Einer meiner ehemaligen Arbeitskollegen schwört auf die Schwitzhüttenzeremonien und schilderte immer voller Begeisterung, wenn er an einer solchen teilgenommen hatte. Diese indianische Tradition bietet ein quasi Saunaerlebnis auf einer höchst spirituellen Ebene. Die Schwitzhüttenzeremonie ist nicht nur ein Aufguss auf heißen Steinen in einer Hütte die mit Fellen, Stoffen und oder Leder bespannt wurde, hier wird meditiert, gesungen und getrommelt, bietet also ein höchst breites Spektrum an Erfahrungen für den Einzelnen und die Gemeinschaft. Das Buch DIE SCHWITZHÜTTE von Gerhard Popfinger bietet authentische Berichte, Bauanleitungen, Zeremonien, Lieder und Mythen wie auch Ursprünge derselben.
Zu aller erst einmal möchte ich mich zu der Einleitung des Autoren Gerhard Popfinger äußern, denn schon für diese Worte darf man ihm dankbar sein, er räumt mit Vorurteilen auf und zeigt vielen Interessierten der spirituellen Thematik, das sie vielfach nur um sich selbst kreisen oder wie ein Hamster im Rad laufen ohne dabei von der Stelle zu kommen.
Auch der beachtliche Teil zum Ursprung der Schwitzhütte in Geschichte und Mythos darf als gut recherchiert gelten, die unterschiedlichen Traditionen zum schwitzen in der Hütte sollten vielen bekannt sein, einige habe ich davon bereits selbst mitgemacht. Dennoch gibt es einen großen Unterschied zur indianischen Schwitzhütte - ich selbst gehe gerne in die Sauna, habe auch schon in Russland die echte Banja mitgemacht und kenne einige europäische Abwandlungen aus dem Bereich der Sauna. Schwitzhütte ist auch Visionssuche, sie kann eine Heilungszeremonie sein, ein Meditationsort und vieles mehr.
Die Besucher einer Schwitzhütte wollen etwas Bestimmtes, die Besucher einer Schwitzhütte gehen an diesen Ort nicht als wenn sie eine Sauna besuchen - hier gibt es etwas anderes, hier erwartet sie etwas anderes. Er Grund kann immer ein anderer sein, auch das Ziel ist verschieden, doch die Gemeinschaft ist immer homogen oder sollte es zumindest sein.
Das Buch befasst sich eingehend und sehr detaiert mit dem Bau einer Schwitzhütte, der Durchführung einer konkreten Zeremonie und zeigt alle einzelnen Schritte wie auch Beweggründe auf, die eine gute Schwitzhüttenzeremonie ergeben. Natürlich kann es auch zu Problemen kommen, schließlich sind alle Teilnehmer Individuen, doch auch dafür weiß ein ausgebildeter Schwitzhüttenleiter Rat und Tat.
Was mich ebenfalls schwer beeindruckt hat, waren die Erfahrungsberichte von vielen Teilnehmern und eigenen Schwitzhüttenleitern, ihre ersten Erfahrungen und ihre Schlussfolgerungen daraus.
Der kleine Punkt: Legitimation oder warum machst du das überhaupt - war ebenfalls sehr aufschlussreich und zeigte mir auf, dass es bei der Berechtigung der Durchführung einer Visionssuche auf das Herz und nicht auf die Hautfarbe ankommt.
Viele Fotos runden das sehr gute Buch zum Thema ab und die Schwitzhütte wird wirklich vom Anfang über alle Stationen bis zum Ende vollkommen und umfassend beschrieben - somit ist das Buch DIE SCHWITZHÜTTE von Gerhard Popfinger wie eine erste Lehrstunde bei einem guten Schwitzhüttenmeister.
Im Anhang findet sich eine ausführliche Liste aller benötigten Gegenstände und eine umfassende Adress-/ und web - Liste von Anbietern.
Sehr empfehlenswert!