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Die Schönheitslinie
 
 
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Die Schönheitslinie [Taschenbuch]

Alan Hollinghurst , Thomas Stegers
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 576 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (2. Januar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453470737
  • ISBN-13: 978-3453470736
  • Originaltitel: The Line of Beauty
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 218.315 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Alan Hollinghurst
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Verdammt gute Referenz, dass „Die Schönheitslinie" im letzten Jahr den Booker Prize abgeräumt hat. Wenn auch noch das konservative Großbritannien entsetzt aufschreit und den Autor als Pornografen beschimpft, macht das den 600-Seiten-Wälzer nur interessanter. Erstaunlich, denn eigentlich beerbt Alan Hollinghurst mit seinem Sittenroman eine britische Literaturtradition: Er erzählt, wie sich ein gebildeter Habenichts in Thatchers England der 80er durch die Klassengesellschaft nach oben manövriert. Pornografisch kann wohl kaum sein, dass Hollinghurst aus der Perspektive seines 20-jährigen Helden Nick Guest ganz selbstverständlich den schwulen Blick auf die abgründige High-Society wirft und Sexszenen genauso wenig ausspart wie seine heterosexuellen Schriftstellerkollegen. Die hohe Auszeichnung erklärt sich aber eh nicht mit schwuler Emanzipation, sondern durch psychologische Tiefenschärfe: Wenn Hollinghurst erzählt, wie Guest im Haus des aufstrebenden Tory-Abgeordneten Gerald Fedden residiert, den verlobten Millionenerben und Jung-Konservativen Wani Ouradi zum heimlichen Geliebten macht und auf dem Gipfel seines Aufstiegs zum angepassten Dandy einen Tanz mit der Premierministerin wagt, dann legt er Oberflächlichkeiten und Abgründe bloß, ohne den pädagogischen Zeigefinger zu heben oder eine überzeichnete Satire abzuliefern. Unbeirrt erzählt Hollinghurst in geschliffener Prosa von der Welt des schönen Scheins - und immer stärker tropfen Doppeldeutigkeiten und Offenbarung aus seinen Zeilen. (cs) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Schillernd, lasziv und formvollendet.« (Süddeutsche Zeitung )

»Selten ist die Suche nach Liebe, Sex und Schönheit so exquisit beschrieben worden.« (BOOKER-PREIS-JURY )

»Hollinghurst serviert die englische Klassengesellschaft wie ein blutiges Roastbeef, das er genüsslich aufschneidet.« (Stern )

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Nick Guest, ein junger. gebildeter und gut aussehender Oxfordabsolvent promoviert über den Romancier Henry James und zieht im Jahre 1983 als Untermieter im glanzvollen Haus seines Studienfreundes Toby Fedden. Das Familienoberhaupt Gerald Fedden ist Tory Abgeordneter, seine Frau Rachel ein Traum von einer stilvollen Gattin, die Tochter Catherine ein wenig durchgeknallt. Der Untermieter Nick aber ist schwul bis in die Knochen und verzehrt sich nach Toby. Da diese Liebe ohne Hoffnung auf Erfüllung ist, erlebt er im Alter von etwa 21 Jahren seinen ersten rauschhaften Sex mit dem Schwarzbriten Leo im Unterholz eines Londoner Parks. So weit das beachtliche Entree des Werkes. Wie geht es weiter?

Als Freund des Hauses nimmt Nick an diversen gesellschaftlichen Veranstaltungen teil, auf denen das psychologische Panorama der britischen Oberschicht breit entfaltet wird. Wer erwarten würde, dass man im Stil von Ian McEwan nun Zeuge funkelnder Debatten über England in den Achtziger Jahren, über Sozialismus, Zuwanderung, Neoliberalismus oder die Schwulenbewegung würde, wird allerdings enttäuscht. Dafür sind alle Beteiligten viel zu sehr in ihren eigenen Begierden und Marotten gefangen, bewegen sich wie die Figuren eines kuriosen Panoptikums im Untergeschoss, während ihre viel versprechender Sprösslinge in den Obergeschosse hocken und koksen. Nick nimmt an all dem als schüchterner Zaungast teil und kann doch an nichts anderes als an Leo, er ist ganz verhext von seinem Geliebten und sehnt die Momente herbei, in denen man sich entweder in den Gärten von Kensington oder im Kino miteinander vergnügen kann.

