Vielleicht habe ich zu hohe Ansprüche. Der Eindruck dieses Buches ist selbstverständlich mein ganz persönlicher subjektiver Eindruck. Ich habe bei Rüdiger Dahlke immer das Gefühl, dass er nie richtig auf den Punkt kommt und viele Beispiele finde ich einfach hohl und pseudowissenschaftlich. Viel Gerede, zahlreiche "Weltbeispiele" aus Politik und eigenen Anekdoten, denen es an Tiefe und Authenthizität fehlen wobei eine geweisse Tendenz an Überheblichkeit besteht. Natürlich sind die Gesetze richtig und sie sind auch richtig erklärt. Ich habe nochmal das Buch von Thorwald Dethlefsen "Schicksal als Chance" zum Vergleich herangezogen. Dieses Buch ist einfach rund, es ist kürzer und die gleichen Dinge sind in wenigen Sätzen auf den Punkt gebracht. Ich habe den Eindruck, daß Dethlefsen das eigentliche Orginal ist, der wirklich verstanden hat was er geschrieben hat und Rüdiger Dahlke das Gleiche, in seinem Stil, wesentlich umständlicher reproduziert. Das Lesen der Schicksalsgesetze hat mich ehrlich gesagt etwas gelangweilt obwohl die Thematik an sich hochinteressant ist. Das Layout ist schön gemacht, mit den kurzen Hauptaussagen am Rande aber inhaltlich viel Ästchen und Zweige, Nebenschauplätze, fragwürdige Vergleiche, die als unantastbare letze Wahrheit dargelegt werden. Er beschreibt z.B. das Uranus Prinzip anhand einer Geschichte eines ehemaligen Klienten, der unter Kleptomanie litt. Es wurde auf so skuriele Weise versucht irgendeine Geschichte in eines der Urprinzipien zu pressen, was irgendwie schräg und unvollständig anmutet. Dazu besteht überhaupt kein Erklärungsbedarf über die Pathologie, bzw. dass es sich überhaupt um eine Pathologie handelt. Es wirkt alles konstruiert und es stellen sich mehr Fragen als ich an Antworten erhalte. Es fehlt an den meisten Beispielen Hand unf Fuß, es ist kaum inhaltliche Tiefe oder wissenschaftliche Stichhaltigkeit zu erkennen obwohl es so scheint, als würde der Autor den Anspruch darauf erheben. Übrigens kommt "Sucht" nicht von "Suche" sondern von Siechen. Auch das Gleichnis des Lebensweges im Mandala ist nicht richtig dargestellt. Es geht nicht darum vom Punkt aus nur die Hälfte des mittleren Kreises zu erreichen (als Symbol der Welt) und dann wieder zum Punkt zurück zu kehren, zum Ursprung, sondern die Welt zu überwinden und den äußesten Kreis des Mandalas zu erreichen und damit die Welt zu überwinden und zu erkennen, dass alles Eins ist und alles auch Ich bin und der äußere Kreis gleichzeitig auch der innere Kreis ist und diesen mit einschließt. Die Rückkehr zum Mittelpunkt wäre die Regression. Dies wird auch im biblischen Mythos der Schöpfungsgeschichte vom verlorenen Paradies verständlich, dass es "keine zurück" mehr gibt und es das Los des Menschen ist, die Welt zu überwinden. Das Märchen von Dornröschen ist ziemlich eigensinnig interpretiert und muss für ein gedankliches Weltkonstrukt herhalten. Es fehlte mir auch hier irgendwie die Schlüssigkeit und der AHA-Effekt.
Mir persönlich hat das Buch daher insgesamt nicht sehr gefallen. Es ist eine Sammlung von Dingen, die bereits in den zahlreichen Veröffentlichungen abgehandelt wurden. Alle Bilder und viele kleine Geschichtchen kannte ich schon. Es ist aber vor allem der Schreibstil, also auch etwas sehr subjektives meinerseits.
Ich möchte das Buch nicht vereißen aber es ist fehlt mir der rote Faden, das Fundament und klare Aussagen. Die kleinen Anmerkungen an den Seiten geben das Wesentliche wieder, den restlichen Inhalt der Ausführungen empfinde ich einfach nur als viel BlaBla ohne Substanz. Mir ist aber wichtig zu betonen, dass Rüdiger Dahlke aber grundsätzlich zu den seriösen Esoterikern zählt und insgesamt sehr wertvolle und wichtig Gesetzmäßigkeiten beschreibt die bis heute noch revolutionär sind und dem alltäglichen Gedankengut und medizinischen Verständnis weit voraus sind. Rüdiger Dahlke ist nicht abgehoben und ein eigener Meilenstein. Grade deshalb habe ich mehr erhofft.