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Die Schaukel
 
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Die Schaukel [Gebundene Ausgabe]

Annette Kolb
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt (1995)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100400097
  • ISBN-13: 978-3100400093
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 12,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Annette Kolb
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Schaukel
OA 1934 Form Roman Epoche Moderne
In Die Schaukel, ihrem 1934 vollendeten autobiografisch geprägten dritten Roman, wirft Annette Kolb einen humorvoll-distanzierten bis leicht verklärten Blick auf ihre eigene Jugend und damit auf eine längst versunkene Epoche: die Münchner Gesellschaft in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.
Inhalt: Die Schaukel schildert ein knappes Jahr im Leben der deutsch-französischen, in der feinen Münchner Gesellschaft des Fin de Siècle verkehrenden Familie Lautenschlag und rundet in einigen Rück- und Vorausblicken das Schicksal der Romanfiguren ab, die Züge von Annette Kolbs eigener Familie tragen. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die Geschwister: die burschikos altkluge, Mathias genannte jüngste Tochter – ein ironisches Selbstporträt der Autorin –, ihre beiden graziös charmanten Schwestern und ihr willensschwacher Bruder. Ihre gemeinsamen Unternehmungen wie eine mehrtägige Urlaubswanderung sowie Besuche bei und von der befreundeten Nachbarsfamilie Zwinger kommen ebenso zur Sprache wie die Geldverlegenheiten der Lautenschlags und scheiternde Heiratsprojekte. Der Roman endet mit dem frühen Tod der ältesten Tochter Hespera.
Aufbau: Gleich den Bewegungen einer Schaukel beschreibt der Roman in kurzen, impressionistisch erzählten Kapiteln das Auf und Ab im Leben der Figuren, stellt ihre gegensätzlichen Haltungen dar und pendelt zwischen verschiedenen Zeitebenen. Der Alltag der Lautenschlags bewegt sich zwischen hochfliegenden Träumen und der Konfrontation mit den Realitäten, ihre Gefühle wechseln von Lebensfreude zu Lebensangst. Die Haltung der Geschwister ist sowohl vom bayerischen Vater, einem Gartenarchitekten, wie der französischen, sich oft an ihr Klavier zurückziehenden Mutter geprägt. Dieser kunstsinnigen, auf Individualität bedachten Familie stehen die vornehm-steifen Zwingers gegenüber, die als protestantische Preußen auch in politisch-religiöser Hinsicht mit den katholischen, allem Preußischen abholden Lautenschlags kontrastieren.
Neben die Schilderungen heiterer Geselligkeit und familiären Zusammenhalts treten Vorausdeutungen auf dunkle Zeiten wie den Ersten Weltkrieg oder den Tod der Eltern. Dabei wird die politische Ahnungslosigkeit der Gesellschaft nicht verschwiegen – was die Erzählerin als »kapitale« Verfehlung ansieht.
Zum Auslöser für die Erinnerungen wird der Brand des Münchner Glaspalastes von 1931, in dessen Nähe das Elternhaus von Annette Kolb lag. Dieser Brand, der beim Erscheinen Der Schaukel auch an den Reichstagsbrand von 1933 gemahnte, symbolisiert gleich zu Beginn des Romans das Ende einer Ära. Das kosmopolitische, künstlerische München, die »Stadt der Träume und Beschaulichkeit«, die der Rückblick wieder aufleben lässt, gehört genauso der Vergangenheit an wie die unbeschwerte Jugend der Geschwister Lautenschlag.
Wirkung: Die Schaukel konnte 1934 noch in Deutschland erscheinen, das Annette Kolb bereits im Jahr zuvor verlassen hatte. Großen Eindruck auf ihre Leser machte eine Fußnote, in der die Autorin die Bedeutung jüdischer Künstler und Intellektueller würdigte. In einer Neuauflage musste diese Passage auf Anweisung des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels gestrichen werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Annette Kolb 1951 auch für Die Schaukel den Literaturpreis der Stadt München und 1983 wurde ihr Roman von Percy Adlon verfilmt. P. G.

