Handlungsstränge zeichnen das Buch aus. Es ist ein Buch für besinnlich, nachdenklich Stunden.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Schön vieldeutig
Banville wollte eigentlich Maler werden, man merkt es dem detailverliebten, anschaulichen Stil an - er wurde dann Journalist und Schriftsteller, schrieb und schreibt eine Reihe von... Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Diethelm Thom veröffentlicht
seehr anstrengend
ich habe das Buch zu lesen begonnen....und ja, ich muss es sagen...nach 20 Seiten wegggelegt.
Zugegeben... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. Februar 2010 von Mag Stephan Rist
Poetisch, kraftvoll - ein Feuwerwerk lyrischer Bilder
Sie sind kein Freund neumodischer, oberflächlicher Romane ?
Sie suchen einen Schmöker mit Tiefgang ? Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. Mai 2009 von Kaktusblüte
Ein Buch für alle, die den Nachmittag des Lebens erreicht haben...
"Allen rationalen Erwägungen gegenüber unzugänglich, bin ich seit jeher der Überzeugung, dass irgendein nicht näher definierter künftiger Moment... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. August 2008 von ludwigwitzani
nothing new
I bought the book because its German edition was highly recommended. I bought it in English to enjoy the language. And I did! The style is immaculate, beyond criticism. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Juni 2008 von lateinwelt
hatte eine andere Vorstellung
Die See" war nicht die Art Buch die ich erwartet hatte. Für meinen Geschmack handelte dieses Buch zu sehr über Max Vergangenheit und darüber war ich eigentlich... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Oktober 2007 von Annika
Wellen
Um über einen Verlust hinwegzukommen, erinnert man sich nicht selten an bessere Tage. Nicht selten sind diese in der Jugend angesiedelt, in der man kraftvoll an die eigene... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. Juli 2007 von Polar
Zunehmend langatmig
Die Geschichte ist im Grunde kurz erzählt. Frau stirb an Krebs und Mann geht zur Bewältigung des Schicksalschlags zurück in die Vergangenheit, sprich in ein Haus am... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. Juli 2007 von Ebba
Wellen
Um über einen Verlust hinwegzukommen, erinnert man sich nicht selten an bessere Tage. Nicht selten sind diese in der Jugend angesiedelt, in der man kraftvoll an die eigene... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. Juni 2007 von Polar
stille und sehr beeindruckende literatur
Ich kann mich nicht erinnern, in einem Roman derart zahlreiche und facettenreiche Beschreibungen über das Meer gelesen zu haben wie in diesem hier. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. Juni 2007 von IG
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