Das kleine Buch hatte ich nicht so schnell gelesen, wie die Seitenzahl erwarten liess. Denn realistisch und vertraut wirkt das Ganze nicht. Sonderbar und fremdartig ist die Atmosphaere wie in einer anderen Welt. Die spinnen total, die Typen! Alles dreht sich darum, wie Beziehungen zwischen einigen Menschen sich unguenstig entwickelt haben - nach einer grossen Zeit, von der man aber kaum etwas erfaehrt.
Anselm, der Verfuehrer, ist wie ein Kind, das von den Anderen verlangt, sich nicht so normal aufzufuehren. Die Damen schmachten dahin.
Das wirkt erstaunlich zeitgenoessisch, diese kinderlosen Akademikerpaare mit verschwommenen, ehemals grossen Ideen passen bestens in unsere Zeit.
Ich stelle mir Anselm vor wie einen Ex-Junkie mit abwechselnd Hellsichtigkeit und Halluzinationen. Thomas eher wie ein Uni-Assistent. Der ehrgeizige Detektiv ist toll. Solche gabs sicher bei der Stasi.
Gut ist: Das Verletzen des buergerlichen Anstands ist wie selbstvertaendlich am Rande miterledigt und regt nur noch den armen alten Josef auf. Das erinnert an den alten Kerl den Agathe in MoE im Wald trifft.
Kaum vollendet und gleich von den Kritikern mit einem Preis bedacht, wurde das Stueck damals selten gespielt und ist heute fast in Mode gekommen.