Im zweiten Teil, der drei Jahre später spielt, ist Leo verschwunden. Nick besucht mit seinem neuen libanesischen Geliebten Wani Ouradi eine Schwulenbadeanstalt, wo man sich auf der Toilette gegenseitig die erigierten Penisse zeigt und nach Hause zu einem flotten Dreier abzieht. Noch immer wohnt Nick in dem Haus des Tory-Abgeordneten Gerald Fedden, der inzwischen zum Staatssekretär aufgestiegen ist und den er auf Wahlkampftour in seinem Wahlbezirk Barwick begleitet. Dort muss sich der schicke Abgeordnete beim Gummistiefelweitwurf "zum Affen machen", was er aber ebenso gut hinbekommt wie einen von Peinlichkeit durchtränkten Besuch bei Nicks kleinbürgerlichen Eltern. Höhepunkt des zweiten Teils ist das 11. Kapitel, eine literarisch-soziologische Urlaubsstudie der Familie Fedden und ihrer Gäste, während dem es sexuell drunter und drüber geht: die Tochter Catherine lässt sich von ihrem Geliebten in der Abstellkammer vögeln, Nick macht das gleiche am nächsten Tag mit dem ewiggeilen Wani, und sogar der edle Gerald treibt es, allerdings im Verborgenen, mit seiner Sekretärin Polly. Wieder daheim feiern Gerald und Rachel silberne Hochzeit und zur Feier dieses Anlasses erscheint sogar Premierministerin Thatcher und lässt sich vom leicht angekoksten und tollkühnen Nick zu einem Tänzchen auffordern.

Der dritte Teil spielt im Jahre 1987 und handelt nur noch von Tod und Niedergang. Zunächst erfährt Nick, dass der ehemalige Geliebte Leo an Aids gestorben ist. Auch der schöne Wani Ouradi ist mittlerweile unheilbar an Airs erkrankt. Der ehrenwerte Abgeordnete Gerald Fedden wird bei einer Aktienschieberei ertappt, außerdem plaudert Catherine, die durchgeknallte Tochter, das Geheimnis seiner Affäre mit der Sekretärin Polly aus. Die Skandalpresse nimmt Witterung auf und hängt auch noch Nicks Homosexualität im Haus des Staatsekretärs und Wanis Aids Erkrankung an die große Glocke, so dass Nick das Haus verlassen muss. Er packt seine Sachen, wirft die Schlüssel in den Briefkasten und verlässt die "leere Straße", ohne zu wissen, ob er nicht auch bald an Aids erkranken und sterben wird.

