Zwei Paare erleben im Kabul der 90er die Schreckensherrschaft der Taliban. Die Stadt liegt unter einer erbärmlichen Sonne in Trümmern, mitten auf den Straßen zwischen Marktständen, Bettlern, Milizionären und Wächtern der Taliban werden öffentliche Hinrichtungen vollzogen. Atiq der Gefängisaufseher hat sich mit den Machtverhältnissen unter den Taliban arrangiert: auf den Straßen setzt er sich mit der Peitsche durch, gegenüber seiner Umwelt ist er herrisch und doch bedrückt ihn der Zustand seiner todkranken Frau und der allgegenwärtige Terror.
Mohsen, durch den Machtwechsel von seinem Studium unterbrochen, irrt planlos durch die Straßen während seine schöne Frau, in einem anderen Leben eine begehrte Juristin, sich zu Hause verkriecht.
Die Wege dieser beiden Paare kreuzen sich zufällig, und die vier Menschen werden von dem Terror mitgerissen, vor dem weder Liebe, Ehe, Freundschaft, Bildung oder Mut Bestand haben und sich als einziger Ausweg der Tod anbietet.
Der Autor schafft es den Leser mit dieser kurzen Geschichte (160 Seiten) in die Straßen Kabuls zu entführen, man kann die Aussichtslosigkeit förmlich spüren und erlebt wie der einzelne Mensch zum Spielball des Terrors wird.
In Anbetracht dieses Buches muß man sich der Gleichgültigkeit, mit der die Welt das Taliban-Regim geduldet hat, schämen.