Ich kann mich sehr gut in Ruths Situation hineinversetzen! Ich habe auch so eine Ueberschwiegermutter!
Ruth hat es besonders schwer, denn ihr Mann, sein Vater und natuerlich seine Mutter bilden eine Einheit. Ruth ist der Eindringling, der von aussen kommt und einfach nicht ins Familienschema passt. Sie kann tun was sie will, ihre Schwiegereltern (besonders die Schwiegermutter) erkennen es nicht an! Das perfide daran ist, ihre Schwiegermutter tut dies auf so scheinbar (!!!) nette und herzliche Weise, dass Ruth jedesmal wie ein kompletter Vollidiot, unfaehig, hysterisch, ueberfordert und dumm erscheint! Leider hat sie in Patrick ihrem Mann keine grosse Hilfe, er durchschaut das fiese Spielchen nicht und ausserdem haelt er sowieso zu seinen Eltern, die es schliesslich mit "den Kindern" nur gut meinen.
Ruths Situation verschlimmert sich als sie und Patrick ein Haus in unmittelbarer Nachbarschaft der Schwiegereltern kaufen und Ruth ein Baby bekommt. Vor den Schwiegereltern gibt es kein Entkommen! Alle sind gluecklich und zufrieden und eigentlich stoert nur Ruth in dem perfekten Idyll! ... bis Ruth zur Selbsthilfe greift und das Schwiegermutterproblem auf ihre Weise loest!
Echte Hilfe oder Tipps wie frau mit schwierigen Schwiegereltern umgeht, gibt es nicht. Aber die beschriebenen Begebenheiten kann jeder nachvollziehen und man leidet mit Ruth, fuer die es keinen Ausweg gibt aus dieser "idyllischen und wohlmeinenden Umgebung".
Der Roman ist im Stil von Patricia Highsmith geschrieben - jedenfalls erinnert er mich sehr stark daran. Es faengt harmlos und nett an, steigert sich immer mehr und endet schliesslich in der Katastrophe!
Kleine Warnung noch: Wer dieses Buch anfaengt zu lesen, wird nicht eher aufhoeren bis er es auch ausgelesen hat!