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Produktinformation
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»Sagen Sie, der wievielte Abklatsch unsres großen Staatsmannes bin ich eigentlich? Der dritte oder der vierte?«
Vier anonyme Drahtzieher präsentieren dem Volk einen Diktator, der in Wahrheit nichts anderes ist als ein von ihnen gelenktes Werkzeug. Um nicht etwa durch Attentate oder plötzlich auftretende Launen ihrer menschlichen Marionette in Verlegenheit zu geraten, gründen sie eine Schule, in der entsprechender Ersatz und Nachwuchs gedrillt wird. So kann - vom Volk unbemerkt -ein Diktator gegen den nächsten ausgetauscht werden, sobald er die Erwartungen seiner Hintermänner nicht mehr erfüllt. Unter den »Austauschdiktatoren« befindet sich allerdings ein getarnter Freiheitskämpfer. Eines Tages ist die Reihe an ihm, den Posten des Führers zu übernehmen.
»Erich Kästner war ein wehmütiger Satiriker und ein augenzwinkernder Skeptiker. Er war Deutschlands hoffnungsvollster Pessimist und der deutschen Literatur positivster Negationsrat. War er ein Schulmeister? Aber ja doch, nur eben Deutschlands amüsantester und geistreichster. Er war ein Prediger, der stolz die Narrenkappe trug.« Marcel Reich-Ranick
Walter Trier, der Prager Zeichner, Karikaturist und Kinderbuchillustrator lebte von 1890 bis 1951. Insgesamt dreizehn Bücher von Erich Kästner hat er mit seinen unvergesslichen Bildern ausgestattet.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auch heute noch aktuell!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Schule der Diktatoren: Eine Komödie in neun Bildern (Sondereinband)
Erich Kästner ist bei den deutschsprachigen Lesern jeden Alters wohl am ehesten für seine Kinder- und Jugendbücher bekannt, die zu einem großen Teil bereits mehrfach vertont und verfilmt wurden. Hierzu zählen etwa „Das fliegende Klassenzimmer", „Emil und die Detektive" und „Das doppelte Lottchen". Nicht weniger unterhaltsam, aber literarisch anspruchsvoller und daher für einen älteren Leserkreis gedacht, sind seine tollen Komödien (z.B. „Drei Männer im Schnee") und Bühnenstücke.In „Die Schule der Diktatoren" hält er einer faschistischen Staatsform in vergnüglicher Weise einen Spiegel vor. Eine Gruppe anonymer Hintergrundmänner regiert das Volk eines Landes, indem es ihnen einen Diktator vorsetzt, der in Wirklichkeit nichts anderes ist als ihr willenloses Werkzeug. Nun sind ja Diktatoren beim Volk meistens nicht besonders beliebt und daher ständig der Gefahr ausgesetzt, Opfer eines Attentats zu werden. Die vier „wahren" Herrscher wollen dieser Möglichkeit vorbeugen und gründen dazu eine „Schule der Diktatoren", in der Doppelgänger des einen Diktators herangezüchtet und ausgebildet werden, damit sie im Falle eines Attentats sofort in die Bresche springen und das Volk mit eiserner Hand weiterregieren können, als ob nichts geschehen wäre. In dieser Weise wollen sie auch dem Fall vorbeugen, daß einem der „Diktatoren" seine Macht zu Kopfe steigt und er sich in den Kopf setzt, seinen Chefs nicht mehr gehorchen zu müssen. Zum großen Unglück der vier Drahtzieher befindet sich nun unter den Nachwuchsdiktatoren ein getarnter Freiheitskämpfer. Als dieser im Rahmen der Nachfolgeregelung „an die Macht" kommt, bricht das Chaos los ... Das Stück „Die Schule der Diktatoren" ist eine Komödie, die durch ihren ernsten Hintergrund manchmal bewirkt, daß einem das Lachen im Halse stecken bleibt. 1957 in München uraufgeführt, ist sie immer noch aktuell und sehr unterhaltsam zu lesen!!! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Immer noch aktuell,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Schule der Diktatoren: Eine Komödie in neun Bildern (Sondereinband)
Kästner, der während des Dritten Reichs einige Male verhaftet wurde und seine Werke nicht veröffentlichen durfte, setzt sich in diesem Stück mit dem Scheitern des Widerstandes in einem totalitären Staat auseinander. Er zeigt, wie dort Individualität und Menschlichkeit systematisch zerstört werden. Ein alter Hut? Nein, wirklich nicht. Das gute und schreckliche an diesem Stück ist, dass es nicht an Aktualität verliert. In der Zeit des Nationalsozialismus, während seines Schreibverbots, hatte Kästner bereits die Idee zu dem Theaterstück. Natürlich konnte es zu dieser Zeit nicht veröffentlicht werden. Erst am 25. Februar 1957 wurde es in den Münchner Kammerspielen uraufgeführt. Thema ist die Austauschbarkeit des Diktators. Denn die Drahtzieher des Terrors (Kriegsminister, Premier, Stadtkommandant) treten gar nicht selbst als Herrschende in Erscheinung. Sie haben die Macht, der Diktator die Öffentlichkeit. So verheimlichen sie ihrem Volk, dass der Diktator bereits einem Attentat zum Opfer gefallen ist und setzen einen Doppelgänger an dessen Stelle. Und da man mit mehr Attentaten und Unfällen rechnen muss und die Herren ihre Macht nicht verlieren möchten, richten sie eine "Präsidentenfabrik", nämlich eine Schule der Diktatoren ein, in der 14 Doppelgänger dressiert werden und die richtigen Bewegungen und die richtigen Worte lernen. Der Diktator ist somit austauschbar, auch im Falle einer eigenen Meinungsbildung. Den politisch entmündigten Bürgern werden immer neue Imitationen vorgesetzt, willenlose Marionetten, die bei offiziellen Anlässen und Staatsakten auftreten. Doch einer der Diktatorenschüler, Doppelgänger Nummer 7, versucht gegen den Zustand zu rebellieren. Er beseitigt zwar die alte Diktatur, aber nur um eine neue zu etablieren. Als er über alle Rundfunkanstalten die neue Freiheit proklamiert, spricht er in tote Leitungen. Ein Handgriff reicht aus, um seine revolutionären Worte vom Tonband zu löschen. Nummer 7 wird ermordet. Das von Kästner als "Komödie" bezeichnete Stück ist alles andere als komödiantisch. Es ist eine Groteske, die die obszönen Tiefgründe der Macht deutlich kennzeichnet. "Die Schule der Diktatoren" wurde mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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