Für drei vier Euro sollte man keine hohen Ansprüche stellen.
Von der Aufmachung her erinnert diese kleine Lektüre an ein Schulbuch: Es ist gebunden, die Seiten sind aus dickem, glänzenden Papier, es ist reichlich farblich illustriert, der Text ist in kleine Abschnitte gegliedert und die jeweiligen Beschreibungen der Schwarzen Messen sind sogar in eigene, farblich hervorgehobene Kästchen verpackt.
Dass der Preis trotz der Papierqualität so klein ist, liegt wohl daran, dass es in der Slowakei gedruckt wurde.
Das Buch stellt die Berichte von schwarzen Messen und vermeintlich teufelsanbeterischen Gruppierungen durch die Zeit dar, Quellenkritik übt es dabei kaum, sei es nun bei den Berichten über Gnostiker und Herätiker oder bei den biografischen Details eines Anton Szandor LaVey, lediglich da, wo es auch der gemeine Mensch besser weiß, bei den Hexen und den Katharern, klingt sie etwas an. Quellenangaben sind auch nicht ausreichend vorhanden.
Auch wenn farbige Illustrationen was schönes haben, so scheinen sie mir nicht immer ganz passend, etwa wenn zwischen der beschriebenen Geschichte und der Entstehungszeit der genutzten Bilder das ein oder andere Jahrhundert ins Land gezogen ist.
Und was soll man sich etwa bei einer solchen Bildunterschrift denken: "Die Brüder und Schwestern des freien Geistes glaubten weder an Fegefeuer noch an die Hölle - Hier ein Gemälde [der Hölle] von William Blake (1757-1827)".
Das Buch taugt sicher um sich Anregungen für allerlei abwegigen Kram zu hohlen, aber ich hätte es während meiner Schulzeit wohl nicht als Quelle eines Vortrags in Geschichte oder Religion (wenn es dieses Fach gegeben hätte) genommen.