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Die Schule der Frauen: Wie wir die Familie neu erfinden
 
 
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Die Schule der Frauen: Wie wir die Familie neu erfinden [Taschenbuch]

Iris Radisch
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 4 (16. Februar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421042586
  • ISBN-13: 978-3421042583
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 137.111 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Iris Radisch
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Unser überkommenes Familienmodell funktioniert nicht mehr. Ein neues aber haben wir auch noch nicht gefunden. Und so probieren, lavieren und lamentieren wir so dahin. Das ist auf Dauer kein Zustand! Das meint auch Iris Radisch, die in Die Schule der Frauen den Ursachen, Folgen und (un)möglichen Auswegen aus unserer Malaise nachspürt, die sehr viel mehr als nur eine demografische ist! Denn nicht nur an Kindern, auch, nein: vor allem an der Fähigkeit zu lieben mangelt es uns: „Ob wir wirklich eine Kinderkatastrophe haben oder auf eine solche zusteuern -- wir werden es sehen“, schreibt die Autorin in einem der Schlüsselkapitel des lesenswerten Bandes. „Was wir aber heute schon haben, und was die Vorhut der drohenden Kinderkatastrophe ausmacht, ist eine Liebeskatastrophe.“ Dies habe viele Gründe, vor allem aber „das völlige Fehlen von Vorbildern gelingender Liebe in modernen Lebensverhältnissen“.

Radischs Schule der Frauen ist ein mit spitzer Feder, wachem Verstand und Gefühl geschriebener, bei allem Ernst des Themas und bei aller Ernsthaftigkeit der Autorin stellenweise durchaus auch heiterer Essay über den bedauernswerten (Gefühls-)Zustand unserer Gesellschaft und dem Bild, das wir davon haben (oder uns erst noch machen müssen), wie wir in Zukunft leben wollen. Herausgekommen ist eine scharfsichtige Analyse möglicher Rollen, die in dieser Gesellschaft Männer und Frauen und nicht zuletzt Kinder spielen und in Zukunft vielleicht spielen könnten. Und mit Blick auf diese Zukunft geht es Radisch vor allem um die Suche nach einem neuen Ethos der Liebe. Einer Liebe, zu der eben auch Kinder gehören! Die Passagen, in denen die Autorin versucht, wenigstens andeutungsweise zu zeigen, in welcher Weise Kinder uns erst eine wirkliche Lebens- und Liebesperspektive zu eröffnen vermögen, gehören zu den stärksten des Buches.

Radisch zeigt anhand zahlreicher Beispiele, und nicht zuletzt durch die Art ihrer eigenen Reflexion, dass Frauen insgesamt betrachtet offenbar aus der Geschichte ihres Geschlechts -- nicht immer freiwillig -- ungleich mehr gelernt haben und immer noch lernen, als die immer ratloseren Männer, die gleichwohl immer noch (im Verbund freilich mit mancher ihnen nacheifernden Frau) überwiegend unsere Geschicke bestimmen. Die täten deshalb zu unser aller Wohl gut daran, sich in der Schule der Frauen die Unterweisung und emotionale Inspiration zu holen, ohne die wir uns als nur noch einzelne Menschen immer weiter aus dem Ruder laufen. -- Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de

Pressestimmen

Es ist ein kühner Traum. Aber wir haben gar keine andere Wahl: Er muss jetzt ganz schnell Schule machen. (Frankfurter Rundschau )

„Ihre Ausführungen sind nicht auf einer abstrakt-theoretischen Ebene angesiedelt, sondern greifen aus dem Leben.“ (aviva-berlin.de )

„Ein Buch, das mit einer so leichten und oft so spitzen Feder geschrieben ist, dass man fast meinen könnte, Radisch habe sie sich von Hedwig Dohm ausgeliehen.“ (literaturkritik.de )

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Colin Wood TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Viele der angeführten Probleme sind zutreffend, und es war höchste Zeit, dass sie mal jemand ausspricht und auf den Punkt bringt. Es wäre sehr wichtig und wünschenswert, dass sich an der Situation der Familien und insbesondere der Mütter etwas zu deren Gunsten ändert. Dafür ist dieses Buch zu loben.

