Der Klappentext zitiert zwei frühere, amerikanische Präsidenten, die zur Leserschaft und treuen Fans David Baldaccis gehören, so dass mich nicht nur die Story selbst neugierig machte. Der Autor nutzt die aus früheren Romanen bekannten Protagonisten für diesen Plott, den sog. 'Camel Club', einige ältere Herrschaften, die in irgendeiner Form früher für den Staat tätig waren und Verschwörungen auf der Spur sind. Ohne abwertend oder 'kindisch' zu wirken: die Story hörte sich für mich nicht unähnlich der Hitchcock-Label-Serie '???' an: sympathische und kauzige Serien-Figuren lösen knifflige Rätsel auf eigene Faust und bringen sich dabei in Gefahr, ohne, dass der Humor zu kurz kommt:
in den Tresorräumen der amerikanischen Kongressbibliothek stirbt der Leiter unter mysteriösen Umständen, eine Todesursache ist nicht klar erkennbar. Unzweifelhaft aber hängt der Tod mit einem kürzlich erst verübten Attentat auf den Sprecher des Repräsentantenhauses zusammen. Ein Mitarbeiter der Bibliothek und Mitglied des Camel Clubs ist so verstört, dass ebendieser Zirkel früherer Geheimdienstmitarbeiter versucht, das Rätsel zu lösen und schnell in eine Schußlinie gerät. Sie treffen auf eine professionelle Betrügerin, die einst mit dem Bibliotheksleiter verheiratet war und gerade erst einen hoch-kriminellen Casino-Boss um mehrere Millionen Dollar erleichterte. Es beginnt ein spannendes Katz- und Maus-Spiel, aus den Jägern werden Gejagte.
Baldacci konstruiert einen sehr unterhaltsamen Thriller mit komödiantischem Einschlag, etwas Klamauk und Wortwitz. Im Zentrum stehen zahlreiche, kauzige und sympathische Figuren, die gemeinsam des Rätsels Lösung finden wollen. Es geht um Liebe, Spionage, Betrug und Verschwörungstheorien. Durch die etwas komödiantische Art fehlt es diesem Thriller leider ein wenig an Ernsthaftigkeit und damit auch an Glaubwürdigkeit - aber dies schadet der Spannung nicht wirklich. Ich freue mich auf die kommenden Veröffentlichungen Baldaccis, nicht zuletzt, da 'Die Sammler' noch das ein oder andere Rätsel nicht lösen konnten, was zweifelsfrei eine Fortsetzung mit sich bringen wird. Ein guter, sehr kurzweiliger, unterhaltsamer und humorvoller Schmöker mit sympathischen Figuren, die kleinere, etwas unschlüssige Gegebenheiten leicht verschmerzen. Schlicht: gute Unterhaltung mit hohem Tempo. Fans von Child/Preston, Fielding, Clive Cusser, John Katzenbach oder James Patterson etwa könnten hier durchaus Gefallen finden.