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Effekthascherei wird in diesem Buch nicht betrieben: Edwardson kommt im Gegensatz zu anderen Autoren mit nur einer Leiche aus, deren Ermordung wir nicht beiwohnen (müssen). Viel wichtiger sind die Entwicklung der Personen und die Hintergründe der Geschichte. Die Sprache des Romans ist knapp und nicht blumig, dennoch kann sich der Autor auch einmal eine halbe Seite bei der Beschreibung eines Traumes oder der Landschaft aufhalten.
Åke Edwardson hat ein Gespür für Dramatik, denn bis zur Mitte des Buches plätschert die Geschichte dahin, bis dahin wechselt er auch immer wieder die Erzählebenen mittels kleiner Einschübe, verbleibt jedoch zu 95% bei seinem Protagonisten und dessen Sicht der Dinge. Es vergeht doch allerhand Zeit, bis die Ermittlungen richtig in Gang kommen. Seine Beschreibung kam mir zunächst sogar ein bißchen langweilig vor, aber dann kam in der Mitte des Buches der Knall. Ich begriff! Leider oder gottseidank nur soviel, daß jetzt die Spannung rapide zunimmt.
Fazit: 4 Sterne für Åke Edwardsons netten Kommissar, der sicherlich noch mehr kann, wir müssen ihn vielleicht auch erst noch näher kennenlernen (und ich bin schon gespannt darauf).
Edwardson versteht es, sich in die handelnden Personen einzufühlen. Dies wird neben der Schilderung der Protagonisten vor allem deutlich, wenn er im ersten Teil des Buches Szenen aus der Sicht des einsamen Mädchens, dessen Mutter so plötzlich verschwand, schildert. Beklemmend und aufwühlend aber fazinierend realistisch merkt man wie sich das äußerst kluge, aufgeweckte Mädchen einerseits ihrer Situation voll bewußt ist, sie andererseits schon dort verschiedene Schutzmechanismen in Gang setzt um nicht schier zu verzweifeln. Durch diese Schilderungen werden die Handlungen der Personen nachfühlbar plausibel.
Desweiteren ist lobenswert zu erwähnen wie realistisch Edwardson die Spurensuche der Polizei gestaltet. Nicht jede zunächst wichtig scheinende Spur führt zu etwas, oder findet auch nur eine Erklärung, vieles bleibt ungeklärt, weil es im nachhinein für den Fall keinerlei Relevanz, die Polizei andere wichtigere Spuren zu verfolgen hat. Sind anfänglich noch verschiedene wilde Spekulationen und Theorien möglich so verdichten sich erst allmählich die Anzeichen für die wahren Hintergründe. Soviel Realismus wäre manch anderem Krimiautor zu wünschen. Edwardson schafft es die Zähigkeit der Ermittlungen eindringend zu verdeutlichen ohne jedoch die Spannung abreißen zu lassen.
Dies alles nicht ohne Humor und manchmal nötiger Distanz. So ist die Schattenfrau mit Sicherheit erst der Anfang vieler Winter-Krimis die ich genüßlich verschlingen werde.
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