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Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod: Roman [Taschenbuch]

Håkan Nesser , Christel Hildebrandt
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (55 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

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Seit dem Tod ihres Vater lebt die 16-jährige Monika Kammerle in bescheidenen Verhältnisen. Erst als ihre manisch-depressive Mutter den charmanten und kultivierten Benjamin mit nach Hause bringt, kommt etwas Licht in das triste Leben des vereinsamten und empfindsamen Mädchens. Eines Abends ist Monika mit dem Liebhaber ihrer Mutter jedoch allein, und es beginnt eine unheilvolle Dreiecksbeziehtung, deren Abgründe dem unerfahrenen Mädchen nur nach und nach bewusst werden. Einzig einem Priester vertraut sie sich an -- da ist es allerdings bereits zu spät.

Unterdessen verbringt Van Veeteren in der gleichen Stadt einen sehr vergnügten Lebensabend als Inhaber einer kleinen Buchhandlung. Ärgerlich nur, dass ihn seine ehemaligen Kollegen hartnäckig mit Hauptkommissar anreden. Dann schneit auch noch ein junger Priester herein und will unbedingt in einer dringenden Angelenheit mit ihm reden. Van Veeteren vertröstet den Geistlichen auf die Zeit nach seinem Urlaub, doch da ist dieser bereits tot. Und als der pensionierte Kommissar eines Morgens die Katze seiner Freundin dabei beobachtet, wie diese genüsslich einer in die Wohnung geflatterten Schwalbe den Garaus macht, ist es mit seinem friedlichen Lebensabend vorbei. Van Veeteren folgt der Fährte des mysteriösen Frauenmörders, der als Spur nur literarische Zitate hinterlässt.

Durch die minimalistische, atmosphärisch dichte Erzählweise fesselt der neue Roman des erfolgreichen schwedischen Krimiautors von der ersten Seite an. In Van Veeterens neuestem Fall geht es weniger um die Denksportaufgabe "Wer ist der Mörder", als um die Schilderung eines genialen Psychophaten und seiner Opfer: Wieder und wieder geht der Unbekannte Beziehungen ein, die am immer gleichen Punkt in einer Katastrophe enden. Da er im Leben seiner weiblichen Opfer kaum Spuren hinterlässt, bietet sich den ermittelnden Beamten keine Auswahl von Verdächtigen, ein schier unlösbare Aufgabe für Van Veeteren, Münster und Moreno. Die Jagd auf die dürftigen Hinweisen führt durch ein Kaleidoskop menschlicher Großstadt-Existenzen, in deren sozialer Verarmung der Mörder leichtes Spiel hat. Packende, intelligente Unterhaltung, die für Nesser-Fans zudem ein Wiedersehen mit vielen lieb gewordenen Bekannten bietet. --Birgit Will -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Van Veeteren jagt einen Killer mit Literaturfaible. Kühl. Brisant. Dramatisch." (Bild am Sonntag)

"Wieder ein fein konstruierter Nesser der absoluten Spitzenklasse." (Brigitte)

"Auch in seinem neuen beunruhigend schwarzen Thriller kombiniert Håkan Nesser großes Einfühlungsvermögen mit einem durchdachten Plot." (Berliner Morgenpost)

Harte Zeiten für den pensionierten Van Veeteren. Der beste Nesser, jetzt im Taschenbuch." (Woman, Heft 12/2005)

Klappentext

"Van Veeteren jagt einen Killer mit Literaturfaible. Kühl. Brisant. Dramatisch. Ein Krimi-Kammerspiel in Reinkultur."
BamS

"Wieder ein fein konstruierter Nesser der absoluten Spitzenklasse."
Brigitte

"... dürfte einer seiner besten, wenn nicht der beste sein. Nesser reproduziert nicht eingeschliffene Muster, sondern er entwickelt sich weiter. Noch ist sein Landsmann Henning Mankell, der in den letzten Jahren sein Erfolgsrezept immer nur neu aufkochte, zwar der bekanntere schwedische Krimiautor. Aber im Moment ist es viel spannender, Nesser zu lesen, weil er die besseren, interessanteren Krimis schreibt."
Reutlinger Generalanzeiger

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der interessantesten und aufregendsten Krimiautoren Schwedens. Für seine Kriminalromane um Kommissar Van Veeteren und Inspektor Barbarotti erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in mehrere Sprachen übersetzt und wurden erfolgreich verfilmt. Daneben schreibt er Psychothriller, die in ihrer Intensität und atmosphärischen Dichte an die besten Bücher von Georges Simenon und Patricia Highsmith erinnern. "Kim Novak badete nie im See von Genezareth" oder "Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla" gelten inzwischen als Klassiker in Schweden, werden als Schullektüre eingesetzt, und haben seinen Ruf als großartiger Stilist nachhaltig begründet. Håkan Nesser lebt mit seiner Frau in Stockholm und auf Gotland.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Kefalonia,
August 1995

