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Die Schule der Frauen: Roman
 
 
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Die Schule der Frauen: Roman [Taschenbuch]

André Gide , Peter Schnyder , Andrea Spingler , Raimund Theis
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. April 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423127724
  • ISBN-13: 978-3423127721
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 12,1 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 385.119 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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André Gide
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Aus der Amazon.de-Redaktion

André Gide wird am 22. November 1869 in Paris geboren. Er wächst in einem wohlhabenden, sittenstrengen Haushalt auf, der von puritanischem Starrsinn und Bigotterie geprägt ist. Früh beginnt Gide, der schon als 11-Jähriger von sich behauptet, anders zu sein als die anderen, die bürgerliche Moral zu verabscheuen. In seinen Werken hinterfragt er immer wieder Grundsätze und Konventionen, was einen seiner Kritiker zu der Behauptung hinreißt: "André Gides Werk ist der ungeheuerlichste moralische und intellektuelle Skandal des Jahrhunderts" (zit. in Klaus Mann, "André Gide und die Krise des modernen Denkens", 24).

1929 erscheint sein Roman Die Schule der Frauen, der 1930 von Robert und 1936 von Geneviève zu einem literarischen Triptychon erweitert wird. André Gide nimmt hier thematisch Kurs auf die bürgerliche Ehe und die Emanzipation der Frau. Zunächst erzählt Éveline in Tagebuchform von ihrer gescheiterten Ehe. Als junges Mädchen verliebt sie sich in den selbstbewussten und autoritären Robert, den sie gegen den Wunsch ihrer Eltern heiratet. Im Lauf der Jahre schwindet ihre Bewunderung für Robert, von dem sie sich zunehmend bevormundet und eingeengt fühlt. Enttäuscht über diverse Vertrauensbrüche entfernt sich Éveline emotional immer weiter von ihrem Mann, den sie zuletzt sogar verlässt.

Robert kommt im zweiten Teil zu Wort. Er verteidigt sich gegen die Vorwürfe, die seine Frau -- nun öffentlich -- gegen ihn erhoben hat. Der konservative Robert sucht den Grund seiner gescheiterten Ehe mit Éveline in ihrer mangelnden Religiosität, dem schlechten Einfluss falscher Freunde und vor allem in der für eine Frau unangemessenen Renitenz. Ihm fehlt jedes Verständnis für Évelines Emanzipationswunsch und er bleibt selbstgerecht und ohne jeden Wunsch, sich und seine Rolle als Mann zu reflektieren, bei seinem altmodischen Frauenbild. Im dritten Teil nimmt ihre gemeinsame Tochter Geneviève Stellung. Sie ist es, die aus feministischen Beweggründen für eine Veröffentlichung des Tagebuchs ihrer Mutter gesorgt hat, das "für manche junge Frau von Nutzen sein könnte" (9). Ihre Kompromisslosigkeit und ihre lesbischen Tendenzen machen sie zum Symbol einer neuen Generation von Frauen, die die patriarchalen Regeln bürgerlichen Eheglücks bewusst brechen.

André Gide befand sich, als er an Die Schule der Frauen arbeitete, in einer schriftstellerisch schwierigen Phase und hatte Probleme, das Werk fertig zu stellen. Das merkt man dem Text an, der sicher nicht das Beste ist, was unter dem großen Namen Gide erschienen ist. Die Schule der Frauen schleppt sich trotz seines bemerkenswert modernen Inhalts so dahin. Richtig Spaß macht bei diesem Buch eigentlich nur das emanzipatorische Interesse des männlichen Autors. --J. Hager

Pressestimmen

"Ein scharfzüngiges Manifest für die Frau. Doch bei allem Engagement zum Thema 'Emanzipation' geht Gide nie der Charme aus. Schon allein die Komposition ist äußerst reizvoll... Darüber hinaus jedoch besticht Gide durch seinen überaus eleganten Stil, in dem Einfachheit und Ironie sich raffiniert brechen." (Norddeutscher Rundfunk)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von E. Diel
Format:Taschenbuch
Gides schmaler Roman, den er laut Klaus Mann in einer depressiven Stimmung schrieb, büßt destotrotz nicht das Genie anderer Werke ein.
Wirklich brilliant ist zunächst die Komposition; ein Tagesbuch einer von ihrem bigotten Gatten enttäuschten Frau, anständig, brav, ganz den Konventionen ihrer Zeit entsprechend. Darauf folgt die verbitterte und zerschmetternde Antwort des Gatten, der sich beleidigt verteidigt und dann am Ende großmütig seiner ach so irregeleiteten Frau christliche Gnade gewährt. Als letztes folgt ein Brief der gemeinsamen Tochter Geneviéve, die im Gegesatz zu ihrer Mutter schon sehr emanzipiert ist, ein Musterkind der zwanziger Jahre. Sie wiederum berichtet von sich und ihren Erfahrungen. - ganz leblos und trocken, kündigt sie an. Jedoch liest sich all das fantastisch. Es ist ein faszinierendes Zeitpoträt. Mit all seinem "psychologischem Scharfsinn" (Zitat aus der Begründung des Nobelpreises;)) beschreibt er das Innenleben dieser grundverschiedenen Menschen, ihre Impressionen und Empfindungen und schafft es, kein Gut und Böse darzustellen, nicht Engel und Teufel zu zeichnen, sondern einfach nur Menschen. Zudem sehr unterhaltsam und nicht ganz so komplex wie andere Gide-Romane, aber ebenso gelungen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
revolutionär 15. Januar 2010
Von emubonn
Format:Taschenbuch
Abgesehen davon, dass Gide für mich einer der besten Autoren überhaupt ist, ist das Buch wirklich faszinierend, nicht nur, wenn man bedenkt, in welcher Zeit es geschrieben wurde (ich habe es im nachlass meiner Oma, Jahrgang 1906, gefunden und musste doch sehr schmunzeln, dass sie es gewagt hat, so etwas zu lesen).
Aber im Grunde ist der Text, die Darstellung der "männlichen" gedankenwelt nach wie vor sowas von aktuell - auch wenn das natürlich keiner mehr zu sagen wagt.
Unbedingt lesen!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Brilliant 14. Juni 2005
Von Udo Kaube
Format:Taschenbuch
Normalerweise langweilt mich französische Literatur zu Tode, aber durch Gide musste ich mich belehren lassen, dass auch links des Rheins Bücher erscheinen, die nicht nur über hunderte von Seiten Beziehungsprobleme zerkauen.
"Die Schule der Frauen" ist ein brilliant geschriebener, intelligenter und fesselnder Text über die Scheinheiligkeit unserer männlich geprägten Gesellschaft und der dadurch entstehenden Unterdrückung der Frau.
Der kühne Aufbau des Buches und die elegante, klare Sprache verhindern, dass das Thema zu einem langweiligem, gesellschaftskritischem Manifest verkommt.
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