Ajana, die einst als Retterin aus der Menschenwelt nach Nymath kam, spürt, dass es allmählich Zeit wird, nach Hause zurückzukehren. Immer wieder wird sie von Träumen von ihrer Familie heimgesucht, die an der Verzweiflung über ihr spurloses Verschwinden zu zerbrechen droht, und so beschließt sie schweren Herzens, aus Nymath wegzugehen.
Dies gestaltet sich jedoch viel schwieriger als erwartet, denn der Ulvars-Baum, der ihr bei der Rückkehr helfen könnte, blüht nicht mehr, und es gibt nur eine einzige Möglichkeit, wie sie sonst Nymath verlassen kann. Dafür muss sie aber die tödliche Wüste Nunou durchqueren.
Währenddessen geschieht in Andaurien am anderen Ende der Wüste etwas Schreckliches: eine Felis, ein Mischwesen aus Mensch und Tier, dem man große magische Kräfte und Unsterblichkeit zuschreibt, ist von den Anhängern des Blutgottes, dessen Kult alle anderen gewaltsam verdrängt hat, entführt worden und wird nun gefangengehalten und gequält. Mehrere Stämme würden ihr gerne helfen, doch es ist sehr schwierig, gegen die Untertanen des "Einen Gottes" vorzugehen.
Der dritte Teil der "Runen"-Trilogie beginnt ein wenig verwirrend mit vielen unterschiedlichen Handlungssträngen und einer Fülle an Figuren, die es recht schwer machen, in das Buch hineinzufinden. Ajanas Aufbruch lässt zunächst einmal auf den x-ten Abklatsch des beliebtesten aller Fantasythemen schließen, die Schilderung eines langen Weges, gespickt mit diversen fiesen Wesen und Stolperfallen, bis sich am Ende alle Überlebenden freudig in den Armen liegen.
Doch zum Glück schlägt Monika Felten einen anderen Weg ein. Ajanas Reise, die natürlich durchaus beschrieben wird, macht nur einen Teil der Handlung aus. Die Felis und die Bestrebungen der verschiedenen Stämme, sie zu befreien und gleichzeitig die blutrünstigen Anbeter des "Einen Gottes" zu besiegen, stehen ebenso sehr im Erzählfokus, und wenn die einzelnen Handlungsstränge sich immer stärker verflechten, wird auch das Buch immer spannender.
Sprachlich fand ich es nicht überragend, eher manchmal ein bisschen pathetisch, und so richtig ans Herz gewachsen ist mir diesmal keine der Figuren. Angenehme Lektüre war das Buch aber allemal und ein ordentlicher Abschluss der Trilogie.