Die Geschichte knüpft nahtlos an "Anidas Prophezeiung" an und konnte mich wieder von der ersten Seite an verzaubern. Ich durfte sogar meine Lieblings-Nebenfigur aus dem ersten Band noch etwas begleiten: Ylenia. Die Darstellung der ältesten Siedlung der Grennach hat mir sehr gefallen, so viele wunderschöne Ideen! Ganz besonders angetan haben es mir ja die kleinen Schlaf-Nester, die sich sanft im Wind wiegen. So sehr, dass ich meine Höhenangst völlig vergessen und sogar von ihnen geträumt habe...
Es gab so einige Figuren, die mir durch ihre Persönlichkeit ans Herz gewachsen sind - und einen geheimnisvollen Charakter, der mich verwirrt, beeindruckt, beschäftigt und dann neugierig zurückgelassen hat. Da waren einfach noch Fragen übrig, die mir erstmal keine Ruhe gelassen haben. Auch wenn meine Phantasie nicht zu unterschätzen ist, hätte ich mich da über ein paar Details mehr gefreut - auch zu ein paar anderen Dingen.
Die Ereignisse in der Schwarzen Zitadelle haben mich sehr überrascht und teilweise auch erschreckt. Sie gingen in eine ganz andere als von mir vermutete Richtung, waren recht verwirrend und voller Täuschungen. Ich wurde da im ersten Moment schön aufs Glatteis geführt, habe mich zwar ein wenig gewundert aber die Entwicklung nicht angezweifelt. Das kam erst ein wenig später, als Ylenias Reaktion mich etwas stutzig gemacht hat. Was war Täuschung, was war Realität?
Das Ende ist noch etwas besonderes, da es viel weiter als bis zum eigentlichen Abschluss der Ereignisse geht. Viele Jahre später treffen wir wieder auf Anida und Adina, erfahren etwas über ihr weiteres Leben und begleiten sie bis zu ihrem Ende. Auch durch die schnellen Wechsel der Erzählperspektiven wirkt das zwar manchmal ein wenig chaotisch, aber mir hat dieser weitreichende Abschied gut gefallen. Er hinterlässt bei mir ein warmes Gefühl und passt somit wunderbar zu einer liebevollen und lebendigen Geschichte, die mich gefesselt, berührt und verzaubert hat.