Wer sich das Leben eines Comedians als aufregend und gar glamourös vorstellt, sollte sich dringend mit diesem Buch eine gehörige Portion Erdung verschaffen, denn der überschaubaren Clique von Fernsehstars steht anscheinend ein namenloses Heer von Entertainern gegenüber,
die sich abseits von Ruhm und Blitzlichtgewittern mehr schlecht als recht durchbeissen müssen.
Und wer schon mal einen Blick in den Spielplan einer deutschen Comedybühne geworfen hat, stellt fest, dass sie voll sind mit diesen weniger oder gänzlich unbekannten Namen, und die sind vermutlich aber oftmals gar nicht schlechter als die bekannten, manchmal womöglich sogar besser, nur sind sie eben nicht so bekannt.
Ihnen hat Volker Surmann mit diesem Buch exemplarisch ein Denkmal gesetzt.
Sehr locker und flockig liest man sich mit Genuss und hohem Tempo in die Geschichte eines nicht mehr jungen, mittelmäßig erfolgreichen Profi-Komikers rein, der zwischen Rampengeilheit und Lampenfieber, zwischen Präsentierlust und Selbstzweifeln,
zwischen Kollegen in viel zu kleinen Garderoben und frischer Verliebtheit mit einem Tierpfleger, zwischen der Borniertheit von Auftraggebern und den Verpflichtungen einer dominant-windigen Agentin permanent aufgerieben wird.
Dabei weiss Surmann in einer schönen Gratwanderung die klassische Traurigkeit des Clowns zu beschreiben, mal schmunzelnd, mal brüllend komisch, dann wieder melancholisch und beseelt.
Sogar die Protokolle von Therapiesitzungen sind würdevoll klischeebefreit und trotzdem witzig.
Ideal als Sommerlektüre für den Strand, vorausgesetzt man hat bei aller Leichtigkeit nichts gegen etwas Tiefgang.