Nur  wie soll das gehen? Letztendlich muss jede/r für sich entscheiden, wie er mit dem Spagat der Bewältigung eines Berufes bei gleichzeitiger Elternschaft umgeht. Eine Fraktion, zu der gehört Frau Radisch, entscheidet sich für sehr umfangreiche Fremdbetreuung ihrer Kinder und anspruchsvolle Ganztagsberufstätigkeit. Das kann man so machen. Die andere Seite zieht Selbstbetreuung vor und nimmt dafür berufliche und leider auch langfristige (nämlich die spätere Rente betreffend) finanzielle Nachteile in Kauf. Ich würde es sehr begrüßen, wenn die Politik in der Lage wäre, den nicht oder reduziert arbeitenden Elternteil rententechnisch so zu stellen, dass der Staat 10 oder 15 Jahre lang für den vollen Beitrag zur Rentenversicherung aufkäme. Das wäre ein wichtiger Schritt hin zur Anerkennung der Gleichwertigkeit von Erziehungs- und Familienarbeit mit Erwerbsarbeit. Es würde immer noch nicht die laufenden finanziellen Einbußen ausgleichen, muss es auch nicht, Kinder zu haben ist ein  unbezahlbarer  Wert an sich. Viele Diskussionen um Elterngeld und Ganztagsunterbringung könnten dann aber anders geführt werden.

Leider bezieht sich das Buch, und da befindet es sich in Einklang mit anderen Titeln seiner Art, sehr einseitig auf akademisch gebildete Frauen. Vielen Betroffenen stellt sich die Betreuungsfrage über den Kindergarten hinaus gar nicht, weil sie sich nicht in Einkommensgruppen bewegen, die es ihnen erlauben, dafür noch zusätzliches Geld auszugeben. Da rechnet sich nämlich die volle Erwerbstätigkeit gar nicht mehr! Ich weiß nicht, warum Publikationen dieser Art immer davon ausgehen, dass alle Arbeitnehmer Großverdiener sind. Frau Radisch schreibt, dass der Lebensunterhalt heute mit nur einem Einkommen nicht mehr zu bewältigen sei. Da wundert es mich, dass es immer noch Familien gibt, denen eben dieses gelingt, ohne dass sie sich in einer gehobenen Einkommensklasse befinden.

Geärgert habe ich mich über die Art und Weise, wie Frau Radisch über gescheiterte Beziehungen mit Kindern urteilt. Natürlich wäre es besser, wenn nicht so viele Ehen geschieden werden müssten und Kinder in ihrer Ursprungsfamilie mit Mutter und Vater verbleiben könnten. Dies wird wohl niemand ernsthaft in Frage stellen. Kein Paar mit Kindern, das sich seiner Verantwortung bewusst ist, wird sich leichtfertig und unüberlegt trennen. Dass es aber für Kinder weniger belastend sein soll, in einer Familie zu leben, in welcher die Eltern als Paar gescheitert sind, anstatt in einer irgendwie anders gearteten Familienform, unterstreiche ich nicht! Kinder haben sehr feine Antennen und merken durchaus, wenn die Eltern nicht im Einklang miteinander sind.

Darüber hinaus weist das Buch an einigen Stellen unzulässige Verallgemeinerungen und historische Unkorrektheiten auf (z. B. jeden Abend Wannenbad, jeden Morgen Dusche in den 60er Jahren?), die ich zu bezweifeln wage.

Frau Radischs Forderung nach einem Umdenken in der Wirtschaft unterstütze ich vollauf. Allerdings bezweifle ich, dass wir auf breiter Linie darauf hoffen dürfen. Solange das so ist, muss weiter jeder für sich entscheiden, wie er es in der Kinderbetreuungsfrage hält.
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26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Enttäuschend! 12. März 2007
Format:Taschenbuch
Würde dieses Buch von einem anderen Autor stammen und Frau Radisch müsste eine Rezension darüber schreiben, wie würde die wohl aussehen? Vielleicht so: Eine endlose Aneinanderreihung von Fragen bringt noch keine einzige Antwort zu Tage; das ständige Wiederholen angeblicher Fakten beweist noch lange nicht, dass diese wirklich wahr sind; die Welt besteht aus vielen Schichten, und man belügt seine Leser, wenn man sie nur aus einem einzigen Betrachtungswinkel schildert.

Ideen zu einer Neu-Erfindung der Familie habe ich keine in diesem Buch gefunden. Auch die Schilderungen der Jugend von heute 40- bis 50-Jährigen, also meiner Generation, war mehr als unbefriedigend. Ich weiß nicht, in welcher gesellschaftlichen Schicht Frau Radisch groß geworden ist, aber ein tägliches warmes Bad in den 60er Jahren war in meinem Umfeld alles andere als üblich (aber das ist vielleicht das rückständige Österreich). Ein Leben in Betonwüsten ohne Beziehung zur Natur hat es in Deutschland und Österreich zu dieser Zeit vielleicht für Bewohner einiger Großstädte gegeben, doch dabei handelt es sich keineswegs um einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung. Die beschriebenen - angeblich typischen - Frauenschicksale mit Häuschen in der Vorstadt, Ganztages-Kinderkrippe, lettischem Kindermädchen und dennoch permanent schlechtem Gewissen der berufstätigen Mütter werden sicher auch nicht die große Masse der LeserInnen ansprechen, geschweige denn deren Mitleid erregen.