Obwohl Hollinghurst Werk von der Kritik hymnisch gefeiert und mit dem Booker Price 2004 ausgezeichnet. wurde, macht das Buch es dem Leser nicht einfach. Wie für die Ewigkeit gemeißelt kommen die Sätze der erlesenen Hollinghurstschen Prosa daher und scheinen doch zunächst nichts anderes als Belanglosigkeiten und Banalitäten zu berichten, bis man entdeckt, dass die Belanglosigkeiten eben das Wesen dieser Gesellschaft ausmachen. Es handelt sich um ein System der Oberflächlichkeiten, unter deren wechselnden Masken entweder die Begierden der Jugend oder die entsagungsvollen Routinen des Erwachsennelebens ausgelebt werden. Was das ganze mit Schönheit oder mit der Schönheitslinie zu tun hat, erschließt sich aber nur indirekt. Während die "Schönheitslinie" anfänglich wie ein ästhetisches Muster definiert wurde, erscheint sie, je weiter das Buch voranschreitet, immer mehr wie die "Linie", mit denen sich Wani und Nick ihr Kokain konsum- und schnupfgerecht einteilen, damit sie die Welt wenn schon nicht als schön sondern so wenigstens als erträglich erkennen können. Trotz dieser tristen Messsage ist das Buch allerdings stilistisch und poetologisch der reine Lesegenuss. Hollinghursts Anwendung der James´schen Bewusstseinsstromtechnik gelingt derart perfekt, dass man für die Dauer der Lektüre mitunter glaubt, die Welt mit anderen Augen sehen zu lernen, wobei die Schönheit der Sprache und die Gewöhnlichkeit der Dinge einen Gegensatz erzeugen, den man so bald nicht vergessen wird.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von zueribueb TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Alan Hollinghursts Roman "The Line of Beauty" ist als eine Art Triptychon aufgebaut. Die drei Kapitel spielen in den Jahren 1983, 1986 und 1987 in Thatcher-England und zeigen Aufstieg, Dekadenz und Niedergang des Protagonisten Nick Guest.

Doktorand Nick quartiert sich als Gast bei den Eltern von Freunden in London ein, einer liberalen Politikerfamilie. Vater Gerald Fedden ist ein aufstrebender Tory-Abgeordneter im Unterhaus und kennt folglich das gesamte Politestablishment der regierenden Tories. Der Roman ist mehr beschreibend denn erzählend. Blendend, aber auch etwas weitschweifig, beschreibt Hollinghurst die versnobte High Society, und erstellt so ein spannendes Psychogramm einer gesamten Generation. Im krassen Kontrast dazu steht Nicks schwule Gegenwelt, die von unverbindlichem Sex, geheimen Liebesverhältnissen und von Dutzenden von Linien von Kokain geprägt ist. So ergeben sich immer wieder Reibungsflächen und Spannungsfelder zwischen den verschiedenen Welten, ein richtig gehender Kulturschock. Sowohl Nick Guest als auch die Mitglieder der Politikerfamilie leben in einer oberflächlichen und exzessiven Scheinwelt, die am Schluss auf den Boden der Realität geholt wird.

Im Zentrum des Romans steht aber eine schwule Liebesgeschichte, die von erster zaghafter Liebe, Coming Out, schwierigen Beziehungen, animalischem Sex bis zum Tod des Liebhabers (Aids) reicht. Bemerkenswert ist auch die Entwicklung von Nick vom unschuldigen Landei zum dekadenten Hedonisten, der sein Leben in vollen Zügen geniesst und sich aushalten lässt.

Hullingshust Roman ist ein spannendes, wenn auch etwas ausuferndes Gesellschaftsportrait, das wohl als Hommage an Henry James (Nicks Doktorarbeit) gedacht ist. Das Buch wurde übrigens schon von der BBC als Dreiteiler verfilmt.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ein schönes Gefühlsgoulasch, das uns der Autor hier serviert! Ich habe das London der achtziger Jahre aus nächster Nähe und über Jahre hinweg erlebt - bei vielen Buch-Passagen stockte mir der Atem. Ja, es ist wahr: der wirkliche, eigentliche und unbarmherzige Narzissmus der Schwulengeneration, die nach den "Bewegungsschwestern" der Siebziger die Feinkostetage von Harrods stürmte, diese Hardcoe-Narzisse waren in London zu Hause, nicht in New York und auch nicht anderswo.

Ich gestehe, dass mir die ersten 40 Seiten des Buches ein wenig auf die Nerven gingen. Es mag an der suboptimalen Übersetzung liegen, wobei der Name Enzensberger doch eigentlich stets für Qualität bürgt. Nun ja, vertane Chancen kehren auch durch mein Lamento nicht nochmal zurück.

