„Die Schweizermacher" ist ganz einfach eine geniale Komödie. Ich lache mich jedes Mal kaputt, wenn ich den Film sehe. Der Film hat nichts an Aktualität eingebüsst und beschreibt treffend die Mentalitäten der Schweizer. Auf der einen Seite sind die kleingeistigen, lustfeindlichen, rückwärtsgewandten Bünzlischweizer (Max Bodmer alias Walo Lüönd), heutzutage würde man von Blocher-Schweiz sprechen, auf der anderen Seite die weltoffenen, humorvollen, toleranten, vorwärtsgewandten Schweizer (Moritz Fischer alias Emil Steinberger). Der Film hat einen unideologischen Tonfall und zeichnet alle Charaktere sehr liebenswert, dennoch ist er natürlich ein Plädoyer für eine moderne Schweiz, indem auf sehr subtile Weise die Bünzlischweizer hoch genommen werden. Die unwiderstehliche Komik entsteht aus dem Zusammenprall dieser beiden Schweizertypen, etwa dem Kleinkrieg im Büro um den Kleiderbügel zwischen Bodmer und Fischer. Bezeichnend auch der Schluss: Bei der Einbürgerungsfeier in der Psychiatrischen Klinik ist das Buffet mit kleinen Schweizerkreuzen dekoriert und es wird „Ich bin ein Schweizerknabe..." gesungen, währenddessen bei den Italienern Bodmer als Ehrengast mit dem Gewerkschaftslied „Avanti popolo" empfangen wird, und Grimoli seinem Sohn à la Wilhelm Tell die Melone von Kopf schiessen muss. Treffend ist auch die Aussage des deutschen Personalchefs in der Grossbäckerei: „Unter uns, der Grimoli ist ein besserer Schweizer als mancher, der sich nicht bewerben muss."