"Der Fluch der Assassinen" ist der abschließende Teil der Schattenkämpferin-Trilogie. Im nunmehr 6. Buch aus der aufgetauchten Welt, führt Licia Troisi die Geschichte um Dubhe, die Meuchelmörderin wider Willen, zu Ende.
528 Seiten High-Fantasy, präsentiert in einer sehr schön gemachten, gebundenen Ausgabe.
Die Geschichte wird in drei Handlungssträngen erzählt: Dubhe und Theana machen sich auf nach Makrat, in das Herrschaftsgebiet des Tyrannen Dohor.
Sennar und Lonerin forschen auf den Spuren Tariks in Salazar nach dem Talisman der Macht. Im dritten Erzählstrang reist Ido mit dem ihm anvertrauten San in die untergetauchte Welt, um ihn vor der Gilde in Sicherheit zu bringen.
Troisi führt die einzelnen Handlungen gekonnt und routiniert zu einem Ende mit viel Tragik zusammen. Insgesamt ist "Der Fluch der Assassinen" flüssig zu lesende, gute Unterhaltung, ohne jedoch neue Genre-Höhepunkte zu setzen.
Die Autorin hat das bereits in der Drachenkämpferin-Saga bewährte Konzept nur leicht verändert und mit einigen neuen sowie vielen bekannten Charakteren gefüllt. Insgesamt wirkt der Roman, mit seinen durchaus guten und originellen Ansätzen, zu rund, fast schon wie weichgespült.
Dieses mag in erster Linie daran liegen, dass sich das Werk wohl in der Hauptsache an ein jugendliches Publikum wendet.
Einige Facetten der Geschichte werden nur noch abgearbeitet. So hätte m. E. die Gilde doch noch ein etwas breiteres Feld einnehmen können.
Besonders unbefriedigend wirkt die Figur des 12jährigen Halbelfen San, der zunächst zum Retter der aufgetauchten Welt aufgebaut wird, und dann relativ bescheiden und mit nur noch geringer Erwähnung in der Versenkung verschwindet.
Insgesamt wirkt die Trilogie der Schattenkämpferin um einiges unfertiger als die Drachenkämpferin. Sie erhebt sich hauptsächlich durch das schöne Format über den Durchschnitt. Verglichen mit den Klassikern des Genres versinkt die Story jedoch wieder im Mittelmaß.
Fazit: Das Buch bietet gute High-Fantasy, allerdings mit deutlichem Jugendbuchcharakter. Man sollte in jedem Fall die fünf ersten Bände lesen, sonst erschließen sich viele Zusammenhänge nicht.