Auf dem Klappentext (was für ein Begriff im Zusammenhang mit diesem Buch...ähem) also dort liest man dies: "(...) in einer Prosa, die funkelnd, aufregend und rar ist." Ich will es dem englischen Text ganz sicher zugestehen, und auch der deutschen Übersetzung gelang es, diese Prosa durchschimmern zu lassen. Man findet herrliche Begriffssanierungen vor, wie beispielsweise "es schmeckt wie ein altmodisches Abführmittel". Es zeigt das historische Bewusstsein der Briten auch beim diesem Thema.

Neben all den tragischen und pseudo-tragischen Implikationen dieses Romans freute es mich besonders, dass die raffgierige Besessenheit der Thatcheristen - nicht der Dame selbst - sehr gut zum Ausdruck kommt. Der "neue" Konservative, der im Grunde nichts anderes war als ein ein von der Leine gelassener Spießer mit Geld, den nur eine hauchdünne Galvanisierung davor schützte, vom "echten" Konservativen erkannt und davon gejagt zu werden. Ein wunderbares achtziger Jahre Scheinidyll, aus dem bereits die ersten Endzeit-Neurosen des letzten "fin de siècle" heraustropfen. Verstörte Psychen, verdatterte Triebe und ein perfektes Fassadenmanagement der Protagonisten.

FAZIT: kühler Start, dann aber spannend, bildhaft, fiebrig und ergreifend.
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Veröffentlicht am 1. November 2009 von Rheinischer Lesekreis
Zu viele Details auf Kosten der Handlung....
haben dieses Buch für mich zu keinem Lesevergnügen gemacht. Bedauerlicher Weise habe ich mich stellenweise von einer Seite auf die Andere kämpfen müssen, um... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. September 2008 von Spacemountainrider
Henry James trifft Oscar Wilde
Ich habe "In the Line of Beauty" zuerst auf Englisch gelesen. Das ist ein großer Vorteil, weil Hollinghurst ein Sprach- und Stilvirtuose ist, dem die Übersetzung leider... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. Oktober 2007 von Ate Heck
Menschwerdung
was mich zusaetzlich ueber die sehr praezisen und psychologisch korrekten Darstellungen der Gesellschaft an diesem Buch sehr begeistert hat, ist wie Hollinghurst im Verlauf des... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. September 2007 von K. Becker
Viel Stuck, viel Lüster
Es erinnert einen natürlich an Henry James Romanwelt, wenn Hollinghurst den Versuch unternimmt, die Achtziger Jahre in Großbritannien zu schildern. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Juli 2007 von Polar
Definitiv nicht schön
Ich habe das Buch mit sehr hohen Erwartungen gelesen (Booker Prize 2004). Vielleicht war das der Fehler, da ich mich bis zur letzten Seite nicht mit dem Buch anfreunden... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. März 2006 von Kaeziah
Sehr genaues Gesellschaftsportrait
Ich wollte diesen Roman unbedingt lesen. Auch oder gerade nach den ganzen Vorschusslorbeeren - und hatte mich auf eine politische Auseinandersetzung mit der Thatcher-Zeit... Lesen Sie weiter...
Am 6. Februar 2006 veröffentlicht
Schönheit die es verdiehnt hat gelesen zu werden.....
Wer Holinghurst kennt und ihn liebt, wird dieses Buch lieben und nicht mehr aus der Hand legen wollen...... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. Januar 2006 von "tigi_"
zeitreise ins london der 80er jahre
Ich habe schon mit Begeisterung seine früheren Romane "Die Schwimmbadbibliothek" und "Die Verzauberten" gelesen und auch sein mit dem englischen Booker Preis ausgzeichneter... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Januar 2006 von Peter Goebel
Es braucht uns nicht
Inhalt: s.o. Dieses Buch beschreibt jede Aussage, jedes Bild und jedes Gefühl so detailliert, dass es mir, dem Leser, nichts mehr übrig lässt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 31. Dezember 2005 von Florence Lindhaus
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