Von einer archetypischen Liebe wird erzählt, wie sie sich überall und zu jeder Zeit (und leider auch zur Unzeit) ereignen kann. Zur Unzeit? Mit seinen 60 Jahren ist Alexander fast doppelt so alt wie Juliane, die "schönhüftige" Heilgymnastin, die zu einem Stück Holz erstarrt, wenn er sie auch nur berührt. So entwickelt sich, was sommerlich-leicht und unbeschwert begann, zu einem Beziehungsdrama, aus dem es - wirklich? - nur einen Ausweg geben kann: Tantra, die indische Heilslehre und Liebesschule, die das "heilige Genital" erfunden hat, das religiöse und sexuelle Ritual der Auflösung des Ichs in der Ekstase. Also nimmt Alexander, mit innerer Distanz und äusserstem Misstrauen, an einem Tantrakurs vor den Toren Münchens teil, um Julianes Liebe zu gewinnen. Er glaubt fest, für Juliane bestimmt zu sein, und sein Karma gibt ihm Recht - oder ist es nicht vielmehr sein Charme, sein psychologisches Gespür, seine Geduld, sein Respekt vor der Frau, seine Lebenserfahrung, seine Liebe, die alle Hindernisse überwindet? Augustins Roman liest sich, als habe ein großer Erzähler C. G. Jungs Archetypenlehre in Literatur übersetzt.