Perlentaucher.de
Warum gab es bisher noch keinen Roman über die Freikörperkultur?, fragt Jan Bürger, und er gibt die Antwort gleich selbst. Weil, damit es nicht "peinlich" wird, erst jemand wie Ernst Augustin kommen musste, um sich des "heiklen Themas der Nacktheit" anzunehmen. Unser Rezensent kann dieses "moralferne Lehrstück über die Haut, die Vergänglichkeit und die Leidenschaft alter Männer" gar nicht genug loben. Für ihn ist Augustin ein Autor mit unverwechselbarem Tonfall, eine Mischung aus Gottfried Benns "anatomischem Blick" und dem "Humor" Loriots. Augustin erzählt in seinem Roman die Geschichte eines alten Mannes, der in seiner Nachbarschaft ein Schwimmbad mit FKK-Abteilung entdeckt und sich dort in eine junge Frau verliebt, fasst Bürger die Handlung zusammen. Er rühmt das Buch für seine gelungenen Dialoge, seine kühne, formal und stilistisch grandiose Erzählweise und preist es hingerissen als einen literarischen "Glücksfall".
© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 23.09.2003
Bei diesem, seinem neunten Roman habe es sich der Autor zu einfach gemacht, schreibt Jörg Magenau. Ernst Augustins Beobachtungen unter Nacktbadern hätten zu einem hübschen Sommerfeuilleton gereicht, nicht aber zu einem ganzen Roman. Und die Satire auf Psychogruppen und andere esoterische Anwandlungen hätte der Autor in seinen früheren Büchern schon weit bissiger und besser betrieben. Etwa die Hälfte des Romans füllt Augustin zunächst mal mit seinen Beobachtungen in einem Münchener FKK-Bad, die Magenau als "genitale Freakshow" erscheinen. Männliche und weibliche Genitalien würden in allen erdenklichen Formen, Farben, Positionen beschrieben, was Magenau zu der Beobachtung veranlasst, dass Nacktheit die Distanz unter Menschen eher zu erhöhen als abzubauen scheint. Augustins alternder Protagonist, ein Althistoriker, lernt dann doch eine Dame kennen, verrät Magenau, die ihn in den Tantrakult einzuführen versucht. Der Rezensent vermutet, Augustin habe seinen sommerlichen Erkundungen unbedingt eine Geschichte abtrotzen beziehungsweise eine Handlung aufpropfen wollen, doch bleibt diese seines Erachtens dürftig. Sich über Handaufleger in Bayern zu amüsieren, sei doch eher billig und das ganze in Wirklichkeit eine traurige und keine komische Geschichte.
© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Pressestimmen
Jan Bürger, Die Zeit
»Ernst Augustins ›Schule der Nackten‹ ist von sommerlicher Leichtigkeit und zugleich gespickt mit philosophischen Anspielungen auf den Zeitgeist. Spritzig und spirituell. Albern und hoch geistig. Ein seltener Fall intelligenter Unterhaltung.«
Hajo Steinert, Die Welt
»Seine Erzählung über Nacktheit und Scham wagt die Gratwanderung zwischen Natürlichkeit und Peinlichkeit und meistert sie auf geradezu grazile Weise.«
Lutz Hagestedt, Frankfurter Rundschau
»So souverän, so leicht und zauberhaft wie in diesem Alterswerk der Meisterklasse hat er [Augustin] noch nie geschrieben.«
Volker Hage, Der Spiegel
Kurzbeschreibung
»Es gibt dort eine Freizone, wo ich alles ablege. Alle Bindungen, alle erworbenen Eigenschaften, meinen Beruf, meinen Namen, meine gesamte Vergangenheit, auch Schuhe und Strümpfe, das Hemd mit dem Armani-Etikett, die Hose von Bonard und das gesamte Unterzeug ... vor allem aber gebe ich meine Scham ab.«
Der Erzähler ist Historiker und Asienexperte, wohlsituierter Single und es ist ein Jahrhundertsommer in München. Hier, im FKK-Gelände eines Freibades, erfüllt sich das Geschick dieses älteren Herrn, dessen erstes zaghaftes Betreten der weißen Flecke einer Stadtlandschaft in einem erbitterten Existenzkampf und einem aufregenden Beziehungsdrama mündet ...
Der Verlag über das Buch
»Ernst Augustins Schule der Nackten ist von sommerlicher Leichtigkeit und zugleich gespickt mit philosophischen Anspielungen auf den Zeitgeist. Spritzig und spirituell. Albern und hoch geistig. Ein seltener Fall intelligenter Unterhaltung.« Hajo Steinert in der Welt
»Seine Erzählung über Nacktheit und Scham wagt die Gratwanderung zwischen Natürlichkeit und Peinlichkeit und meistert sie auf geradezu grazile Weise.« Lutz Hagestedt in der Frankfurter Rundschau
»So souverän, so leicht und zauberhaft wie in diesem Alterswerk der Meisterklasse hat er [Augustin] noch nie geschrieben.« Volker Hage im Spiegel