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Die Schrecken des Paradieses: Wie lebenswert wäre das ewige Leben? [Broschiert]

Esther Vilar
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 13,00 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

März 2009
Die Unausweichlichkeit des Todes hat die Menschen seit je umgetrieben und nach Antworten suchen lassen auf die Frage, was denn nach dem Leben komme.

Wird oft zusammen gekauft

Die Schrecken des Paradieses: Wie lebenswert wäre das ewige Leben? + Der betörende Glanz der Dummheit + Der dressierte Mann. Das polygame Geschlecht. Das Ende der Dressur
Preis für alle drei: EUR 40,90

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Produktinformation

  • Broschiert: 139 Seiten
  • Verlag: Alibri; Auflage: Überarbeitete Neuauflage. (März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865690467
  • ISBN-13: 978-3865690463
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 13,4 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 278.376 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Esther Vilar, geb. 1935 in Buenos Aires. Ihr Buch 'Der dressierte Mann' erregte 1971 große Aufmerksamkeit und machte sie als Schriftstellerin bekannt. In ihren folgenden Sachbüchern griff sie immer wieder kontrovers diskutierte Themen auf.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Paradies ' eine Horrorvorstellung 4. Juli 2009
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Mit der Aussicht und dem Versprechen eines späteren ewigen Lebens im Paradies beziehungsweise der Drohung ewiger Verdammnis in der Hölle zwingen alle bedeutenden Religionen, ganz vorne Christentum und Islam, ihre Anhänger zu einem gott' und kirchengefälligen Leben hier auf Erden. Daß eine solche Aussicht, mit der diese Gläubigen von der Wiege bis zum Sterbebett bearbeitet werden, sie auch formt, besser wäre hier zu sagen 'seelisch und geistig verkrüppelt', das ist nicht das vordergründige Anliegen Esther Vilars in diesem Buch. Über die Konsequenzen des Heilsversprechens finden sich in der Geschichte der Menschheit übergenug schreckliche Beispiele.

Esther Vilar trifft die Annahme, daß die in den monotheistischen Religionen dieser Welt getroffenen Aussagen zu Gott, allwissend und allgütig, und zum Leben nach dem Tod im Paradies, ewig, friedlich und ohne materielle Not, zutreffen. Mit der Annahme eines allmächtigen und allgütigen Gottes kann es einfach keine Hölle geben. Denn für den Sünder hier auf Erden ist eben dieser allmächtige Gott verantwortlich und mit seiner sprichwörtlichen Güte kann er ihn doch gar nicht in der Hölle schmoren lassen, noch dazu ewig. Dann beschreibt sie das ewige Leben im Paradies. Wer kann das aushalten, Ewigkeiten auf Ewigkeiten, Sex und Essen und Reisen und Sport und Kunst und Kultur? Ohne jemals ein Ende, ein Ziel zu finden? Schon Nietzsche hatte seinen Horror vor der ewigen Wiederkehr. Wenn uns Vilar die Beispiele des ewigen Seins serviert und beschreibt, wenn sie darlegt, wie aus ewiger Lust Überdruß wird, dann wäre Tod die Erlösung.
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47 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
'Esther Vilar malt mit schonungsloser, atemberaubender Konsequenz aus, wie lebenswert das ewige Leben wäre. Da nach ihrer Einschätzung ca. 95 Prozent der Menschheit an ein Leben nach dem Tode, an ein ewiges Leben, glauben, lohnt es sich durchaus, dieser Frage einmal nachzugehen.

Grundlage von Vilars Argumentation ist die Todesangst jedes Menschen, die so selbstverständlich ist, dass sie kaum je thematisiert wird. Allerdings führt diese Todesangst uns Menschen in diverse 'Überlebensversicherungskonzerne', die ihren Anhängern diesseitig viel Zeitaufwand und Energie abfordern, um jenseitig mit 'möglichst umfassenden Komfortgarantien anzutreten'. Nicht nur das: Die Überlebensfachleute verlangen, dass wir mit allem zahlen, was wir besitzen, 'mit unserer Individualität, unserer Freiheit, unserer Freude am Leben', und dafür sollen wir gelegentlich auch andere töten, die nicht Mitglied unseres speziellen Überlebenskonzerns sind. Unsere Lebenswelt ist also, meint Vilar, ein 'gigantisches Narrenhaus', in dem wir in ständiger, berechtigter Sorge vor religiös bedingten Lebensverkürzungen unser Dasein fristen.
Und wofür? Für die unbescheidenste aller Annahmen, diese phänomenale Selbstüberschätzung, man sei zu wertvoll, um zu vergehen!

