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Die Schrift: 4 Bände
 
 
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Die Schrift: 4 Bände [Taschenbuch]

Martin Buber , Franz Rosenzweig
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Verdeutschung der hebräischen Bibel, des Alten Testaments, durch Martin Buber und Franz Rosenzweig ist eine sprachschöpferische Leistung, die das Original so genau wie möglich in der deutschen Sprache nachbildet. Der zwischen 1954 und 1962 neu bearbeitete Text berücksichtigt die letzten Änderungen Bubers in seinen Arbeitsexemplaren.

Über den Autor

Martin Buber (1878-1965), Religionsforscher, Religionsphilosoph und Schriftsteller, gehört zu den führenden Persönlichkeiten des Judentums im 20. Jahrhundert und des jüdisch-christlichen Dialogs.
Geboren in Wien, aufgewachsen in Lemberg, studierte er Philosophie, Germanistik, Kunstgeschichte und Psychologie in Wien, Berlin, Leipzig und Zürich. 1924-1933 war er Professor für Allgemeine Religionswissenschaft in Frankfurt a.M. Buber, der sich früh dem Zionismus angeschlossen hatte, wanderte 1938 nach Palästina aus und lehrte an der Hebräischen Universität von Jerusalem Sozialphilosophie. Nach dem 2. Weltkrieg war er einer der wenigen ehemals deutschen Juden, die in der Öffentlichkeit wieder eine Brücke zu Deutschland zu schlagen versuchten.Franz Rosenzweig (1886-1929) war Philosoph und Historiker und lehrte zu Beginn der zwanziger Jahre im Freien Jüdischen Lehrhaus in Frankfurt/M.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
135 von 136 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "uid1000"
Format:Taschenbuch
Martin Buber hat zusammen mit Franz Rosenzweig, beide jüdische Theologen, den Versuch unternommen, den hebräischen Urtext der Bibel möglichst genau und sorgfältig ins Deutsche zu übertragen. Das Ergebnis ist ein melodisch und rhythmisch wunderbar klingendes Deutsch, großartig geeignet, wie die Übersetzer auch beabsichtigten, zum Sprechen und Vortragen. Die einmalige, vor ungebräuchlichen oder neuzubildenden Worten nicht zurückschreckende Sprache erschließt sich am besten beim deklamieren.

Wer sich mit dem alten Testament beschäftigt hat, seine Bibel ein wenig kennt und weiß, welche Bedeutung diesen Texten zukommt, der wird sich durch die ungewöhnliche Sprache in ganz neuen Dimensionen des Verstehens bewegen können, Zusammenhänge des hebräischen Textes durch Wortwiederholungen, Alliterationen und ähnliche sprachliche Feinheiten -- vor allem im Pentateuch, in den fünf Büchern Mose -- in dieser Übersetzung zum ersten Mal neu erkennen und deuten können.

Wer sich zum ersten Male mit der Bibel beschäftigen möchte, dem wird diese Übersetzung wahrscheinlich eher fremd bleiben, gar abstoßend wirken. Für den Erstkontakt mit der Heiligen Schrift dreier Jahrtausende sind andere Übertragungen, wie die Gute Nachricht (Bibel in heutigem Deutsch) besser geeignet, verständlicher und leichter lesbar um den Preis des Verlustes mancher sprachlicher Brücken zwischen Texten.

Diese Übersetzung ist die ergreifendste AT-Übertragung, die ich kenne, deshalb fünf Sterne, aber, wie erwähnt, unter der Voraussetzung einiger Bibelkenntnis. Deswegen nicht uneingeschränkt empfehlbar -- vier Sterne.

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72 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Texte lassen sich nie aus einer Sprache in eine andere übersetzen. Alle Versuche, sind Übertragungen, die Wert darauf legen, ganz bestimmte Charakteristika des Textes zu vermitteln. Soll der INHALT möglichst genau wiedergegeben werden? - Die LYRISCHE GESTALT des Textes? - Der "KLANG" des Textes oder von Schlüsselwörtern?

Der Übersetzer muss Schwerpunkte setzen. Und dies muss verantwortungsvoll geschehen, und das umso mehr, wenn es um die von Juden und Christen gemeinsam bekannte "Heilige Schrift" geht. Die traditionellen Übersetzungen gehen vom hebräischen Text aus und übersetzen die Inhalte ins Deutsche. Vieles an sprachlichen und literarischen Mitteln, die im Hebräischen der Schrift ihren literarischen Wert geben, geht hierbei verloren. Die hebräische Schrift wird europäisiert und ist damit für uns Deutsche gut lesbar.

Martin Bubers und Franz Rosenzweigs Übersetzung macht es uns da nicht so leicht: sie nimmt das hebräisch-literarische ernst und entführt uns wieder in die Heimat der Schrift. Sie eröffnet uns die Schrift als Literatur und es gelingt, unübersetzbare Wendungen dem aufmerksamen Leser verständlich zu machen. Wer noch näher am Originaltext die Schrift lesen will, muss wohl Hebräisch lernen.

Natürlich liegt keine Übersetzung für "Anfänger" vor - da würde ich andere (jüdische) Übertragungen empfehlen. Aber für neugierige "Bibelentdecker" bietet sie die Möglichkeit, in eine andere (sprachliche, kulturelle, literarische) Welt einzutauchen.

Für alle, die es genauer interessiert, skizziere ich einige Impulse kurz an den ersten Versen der Schrift, Gen 1,1-4a. Wer mag, kann sich ja einmal durch die Kommentare durchkämpfen. Es zeigt sich dort: in der ökumenischen "Einheitsübersetzung" ist der Text korrekt widergegeben und es ist dort vieles dem deutschen Ohre geläufiger. Sie übersetzt die Schrift "deutsch" ins Deutsche. Buber und Rosenzweig übertragen die Schrift "hebräisch" ins Deutsche. Ein Anspruch? Ja! Aber: einer, der sich lohnt.

