Das neueste Werk von Yalom erzählt von einem erfolgreichen Psychotherapeuten, der mit 65 Jahren erfahrt, dass er nur noch ein Jahr zu leben hat. Der Therapeut sucht jetzt die Antwort auf die Frage, ob er als Therapeut und als Mensch ein gutes, ein erfolgreiches Leben gelebt hat. Dabei nimmt er Kontakt zu einem ehemaligen Patienten auf, der sich vor 20 Jahren als völlig untherapierbar erwiesen hat, sich aber jetzt über die tiefe Auseinandersetzung vom Schopenhauers Werk selbst von seiner Sexsucht heilen konnte und nun seinerseits als "philosophischer Berater" arbeiten möchte, obwohl er völlig unfähig ist, mit anderen zu kommunizieren...
Der Roman erzählt von Angst, Eisamkeit, Tod, Sinnlosigkeit und Sinnhaftigkeit des Lebens und von Wegen, damit umzugehen, ohne zu verzweifeln.
Die Mischung aus plastischer Beschreibung der Funktionsweise einer Gruppentherapie einerseits und der Welt Schopenhauers, der einer der größten Philosophen der Geschichte gewesen ist, andererseits, machen das Lesevergnügen bei diesem Buch aus. Auch wenn die Sprache keinen hohen literarischen Wert hat, und die Figuren manchmal etwas hölzern wirken, weiß der Leser am Ende, wie eine Gruppentherapie und wie die Philosophie Schopenhauers grundsätzlich funktionieren.
Yalom gelingt es, zwei als spröde und theoretisch betrachtete Themen mit Leben zu fühlen, so dass der Leser zum Schluß über beide mehr wissen möchte.