Das Paradies ist schließlich anthropozentrisch, denn es soll ja vorstellbar sein und unseren hausbackenen Wünschen entsprechen. Denn wir erträumen uns ja mehr oder weniger das, was wir schon auf Erden ersehnten. 'Alles wie daheim, nur eben viel, viel schöner.'
Gott existiert dort, klar -' gehen wir doch konsequenterweise für dieses Gedankenspiel davon aus, dass eine Prämisse, die nicht wahr sein kann, der Überprüfung halber doch wahr ist. Beiläufig zerpflückt Vilar auf ihrem Weg durch das Paradies die eine und die andere religiöse Anmaßung ('Obwohl das Verb glauben eine Umschreibung für nicht wissen ist, tut man stets so, als wisse man alles').
Und so präsentiert uns Esther Vilar eine überraschende Wendung nach der anderen. Gott ist lieb, allwissend und allmächtig, denn ein ohnmächtiger, uninformierter, cholerischer Gott wäre ja ein Wesen wie man selber. Das Jüngste Gericht verläuft grundanders, als man landläufig denkt. Gerechtigkeit bezieht sich auf Geschlecht, Alter, Aussehen, Besitz, Gesundheit. Die Engel sind tugendhaft und gut, Sex hat man, mit wem man will, Eifersucht gibt es nicht '- im Paradies, als Engel, ist man endlich frei! Es gibt nichts mehr, wofür sich zu kämpfen lohnte. Das Paradies ist perfekt.
Weshalb der Fromme irgendwann 'seinen Herrgott auf Knien bäte, (das Paradies) wieder abzuschaffen', ist ein derart intellektuelles und die Lachmuskeln anregendes Vergnügen, das man es sich auf jeden Fall gönnen sollte!
Doch damit nicht genug: Esther Vilar zeigt uns einen Weg, wie wir uns ein Paradies auf dieser Welt schaffen können, ein Paradies, welches bislang zu einem guten Teil an jenen scheitert, 'die an ein Paradies im Himmel glauben und alles tun, um eines Tages dort zu leben.' Sie untersucht verschiedene philosophische Richtungen ' Epikureismus, Buddhismus und Stoizismus ' in Bezug auf ihre Brauchbarkeit als Sterbensangsttherapie und entwickelt schließlich einen eigenen Vorschlag, wie wir unser Leben so gut als möglich gestalten können.

Ein ethisch denkender Mensch darf sich keinesfalls einer Religion unterwerfen, die mit ewigem Höllenfeuer droht, wie Michael Schmidt-Salomon bereits in seinem Roman Stollbergs Inferno ausmalte. Deshalb, so formuliert er in seinem Nachwort, stellt Vilars Entwurf eines besseren und einmaligen Lebens für ihn eine 'Liebeserklärung an das Leben' dar.

Fiona Lorenz
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufkärung pur! 2. November 2010
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Ester Vilar nimmt hier einen zentralen Begriff der monotheistischen Religionen spielerisch, trotzdem gnadenlos auseinander und entlarvt ihn als eine Art indischen Gauklertrick, mit dem sich die antike Herrschaftskaste ihre Sklaven gefügig gemacht hatte. Dieser Begriff - das "ewige Leben" - erweist sich bei näherem Hinsehen aber als ein unausgegorener Komplex von allerlei Unlogik und einfältigem Wunschdenken, von einer allgegenwärtigen Todesangst diktiert, die die meisten Menschen um ihren klaren Verstand gebracht hat: wenn man diesen Begriff wörtlich nimmt, was die meisten offenkundig tun.

Somit konnten ihn die Religionen bis heute trefflich verwenden, um über die Manipulation der Vorstellungswelt ihrer Gläubigen ihre Macht und ihren Einfluss in der Welt zu verbreiten. Ohne diese Vorstellungswelt gäbe es weder Kreuzzüge noch Selbstmordattentäter.

Es ist wie beim Märchen von des Kaiser's neuen Kleidern: "...aber er hat ja gar nichts an!" rief das Kind in die jubelnde Menge und zeigte auf den nackten Kaiser. Esther Vilar spielt hier sozusagen die Rolle dieses Kindes beim Märchen vom "ewigen" Leben - aber lesen Sie selbst!

Diese kleine Schrift ist amüsant, entlarvend, brillant, logisch - kurzum, Aufklärung in bestem Sinne. Sie hat nur 140 Seiten, ist witzig und flüssig geschrieben, hat aber trotzdem Tiefgang. Eigentlich sollte sie zur Pflichtlektüre in jeder Schule werden!

Zur Erinnerung:
In der Bibel dient das "ewige Leben" in der Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies als Begründung für eine Strafaktion: Adam & Eva sollen nur ja nicht auch noch vom "Baum des Lebens" essen (die Früchte vom "Baum der Erkenntnis von gut & böse" hatten sie sich soeben einverleibt), auf dass sie nicht "würden wie Gott" - und "ewiglich leben"! Genau deswegen wurden sie aus dem "Paradies" hinausbefördert, und ein Engel mit einem "blanken, hauenden" Schwert soll ab dato eine mögliche Rückkehr unterbinden... (das Schwert stammt vermutlich aus den himmlischen Stahlwerken...)

Gemäß dieser Geschichte befürchtete also der "allmächtige" Gott, dass die Menschen das "ewige Leben" erlangen könnten, und er versucht, genau diese Möglichkeit mit allen Mitteln zu verhindern (obwohl Adam & Eva noch gar nicht auf eine derartige Idee gekommen waren) - das christliche Glaubensbekenntnis hinwiederum endet mit den Worten "...ich glaube...an die Auferstehung von den Toten und das ewige Leben".

Ein- und derselbe Nonsens ist also einmal brandgefährlich und der Boss höchstpersönlich ergreift gewaltige Präventivmaßnahmen dagegen, gleichzeitig ist er aber DIE zentrale christliche Glaubensvision...

(Hätte es ein "allmächtiger" Gott nicht in der Hand, alle Dinge ganz locker nach seinem Gusto so zu regeln, dass sie immer planmäßig perfekt und zu aller Zufriedenheit ausfallen müssten? Könnte es für ihn jemals einen Grund geben, irgendetwas zu befürchten oder gar zornig zu werden...??)
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