Jörg P. Belden
Diplom-Theologe (röm.kath.)

---

Als Beispiel anhängend die ersten Verse der Heiligen Schrift kommentiert

EI: Einheitsübersetzung (Die Bibel. Einheitsübersetzung. 1980; Katholische Bibelanstalt, Stuttgart 2004.)
BR: Buber/Rosenzweig

Gen 1,1
BR: Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.
EI: Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde;
a. Der Artikel (DEN Himmel, DIE Erde) ist im Hebräischen eine kurze Vorsilbe und kann auch, wie in EI, weggelassen werden.
b. Im Hebräischen ist der Vers abgeschlossen. Das Semikolon der EI klingt im westlichen Denken mit: "Hebräisch" muss ein Punkt gesetzt werden.

Gen 1,2
BR: Die Erde aber war Irrsal und Wirrsal.
Ei: die Erde aber war wüst und wirr,
- Irrsal und Wirrsal, wüst und wirr: Tohu vavohu ("Tohuvabohu") im Hebräischen.
- Das "va" heißt "und",
- "tohu" bedeutet "etwas wüstes" - oft bildlich benutzt.
- Die Bedeutung von "vohu" ist nicht geklärt (evtl "etwas leeres"?); das Wort tritt in der Schrift aber immer gemeinsam mit "tohu" auf.
- Hier ahmen BR gekonnt den Klang der Wörter, das Wortspiel, mit "Irrsal und Wirrsal", nach.
- Sie benutzen dabei deutsche Wörter, die ebenso vage und ungeklärt sind, wie die entsprechenden Wörter im Hebräischen Text.

BR: Finsternis über Urwirbels Antlitz.
Ei: Finsternis lag über der Urflut,
a. "über ... Antlitz": Die hebräische Wendung "al-pnej" wird geläufig mit "über" übersetzt, es steckt aber im zweiten Teil das hebräische Wort "Antlitz, Gesicht" mit drin. Dieses steht eng zusammen mit dem "Urwirbel/Urflut". "Über der Urflut" ist inhaltlich korrekt, aber sprachlich viel zu kurz.
b. "lag" (EI): Wieso fügt die EI das Verb "lag" ein?
- Im Hebräischen sind Nominalsätze ohne Verb sehr geläufig.
- Im Deutschen muss man aber ein Verb in den Satz einfügen.
So kann man im Deutschen übersetzen mit "war über..." oder mit "lag über der U." (EI)
- Im Hebräischen liegt eine "reine Prädikation" also ohne Verb vor, wie bei "BR"

BR: Braus Gottes schwingend über dem Antlitz der Wasser.
EI: und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.
- Im Hebräischen ein Nominalsatz mit Partizip ("schwingend, schwebend"). EI setzt dies in eine Zeitform ("schwebte").
- Wieder al-pnej ("über", eigentlich "über dem Antlitz").

Gen 1,3
BR: Gott sprach: Licht werde! Licht ward.
EI: Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.
- Es steht im hebr. Text: "Es werde Licht, und es wurde Licht."
- Die Einheitsübersetzung ist, wie sonst auch, inhaltlich korrekt.
- Allerdings hört sich die Wendung im Hebräischen viel kürzer, fast wie ein "Slogan" an: "Jehi 'or, vajehi 'or".
- Wer genau hinhört, kann im Klang vernehmen: "Jehi 'or vajehi 'or" - "Licht werde! Licht ward."

Gen 1,4a
BR: Gott sah das Licht: daß es gut ist.
EI: Gott sah, daß das Licht gut war.
- Wörtlich liest es sich etwa so: Gott sah das Licht, dass gut.
- Der Satz ist so un-, ja missverständlich. Ganz klar besteht er aus zwei Teilen:
1. "Gott sah das Licht" (Verbalsatz)
2. "dass (es) gut (ist)" (Nominalsatz).
- Diese Zweiteilung macht "EI" nicht mit. Sie zieht beide Sätze zu einem zusammen. Bei BR finden wir beide Sätze, die ihr eigenes Gewicht haben.
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43 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Naturgemäß kann der Inhalt der Bibel nicht revidiert oder verändert werden. Für den Gläubigen Menschen, dem die Bibel Wort des lebenden Gottes ist, steht dies außer Zweifel.

Wohl aber kann der Inhalt der Bibel tranportiert und zugänglich gemacht werden. Als Beispiel gelten die zahllosen Übersetzungen und Übersetzungversuche. Luthers Übersetzung war das erste Geschenk an die deutsche Sprache. Noch heute - nach vielen, zu vielen Überarbeitungen - klingt Luther wie das Bibeldeutsch schlechthin.

Buber und Rosenzweig nun haben die hebräische Bibel, also unser altes Testament, nicht übersetzt, sonder verdeutscht. Sie haben die Quadratur des Kreises, die Hebräische Sprache in die Deutsche Sprache umzusetzen, fertig gebracht. Sie haben die schier unüberbrückbare Kluft zwischen einer semitischen und germanischen Sprache überbrückt, in dem sie sich die poetische Vielfalt unserer Sprache in allen möglichen Variationen zu Nutze machten. Durch diesen "Trick", den nur perfekte Kenner der deutschen Sprache anwenden können, haben sie eine neue Bibelwelt, ein neues "Bibel-erleben-können" geschaffen. Die Ganze Macht und Kraft des biblischen Wortes wird spürbar und erfahrbar. Und sie haben unserer Sprache ein zweites Geschenk gemacht, indem sie unser Deutsch zur Bibelsprache machten.

Man wünscht sich ebenso begnadete Dolmetscher für das Neue Testament.

FH Möllmann
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