Aus der Amazon.de-Redaktion
"Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir." Ein weiser Spruch, doch mal ehrlich: Wer von uns kann behaupten, in der Schule wirklich etwas fürs Leben gelernt zu haben? Leistet unser bis zur PISA-Studie so hoch gelobtes deutsches Bildungssystem wirklich das, was es leisten soll -- und zwar jungen Menschen Erfahrungen mit auf den Weg zu geben, die sie zu selbstständigen, mündigen Bürgern machen?
Hartmut von Hentig, einer der größten Schulreformer unserer Zeit, hat schon 1993 -- also vor PISA, Erfurt und Hoyerswerda -- mit Die Schule neu denken für eine andere Schule plädiert, eine Schule, die das Leben zulässt und auf das Leben vorbereitet. Jetzt ist von Hentigs erfolgreiches Buch erstmals als Taschenbuch erschienen, ergänzt durch ein 60-seitiges Vorwort, in dem sich der Pädagoge zum ersten Mal eingehend zur PISA-Studie, zum Amoklauf von Erfurt und zum 11. September äußert.
Was sagt PISA wirklich über die Qualität unserer Schulen? Und wie kann Schule der jungen Generation trotz Terrorismus und Massenarbeitslosigkeit Zuversicht geben und sie zu Mündigkeit und Verantwortung erziehen? Von Hentigs antwortet darauf, erschöpft sich dabei jedoch nicht in der Kritik am Ist-Zustand der Schule von heute als "Gemischtwarenladen für nützlich erscheinende Kenntnisse und Fähigkeiten".
Vielmehr liefert Die Schule neu denken eine sorgfältige Analyse, warum dem so ist und zeigt auf, wie Lehrer, Schüler, Eltern und die Verantwortlichen in den Ministerien gemeinsam daran arbeiten können, die Schule wieder zu einem Lebens- und Erfahrungsraum werden zu lassen, in dem sich die jungen Menschen in Selbstständigkeit, Hilfsbereitschaft, Konfliktfähigkeit und Verantwortung für sich selbst und andere üben können.
Ein utopischer Gedanke? Eine romantische Vorstellung von Pädagogik? Sicher, es bedarf einer beträchtlichen Anstrengung seitens aller Beteiligten, um das System Schule grundlegend zu reformieren. Aber von Hentigs Erfolge in seiner Versuchsschule in Bielefeld zeigen, dass Veränderung möglich und vor allem lohnenswert ist. Fangen wir an! --Andrea Zeller
Pressestimmen
"Das Neu-Denken von Schule, wie Hentig es fordert, gibt es wohl doch schon mancherorts - zumindest in Ansätzen. Zum Glück, möchte ich sagen, denn sonst hätte Hartmut von Hentigs Buch weniger Chancen, nicht nur als ein neues Werk eines der größten deutschen Schulreformer unserer Zeit bewundert und zitiert zu werden, sondern auch ernsthafter, realer Denk- und Erörterungsgegenstand an Schulen zu werden. Und das vor allem möchte ich dem Verfasser und den Schulen wünschen." Deutsche Lehrerzeitung "Ein modernes Hausbuch der Reformpädagogik, das in die Bibliothek von Kultusministern ebenso gehört wie in die Hände von Lehrern und älteren Schülern, vor allem aber von Eltern." Frankfurter Rundschau "Nicht nur die Fachleute, sondern uns alle, die Eltern und Großeltern der Kinder, die es so maßlos schwer haben, erwachsen zu werden, geht die Frage an, ob die neue Schule versucht werden soll, eine Schule, an deren Ende wahrscheinlich weniger abfragbares Wissen, vielleicht aber neugierigere, psychisch stabilere, widerstandsfähigere, selbstständigere junge Menschen stünden." Die Zeit
Über den Autor
Hartmut von Hentig, geboren 1925 in Posen, ist ein weltweit bekannter Reformpädagoge. Er war Professor für Pädagogik, erst in Göttingen, dann an der Reformuniversität Bielefeld, wo er die im In- und Ausland berühmte Laborschule und das Oberstufen-Kolleg gründete und bis zu seiner Emeritierung 1987 deren Wissenschaftlicher Leiter war. Zahlreiche Buchpublikationen.