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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zwischen den Welten,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Schuld des Tages an die Nacht (Gebundene Ausgabe)
Younes wächst im algerischen Hinterland auf, in den Dreissiger Jahren. Dann zieht die Familie nach Algier, dort soll alles besser werden, aber es wird schlimmer. Sie landen in einem Slum, mit Schule ist nichts, dafür gibt es Jugendbanden und Gangster.Doch dann adoptiert der Onkel den Jungen. Der ist Apotheker, mit einer Französin verheiratet und jetzt geht Jounes auf die französische Schule. Dort gibt es nur noch einen anderen Araber, jetzt nennt ihn jeder Jonas und er passt sich an das europäische Kolonialleben in Algerien an. Die Vorurteile gegen Araber überhört er. Später ziehen sie nach Rio Salado, einem kleinen Ort, in dem fast nur Franzosen wohnen. Die Araber sind Bedienstete und leben außerhalb und Hüttenquartieren. Rio atmet die Luft des kolonialen Algerien, Jonas passt sich an. Er findet Aufnahme in eine Clique von Algerienfranzosen. Alles scheint friedlich, doch die Ruhe trügt. Denn der Onkel ist Intellektueller, er interessiert sich für algerische Geschichte und die algerische Unabhängigkeitsbewegung. So etwas sieht die französische Kolonialverwaltung nicht gerne und der Onkel macht Bekanntschaft mit der Polizei. Auch sonst gärt es unter der Oberfläche, an der alles friedlich, mediteran und glücklich aussieht. Die Araber wollen nicht länger Menschen zweiter Klasse sein, die Algerienfranzosen fühlen sich als einheimische Elite, deren Heimat Algerien ist. Haben nicht schon ihre Urgroßeltern hier gelebt? Bald bricht der Unabhängigkeitskrieg aus, kämpft jeder gegen jeden und Jonas steht zwischen den Stühlen. Khadra hat wieder einen Roman über Algerien geschrieben, diesmal über das koloniale Algerien und den Unabhängigkeitskrieg. Erstaunlich, wie gut er die französische Kolonialatmosphäre schildern kann, das Flair von Camus, von französischer Lebensart, den Leser in diese Welt versetzt. Auch wie liebevoll er dies tut, nur langsam erahnt der Leser, was unter der Decke brodelt. Sein Protagonist Jonas alias Younes steht zwischen den Fronten und kann sich für keine entscheiden. Beide Seiten werden zunehmend brutaler, Pardon wird keins mehr gewährt und schließlich endet alles damit, dass die Algerienfranzosen gehen müssen und Algerien unabhängig wird. Ein poetisches, faszinierendes Buch, das den Leser lange nicht mehr loslässt. Khadra war immer schon ein Autor, der ebenso liebevoll wie auch schonungslos ehrlich seine Heimat porträtiert hat. Hier hat er ein Meisterwerk vorgelegt, Sprache, Geschichte, Personen bilden eine Einheit, wie der Leser sie nur selten geboten bekommt. Und das Buch bringt uns Algerien und seine wechselvolle Geschichte näher. Dazu eine Liebesgeschichte, genauso vergeblich wie die des kolonialen Algerien, zwei Königskinder, die zusammen nicht kommen können - und doch hebt er sich einen ganz besonderen Schluss für beide auf und auch für die anderen Personen seines Romans. Kein Zweifel, dass Khadra einer der ganz großen Erzähler der Welt ist. (C) Hans Peter Roentgen Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Roman, der vieles hinterlässt,
Rezension bezieht sich auf: Die Schuld des Tages an die Nacht (Gebundene Ausgabe)
Ich bin durch einen Zufall an dieses Buch geraten und wusste gar nicht so recht, auf was ich mich da eigentlich einlasse. So, als sitze man schon im Kinosessel und wisse nicht, welcher Film gleich anlaufen wird. Ich habe gerade die letzte Seite gelesen und ich bin noch ganz aufgewühlt von diesem Sog, den dieses Buch in mir ausgelöst hat. Das Buch liest sich unwahrscheinlich schnell.Erinnert hat es mich vom Stil ein wenig an den "Drachenläufer". Die ganze Stimmung und der Aufbau, also die Idee einer Geschichte ist sich sehr ähnlich. Und trotzdem steht dieses Buch natürlich ganz für sich und es hat mich unheimlich berührt. Die Sprache ist einfach wunderbar, so bildhaft, so stark, so klar. Die Wortwahl für so manche Gefühle hat mich sehr begeistert. Also, auf jeden Fall ein Buch, das man lesen sollte. Wieder ein Buch, das über eine einzelne Geschichte über einen Jungen, der zu einem Mann wird, eine große Geschichte eines Landes erzählt. Man taucht ein in eine Welt, die man so einfach nicht mehr hinnehmen mag. Und trotzdem ist es an so vielen Orten unserer Erde immer wieder das gleiche Tun, dieser Hass, dieses Aufbauschen, dieses nicht Verzeihen können. Dieses Buch ist eine Hommage an das Verzeihen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wunderbarer Roman mit einer berührenden Lebensgeschichte, die als Sozialgeschichte Algeriens erzählt wird,
Von Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 10 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Die Schuld des Tages an die Nacht (Gebundene Ausgabe)
Einige Männer sitzen in der Rahmenhandlung des vorliegenden Romans in der südfranzösischen Stadt Aix - en Provence zusammen und erinnern sich an früher, an ihre Zeit in Algerien. Allesamt sind sie ehemalige "pied noirs", Algerienfranzosen, die in den 60-er Jahren im Zusammenhang des Algerienkriegs ihre Heimat verlassen mussten. Unter ihnen ist Younes, dessen Geschichte Yasmina Khadra in der Folge erzählt.Younes wächst unter sehr kargen und ärmlichen Bedingungen in Algerien auf. Sein Vater hat all sein Kapital investier, Schulden gemacht, doch eine reiche Ernte kündigt sich an und er ist froher Erwartung. Doch dann trifft ihn das Unglück hart, die Ernte ist verloren und vernichtet, und auch wenn der Vater danach arbeitet bis er nicht mehr kann, die Familie leidet Not. Schließlich wird Younes von seinem Vater zu seinem Bruder gebracht , der als wohlhabender Apotheker im europäischen Teil der Stadt Rio Saldo lebt. Er und seine Frau sind kinderlos geblieben und freuen sich über den Jungen. Sie nennen ihn jetzt Jonas und Jonas ist zunächst unglücklich und vom unbekannten neuen Luxus überfordert. Doch bald hat er sich daran gewöhnt. Dennoch ist das Leben des heranwachsenden jungen Mannes, so wie Khadra es meisterhaft schildert, geprägt von der Zerrissenheit seines Landes und auch der furchtbare Krieg holt Jonas ein. Alle seine Freunde sind Christen oder Juden, er denkt und lebt wie sie, doch tief in seinem Herzen fühlt er wie ein Muslim. Wem gehört sein Land ? Und wohin gehört er ? Das sind Fragen, die Jonas sein Leben lang begleiten, bis auf den Platz in Aix- en - Provence, wo er mit anderen über sein Leben nachdenkt. Ein Leben mit zerbrochenen Freundschaften und einer unerfüllten tragischen und großen Liebe. Ein wunderbarer Roman mit einer berührenden Lebensgeschichte, die als Sozialgeschichte Algeriens erzählt wird. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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