Eine französische Star-Schauspielerin, in dem Film einer Regisseurin, der auf einem Bestseller einer Autorin beruht, der die Emanzipation einer schüchternen Frau in mittleren Jahren thematisiert. Ach ja und die meiste Zeit sieht man Menschen dabei zu, wie sie Schach spielen. Bitte nicht weglaufen, der Film ist viel besser als es zunächst klingt.
Hélène lebt in einfachen Verhältnissen in einem kleinen korsischen Dorf. Eines Tages beobachtet sie ein Paar dabei, wie es eine Partie Schach spielt. Die Blicke, die die Spieler dabei austauschen, die leichten Berührungen der Hände, die konzentrierten Gesichter zwischen den Zügen, faszinieren sie. Die Atmosphäre ist voller Kraft, Leidenschaft und sogar einer gewissen Erotik. Alles Aspekte, die ihrem Leben völlig abgehen, aber nach denen sie sich sehnt.
Sie bringt sich die Regeln des Spiels selbst bei und finde in einem älteren Mann (Kevin Kline) einen Mitspieler und Mentor. Schon bald ist sie von dem Spiel nahezu besessen, was ihr viel Freude und Selbstbewusstsein schenkt. Doch die Veränderungen führen auch zu Problemen in der Familie und bei der Arbeit. Es gilt die positive Entwicklung zu erhalten ohne die Basis zu verlieren.
Ganz großes Darsteller-Kino. Was hier nur mittels Blicken und Gesten während eines Schachspiels an Emotionen und Atmosphäre vermittelt wird, ist beeindruckend. Von Trauer, Wut, über Hoffnung und Freude bis hin zur Lust ist alles dabei. Hélène gehören zudem sofort die Sympathien der Zuschauer und man gönnt der kleinen Frau ihren steinigen Weg zu Glück und Selbstverwirklichung vom ganzen Herzen.