Mir ist nicht ganz klar, was der Sinn und Zweck dieses Buches sein soll. Vielleicht wollte sich Frau Radisch auch bloß ihre eigenen Zweifel, ob sie denn nun eine gute Mutter war und ist, von der Seele schreiben.

Die ganz zum Schluss so vehement geforderte "Mehr"-Zeit für Familien - wo soll die herkommen; wer soll die zur Verfügung stellen? Wenn nicht die Familien selbst ihre Prioritäten neu definieren und zu Gunsten von gemeinsamer Zeit auf einen Teil des Einkommens verzichten, wird sich leider nichts ändern. Es gibt auch dazu keinen Vorschlag der Autorin, nur die völlig unbegründete, aber mit großer Sicherheit geäußerte Hoffnung, dass es die Töchter leichter haben werden.

Ich habe Frau Radisch als Jurorin beim Ingeborg-Bachmann-Preis und bei ihren zahlreichen Fernsehauftritten stets sehr bewundert. Dieses Buch holt sie recht unsanft von dem Podest, auf das ich sie gestellt habe, herunter auf ein sehr banales Niveau der Schriftstellerei.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Auf den Punkt getroffen 2. April 2007
Von tazi
Format:Taschenbuch
Ich kann meine kritischen Vor-RezensentInnen nicht verstehen: Sie erwarten Antworten von Frau Radisch, scheinbar ein komplett neues Familienkonzept für Frauen, wie sie Karriere und Kinder unter einen Hut bringen können. Wenn das so einfach wäre, könnte sich Frau Radisch ihre Ideen patentieren lassen. Denn worauf sie selber hinweist: Einfache Antworten gibt es nicht.

Auf sympathische und humorvolle Art und Weise lässt uns Frau Radisch an ihrem Leben und ihren Überlegungen zum heutigen Dasein als Mutter und erfolgreich berufstätige Frau teilhaben. Sie bringt die Probleme meines Erachtens genau auf den Punkt.

Ihr Appell nicht in die Medienfalle zu tappen und sich in eine der zwei - von den Medien instrumentalisierten - Fronten 'überzeugte Hausfrau gegen überzeugte Karrierefrau' einzureihen, überzeugt. Sie gibt den Ball an die Männer weiter. Ganz im Sinne Nancy Frasers weist sie darauf hin, dass es die Männer sind, die ihre Männlichkeit neu definieren und endlich mehr Verantwortung im Privatleben übernehmen müssen, um das Problem auf lange Sicht befriedigend zu lösen. Somit bietet sie eigentlich schon eine konkrete Antwort, die von diversen Lesern vielleicht gerne überlesen wird.

Eine weitere Antwort auf den von ihr sehr richtig so benannten Mythos der Unvereinbarkeit von Beruf und Familie findet sich in einer familienfreundlicheren Politik der Unternehmen. Sie weist darauf hin, dass neben der nötigen öffentlich angebotenen Ganztags-Kinderbetreuung, sich auch die Arbeitswelt, sprich Unternehmenspolitik, ändern muss, damit zwei oder mehr Kinder pro Familie in unserer Gesellschaft trotz voll berufstätiger Väter und Mütter, wieder realisierbar sind. Realisierbar im Sinne von geringerer täglicher Arbeitszeit, die man mit Kleinkindern dringend braucht, um ihnen als Eltern (Mutter UND Vater) die nötige Aufmerksamkeit und Förderung zukommen zu lassen.

Fazit: Es gebt eben nicht nur darum, dass die Frauen sich weiterhin täglich zermartern, wie sie ihr Familien- und Berufsleben unter einen Hut bringen können, sondern dass die Väter ihren Teil der Kinder- und Haushaltsbetreuung ebenso leisten und die Unternehmen ihre firmeninterne Politik stärker am Maßstab der Familienfreundlichkeit ausrichten, was in einzelnen Unternehmen durchaus bereits praktiziert wird. Solange man die Frauen mit der Lösung alleine lässt, werden gerade die gut ausgebildeten Frauen, die viel Zeit, Energie und Geld in ihre Ausbildung gesteckt haben, im Zweifelsfall auf Kinder verzichten oder den Wunsch erst mal auf die lange Bank schieben. Verständlich.
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