Der Autor schreibt: "Ein Foto hat den Augenblick festgehalten, als Präsident Bush am 11. September 2001 um 9: 05 Uhr die Nachricht erhielt. Sein Stabschef Andrew H. Card flüsterte ihm ins Ohr, dass eben ein zweites Flugzeug in das World Trade Center gekracht sei. (...) Der Präsident wendete den Kopf leicht zu Card, die Hände blieben im Schoß gefaltet. Seltsam: Sein Gesicht zeigte keine Emotionen, es blieb distanziert und sachlich. (...) Seither haben Tausende von Hobby-Journalisten über diese Szene, dieses Foto, diesen Gesichtsausdruck gerätselt". Nun rätselt auch Elsässer unbekümmert mit. Er rätselt, munkelt, deutet an. Seltsam: Ein Foto. Wahrscheinlich ein Foto mit Tonspur, immerhin hat Elsässer dem Foto ziemlich genau abgelauscht, was Card Bush ins Ohr geflüstert hat - Gratulation zu diesem feinen Gehör!
Wieso sieht man auf diesem Foto übrigens nicht, wie Bush aufspringt und tut, was amerikanische Präsidenten in solchen Situationen eben tun - wenigsten Elsässers Meinung nach, der da sicher aus einem reichhaltigen Erfahrungsschatz schöpft? Den Fliegerdress überstreifen, sich ans Lenkrad eines Turbinenflugzeugs setzen und die Aliens angreifen? Vielleicht, weil es als Foto keinen Film, sondern nur ein still stehendes Bild zeigt?
Des Präsidenten erste Ansprache an diesem Tag findet Präsidentenoptimierer Elsässer "jedenfalls konfus". Warum? Bush habe gesagt: "Zwei Flugzeuge sind, bei einem offensichtlichen Terrorangriff auf unser Land, in das World Trade Center gekracht." Elsässers verschwörungsseliger Kommentar: "Noch stand für ihn nicht fest, dass es ein Terrorangriff war - er schwächte das mit dem Attribut `offensichtlich` ab."
Wenn ein Arzt seinem Patienten sagt: "Sie haben sich offensichtlich den Arm gebrochen", wäre das demnach eine Abschwächung?
Wäre es nicht prima, wenn sich selbst Enthüllungsjournalisten und Verschwörungsprediger gelegentlich mit den Grundlagen der eigenen Sprache auseinandersetzten?