Kurzbeschreibung

Die Schaukel schildert ein knappes Jahr im Leben der deutsch-französischen, in der feinen Münchner Gesellschaft des Fin de Siècle verkehrenden Familie Lautenschlag und rundet in einigen Rück- und Vorausblicken das Schicksal der Romanfiguren ab, die Züge von Annette Kolbs eigener Familie tragen. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die Geschwister: die burschikos altkluge, Mathias genannte jüngste Tochter - ein ironisches Selbstporträt der Autorin -, ihre beiden graziös charmanten Schwestern und ihr willensschwacher Bruder. Ihre gemeinsamen Unternehmungen wie eine mehrtägige Urlaubswanderung sowie Besuche bei und von der befreundeten Nachbarsfamilie Zwinger kommen ebenso zur Sprache wie die Geldverlegenheiten der Lautenschlags und scheiternde Heiratsprojekte. Der Roman endet mit dem frühen Tod der ältesten Tochter Hespera.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Annette Kolb passt in keine Schublade. Das vorliegende Buch wurde als "München"- Roman, als Familiengeschichte, als Zeugnis der Zeit vor dem ersten Weltkrieg bezeichnet. Jedes dieser Urteile ist richtig und dennoch unvollständig, denn die Erzählung von der bayerischen, katholisch geprägten Familie Lautenschlager und der preußisch-protestantischen Familie Zwinger weist weitaus mehr Ansatzpunkte für Interpretation auf als die schlanke Handlung vermuten läßt. Da geht es um den Konflikt zwischen Bayern und Preussen, Differenzen zwischen Protestantismus und Katholizismus, gesellschaftliche Zwänge gegenüber dem Streben nach Individualität, nationaler Dünkel gegen die Europäische Idee. All diese Facetten ihrer Erzählung belebt Annette Kolb durch einen nüchternen und distanzierten Erzählton, der nie bewertend wird, dessen spielerische Knospen mitunter bei Naturbeschreibungen erwachen und den Leser zu fesseln vermögen. Dieses Buch kommt ohne Hauptperson aus, schert sich teils einen Kehrricht um Chronologie der Ereignisse, was die Autorin dem Leser jedoch in unerhört charmanter Weise nahebringt und findet auch kein eigentliches Ende. Die Handlungsstränge zerfließen.
Annette Kolb ist eine ebenso eigenwillige wie bemerkenswerte Autorin. Sie schreibt für ein anspruchsvolles Publikum, zweifellos, doch leicht macht sie es dem Leser nie, was érklärbar ist durch ihren perfekten aber schwer durchdringbaren Stil. Annette Kolb ist keine Schriftstellerin für ein Millionenpublikum, Aufmerksamkeit verdient diese überzeugte Europäerin jedoch dennoch weitaus mehr als ihr momentan zuteil wird. Ihre Erzählungen lohnen die Mühe des Lesens.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Belanglos, leider 15. Dezember 2009
Von Serenus Zeitblom TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Annette Kolb beschreibt hier ihr eigenes Mädchenleben. Leider auch im Jungmädchentonfall - nach 88 Seiten, der Hälfte also, war mir die Zeit zum Weiterlesen wirklich zu schade.

Die Familie Lautenschlag ist munter, bohème-haft, katholisch, mit französischer Mutter, mit Geld haben sie es nicht.
Die Nachbarfamilie von Zwinger ist nüchtern, zwanghaft, protestantisch, mit englischer Mutter und preußisch-dominant. Reicht das bereits für eine gute Geschichte? Nein.
Mathias ist trotz des Namens eine der Lautenschlag-Töchter und der Autorin ein Alter Ego. Sie beobachtet alles, spielt ein paar Possen. Reicht das wenigstens? Auch nicht.
Erzählt wird alles aus einer eher traditionell bis gebrochenen "Allwisser"-Erzählerperspektive. Die Sprache bricht Kolb manchmal als Selbstzweck durch.
Ja, und lernt man wenigstens nebenher etwas über das München Anfang des 20. Jahrhunderts? Ebenfalls mitnichten.

Zweieinhalb bis drei Sterne aus diesen Gründen.
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0 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Schaukel. 19. Juli 2011
Format:Broschiert
Sorry, ich habe das Buch nicht für mich, sondern für einen Freund in England gekauft ... habe es selbst nicht gelesen.
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