»Im nächsten Leben möchte ich ein Olivenbaum sein.«
Sie machte eine vage Geste mit der Hand zum Abhang hin, über den die Dämmerung schnell hinabsank.
»Die können mehrere hundert Jahre alt werden, habe ich gehört. Das klingt doch beruhigend, findest du nicht?«
Hinterher würde ihm immer mal wieder einfallen, dass das ihre letzten Worte waren. Über den Olivenbaum und das beruhigende Gefühl. Es war sonderbar. Als trüge sie irgendetwas Großes, Sublimes mit sich auf die andere Seite. Etwas Erhabenes, die Spur einer Art Einsicht, an der es ihr eigentlich mangelte.
Gleichzeitig erschien es ihm natürlich auch etwas eigentümlich, dass sie eine so allgemeine - und eigentlich ja ziemlich nichts sagende - Reflexion machte, direkt nach diesen schrecklichen Worten, die ihr Schicksal so definitiv besiegelten. Die ihr Leben beendeten und ihrer Beziehung ihre letztendliche Bestimmung verliehen.
»Ich liebe einen anderen.«
Natürlich wäre es ihr nie in den Sinn gekommen, dass es sich in dieser Art und Weise entwickeln würde. Dass gerade das der Ausweg war - wahrscheinlich nicht vor den letzten Sekunden -, aber irgendwie war es auch bezeichnend, sowohl für ihre Ahnungslosigkeit als auch insgesamt für ihre Beziehung. Es war oft vorgekommen, dass sie die Reichweite von Dingen und Geschehnissen erst begriff, nachdem es schon zu spät war. In einem Stadium, in dem es keinen Sinn mehr hatte und in dem auch Worte - das Reden überhaupt - schon verbraucht waren. In dem nur noch die nackte Handlung übrig blieb - so hatte er schon früher gedacht.
»Ich habe einen Entschluss gefasst. Ich weiß, dass ich dir damit weh tue, aber wir müssen ab jetzt getrennte Wege gehen. Ich liebe einen anderen.«
Danach Schweigen.
Dann das mit dem Olivenbaum.
Er gab keine Antwort. Hatte sie erwartet, dass er antworten würde?
Es war keine Frage gewesen, die sie da gestellt hatte. Nur eine Feststellung. Ein fait accompli. Was zum Teufel hätte er darauf sagen sollen?
Der Balkon war nicht groß. Sechs, acht Quadratmeter. Ein kleiner weißer Tisch mit zwei Stühlen, die wie alle anderen Plastikstühle und alle anderen Plastiktische auf der ganzen Welt aussahen. Und das Gleiche traf auf das Hotel zu. Nur zwei Stockwerke, kein Speisesaal, kaum etwas, was als Rezeption zu bezeichnen war, sie hatten die Reise last minute gebucht und keine großen Ansprüche gestellt.
Olympos. Ein paar Minuten Fußweg vom Strand, die Wirtin hatte einen Bart, und die Anzahl der Zimmer betrug wohl so ein Dutzend, vermutlich weniger.
Ihr kunterbuntes Badelaken hing zum Trocknen über dem Geländer. Jeder mit einem Glas Ouzo, nicht mehr als ein halber Meter zwischen ihnen, sie frisch geduscht, braun gebrannt und erfrischt nach einem ganzen Nachmittag am Strand.
Ein Duft von Thymian vom Berghang in unheiliger Allianz mit dem verbleiten Benzin von der Durchgangsstraße unten. Das war es eigentlich im Großen und Ganzen.
Das und diese Worte.
Plötzlich erklingt ein Ton in seinem Kopf.
Leise und fern, aber äußerst hartnäckig. Er tobt wie ein kleines Rinnsal zwischen den Zikaden, die nach einem heißen Tag müde zirpen. Es hört sich an, als wären es mehrere hundert, obwohl es vermutlich nur zwei oder drei sind. Er steht auf. Kippt den Ouzo im Stehen, holt ein paarmal tief Luft.
Stellt sich hinter sie, schiebt ihr Haar zur Seite, legt ihr die Hände auf die nackten Schultern.
Sie erstarrt. Es ist eine fast unmerkliche Spannung nur einiger Muskeln, aber er merkt es sofort. Seine Fingerspitzen auf ihrer warmen Haut sind empfindlich wie kleine Seismographen. Er tastet nach den spitzen Rändern ihres Schlüsselbeins. Fühlt ihren Puls schlagen. Sie sagt nichts. Ihre linke Hand lässt das Glas auf dem Tisch los. Dann sitzt sie ganz still. Als wartete sie.
Er schiebt die Hände höher, um ihren Hals. Spürt, dass er eine Erektion bekommt.
Ein Motorrad mit hörbar kaputtem Auspuff knattert unten auf der Straße vorbei. Das Blut strömt ein, in die Hände und in den Unterleib.
Jetzt, denkt er. Jetzt.

