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Die Schule der Nackten. SZ-München Bibliothek
 
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Die Schule der Nackten. SZ-München Bibliothek [Gebundene Ausgabe]

Ernst Augustin
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 186 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1., Aufl. (5. April 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866156448
  • ISBN-13: 978-3866156449
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 636.234 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ernst Augustin
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 09.10.2003
Warum gab es bisher noch keinen Roman über die Freikörperkultur?, fragt Jan Bürger, und er gibt die Antwort gleich selbst. Weil, damit es nicht "peinlich" wird, erst jemand wie Ernst Augustin kommen musste, um sich des "heiklen Themas der Nacktheit" anzunehmen. Unser Rezensent kann dieses "moralferne Lehrstück über die Haut, die Vergänglichkeit und die Leidenschaft alter Männer" gar nicht genug loben. Für ihn ist Augustin ein Autor mit unverwechselbarem Tonfall, eine Mischung aus Gottfried Benns "anatomischem Blick" und dem "Humor" Loriots. Augustin erzählt in seinem Roman die Geschichte eines alten Mannes, der in seiner Nachbarschaft ein Schwimmbad mit FKK-Abteilung entdeckt und sich dort in eine junge Frau verliebt, fasst Bürger die Handlung zusammen. Er rühmt das Buch für seine gelungenen Dialoge, seine kühne, formal und stilistisch grandiose Erzählweise und preist es hingerissen als einen literarischen "Glücksfall".

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 23.09.2003
Bei diesem, seinem neunten Roman habe es sich der Autor zu einfach gemacht, schreibt Jörg Magenau. Ernst Augustins Beobachtungen unter Nacktbadern hätten zu einem hübschen Sommerfeuilleton gereicht, nicht aber zu einem ganzen Roman. Und die Satire auf Psychogruppen und andere esoterische Anwandlungen hätte der Autor in seinen früheren Büchern schon weit bissiger und besser betrieben. Etwa die Hälfte des Romans füllt Augustin zunächst mal mit seinen Beobachtungen in einem Münchener FKK-Bad, die Magenau als "genitale Freakshow" erscheinen. Männliche und weibliche Genitalien würden in allen erdenklichen Formen, Farben, Positionen beschrieben, was Magenau zu der Beobachtung veranlasst, dass Nacktheit die Distanz unter Menschen eher zu erhöhen als abzubauen scheint. Augustins alternder Protagonist, ein Althistoriker, lernt dann doch eine Dame kennen, verrät Magenau, die ihn in den Tantrakult einzuführen versucht. Der Rezensent vermutet, Augustin habe seinen sommerlichen Erkundungen unbedingt eine Geschichte abtrotzen beziehungsweise eine Handlung aufpropfen wollen, doch bleibt diese seines Erachtens dürftig. Sich über Handaufleger in Bayern zu amüsieren, sei doch eher billig und das ganze in Wirklichkeit eine traurige und keine komische Geschichte.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

München im schweren Sommer, im Jakobi-Bad: Zugang nur ohne Kleidung gestattet, und das ist ernst gemeint: "Es gibt dort eine Freizone, wo ich alles ablege, alle Bindungen, alle erworbenen Eigenschaften, den Beruf, den Namen, auch Schuhe und Strümpfe und das gesamte Unterzeug." Hier erfüllt sich das Geschick von Alex, dem älteren Herrn, dessen erstes zaghaftes Betreten der weißen Flecke einer Stadtlandschaft in einem erbitterten Existenzkampf mündet, ausgefochten mit nichts als der eigenen Haut. Nach den territorialen Eroberungen auf der Liegewiese nach Strategie und Heftigkeit von Alexander-Zügen, entrollt sich ein Drama auf Leben und Tod um die schönhüftige Juliane, die ebenso gut im frühen Ninive wie in altindischen Tantrakulturen ihren Platz gefunden hätte ...

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Noch nie war Nackheit so schön, so schön beschrieben. Wie legt man sich im Nacktbereich eines Freibades überhaupt hin? Was darf man sehen, ohne dass man es beobachtet? "Der Mann ist ein benachteiligtes Wesen, insbesondere auf dem Freigelände, da er seine Gefühle offen zur Schau trägt", stellt der Erzähler, ein sechzigjähriger Historiker, Alex wird er bald genannt, an seinen ersten Tagen im Münchner Johannisbad fest. In den Runzeln einer alten Dame sieht Alex eine "kostbare Klöppelarbeit, feinste Brüsseler Spitze, ein gutes Blatt für den Kunstkenner".

Man möge sich nun vorstellen, wie sich die Beschreibung der plötzlich auftauchenden "Astarte, eine Shakti, eine cyprische Aphrodite" liest. Vorstellen? Nein, lesen muss man das.

Handelt der erste Teil des überaus vergnüglichen Romans beinahe ausschließlich auf dem Areal des Münchner Bades, verlagert sich der zweite Teil ein paar Kilometer ausserhalb Münchens, in einen Tantra Workshop auf dem Lande. Die kunstvoll aufgebaute Kompexität zum höheren Sein nimmt der Autor leichthändig, wohl längst geistig vorbereitet selbst die Yoni-Massage. So entwaffnend hat noch nie jemand über die "Öffnung des Seins" geschrieben.

Jede Seite ein Genuss, leider nur 250 Seiten lang. So ein Buch möchte man in einem Rutsch durchlesen, damit man es sofort wieder von vorne beginnen kann. Das geht nicht? "Ich dachte, es ginge nicht, aber es ging."

War diese Rezension für Sie hilfreich?
18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Delikater Sommerroman 27. August 2003
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Von einer archetypischen Liebe wird erzählt, wie sie sich überall und zu jeder Zeit (und leider auch zur Unzeit) ereignen kann. Zur Unzeit? Mit seinen 60 Jahren ist Alexander fast doppelt so alt wie Juliane, die "schönhüftige" Heilgymnastin, die zu einem Stück Holz erstarrt, wenn er sie auch nur berührt. So entwickelt sich, was sommerlich-leicht und unbeschwert begann, zu einem Beziehungsdrama, aus dem es - wirklich? - nur einen Ausweg geben kann: Tantra, die indische Heilslehre und Liebesschule, die das "heilige Genital" erfunden hat, das religiöse und sexuelle Ritual der Auflösung des Ichs in der Ekstase. Also nimmt Alexander, mit innerer Distanz und äusserstem Misstrauen, an einem Tantrakurs vor den Toren Münchens teil, um Julianes Liebe zu gewinnen. Er glaubt fest, für Juliane bestimmt zu sein, und sein Karma gibt ihm Recht - oder ist es nicht vielmehr sein Charme, sein psychologisches Gespür, seine Geduld, sein Respekt vor der Frau, seine Lebenserfahrung, seine Liebe, die alle Hindernisse überwindet? Augustins Roman liest sich, als habe ein großer Erzähler C. G. Jungs Archetypenlehre in Literatur übersetzt.
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9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Augustin beschreibt einen Sommer in München, fokussiert sich dabei immer mehr auf zwanghaften Vorstellungen gegenüber den Nackten und dem Nacktsein. Hierbei bemerkt man eine gewisse Zweiteilung zwischen dem Eintauchen im Schwimmbad und dem langsamen Selbsterkennen in der Schule der Nackten. Wenn man nicht allzuviel in diesen Roman hineininterpretieren will, ist er durchaus heiter und sprachlich auf jeden Fall höchstes deutsche Niveau....und somit auch in kälteren Jahreszeiten lesbar
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