Anfangs ähnelt ihr Kampf einer Art Orgasmus, er registriert diese Ähnlichkeit bereits, während es noch abläuft. Ein Orgasmus?, denkt er. Wie paradox. Ihr Körper spannt sich in einem Bogen zwischen den nackten Fußsohlen auf dem Boden und seinen Händen um ihrer Kehle. Der Plastikstuhl kippt, mit der linken Hand schlägt sie das Ouzoglas um, es fällt nach hinten und landet auf seinen Badeschuhen, rollt weiter, ohne kaputt zu gehen. Sie packt seine Handgelenke, ihre dünnen Finger umklammern sie, bis ihre Knöchel weiß hervortreten, aber er ist der Stärkere. Der unendlich viel Stärkere. Das Motorrad knattert weiter das schmale Asphaltband zwischen den Olivenhainen entlang, ist offenbar vom Hauptweg abgebogen. Er drückt noch fester zu, der Ton in seinem Kopf hält an und die Erektion auch. Es dauert nicht länger als vierzig, fünfzig Sekunden, aber der
Augenblick erscheint lang. Er denkt an nichts Spezielles, und als ihr Körper schließlich erschlafft, wechselt er seinen Griff, hält aber den Druck aufrecht, geht in die Knie und beugt sich von hinten über sie. Ihre Augen stehen weit offen, die Ränder der Kontaktlinsen sind deutlich erkennbar, die Zunge ragt ein wenig zwischen den ebenmäßigen weißen Zähnen hervor. Er überlegt kurz, was er denn mit dem Geschenk machen soll, das er für sie zum Geburtstag gekauft hat. Die afrikanische Holzfigur, die er am Vormittag auf dem Markt von Argostoli erstanden hat. Eine Antilope im Sprung. Vielleicht kann er sie ja behalten. Vielleicht wird er sie auch wegwerfen.
Er überlegt, wie er die restlichen Tage verbringen wird, während er langsam seinen Griff lockert und sich aufrichtet. Ihr kurzes Kleid ist hochgerutscht und gibt den Blick auf den winzigen weißen Slip frei. Er betrachtet ihr dunkles Dreieck, das durch die dünne Baumwolle hindurchschimmert, und streicht über sein steinhartes Glied.
Steht auf. Geht zur Toilette und onaniert. Soweit er überhaupt etwas empfinden kann, ist es ein sonderbares Gefühl.
Sonderbar und ein wenig leer.

Während er auf den rechten Moment wartet, liegt er im Dunkeln auf dem Hotelbett und raucht.
Raucht und denkt an seine Mutter. An ihre unleugbare Sanftheit und dieses eigentümliche Vakuum von Freiheit, das sie hinterlassen hat. Seine Freiheit. Seit ihrem Tod im Winter gibt es plötzlich nicht mehr ihren Blick in seinem Rücken. Niemand sieht ihn mehr ganz und gar, niemand ruft einmal die Woche an, um sich zu erkundigen, wie es ihm geht.
Niemand, dem eine Ansichtskarte geschrieben werden muss, und niemand, dem er Rechenschaft ablegen kann.
Wäre sie noch am Leben, wäre diese Tat kaum denkbar gewesen, dessen ist er sich vollkommen sicher. Nicht in dieser Art. Aber nachdem die Blutsbande zerschnitten sind, ist vieles einfacher geworden. Im Guten wie im Bösen, so ist es nun einmal.
Einfacher, aber auch ein wenig sinnloser. Es gibt keine richtige Schwere mehr in ihm, keinen Kern - immer wieder sind ihm diese Gedanken in dem vergangenen halben Jahr gekommen. Mehrere Male. Plötzlich hat das Leben seine Dichte verloren. Und jetzt liegt er auf einem Hotelbett auf einer griechischen Insel und raucht und sieht ihr sanftes und gleichzeitig strenges Gesicht vor sich, während seine Ehefrau tot auf dem Balkon liegt und erkaltet. Er hat sie an die Wand gelehnt und eine Decke über sie gelegt, und er ist sich nicht sicher, ob seine Mutter nicht auf irgendeine unergründliche Weise - in irgendeinem verflucht unerforschten Sinne - weiß, was sich an diesem Abend hier ereignet hat. Trotz allem.
Es irritiert ihn ein wenig, dass er diese Frage nicht für sich beantworten kann - und auch nicht sagen kann, wie sie sich zu dem, was er an diesem warmen Mittelmeerabend gemacht hat, stellen würde -, und nach der zehnten oder auch elften Zigarette steht er auf.
Es ist erst halb eins. In den Bars und Discotheken herrscht immer noch...
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