Das war mal wieder ein historischer Roman nach meinem Geschmack. Eine sympathische Hauptfigur, die man genau wie die weiteren Personen, schnell ins Herz schließt und gut dosierte Informationen über die damalige Zeit, insbesondere natürlich das Leben und Schaffen der Samenhändler. Ihr Leben hätte ich mir nicht so spannend vorgestellt, aber diese Menschen kamen viel rum. Vor allen Dingen nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen machten sich mit ihren Samenkörnern und Blumenzwiebeln auf den Weg zu ihren weit verstreuten Kunden. Erstaunlich fand ich auch, dass die Bewohner des Dorfes Gönningen, welches tasächlich existiert, fast alle Samenhändler waren und in den Saisonzeiten das Dorf sozusagen fast ausgestorben war. Nur Alte und Kinder, Kranke und Schwangere blieben daheim...
Die Geschichte um Hannah und Helmut war ab und an etwas unlogisch, aber eigentlich fiel das nicht weiter ins Gewicht. Ich habe das Buch verschlungen. Es ist nicht der typische historische Roman mit der taffen, jungen, gutaussehenden Hauptfigur, die alle Schwiergkeiten bewältigt. Hannah hat durchaus ihre Schwächen, die auch gnadenlos beleuchtet werden. Sie ist keine Schönheit, aber eine Seele von Mensch. Deshalb mag man sie sofort. Und Seraphine ist so schön fies, schon fast irre... Das macht es recht einfach, sich ganz auf Hannahs Seite zu schlagen und richtig mitzufiebern. Keine gehobene Literatur, aber ein fesselnder, spannender und vor allen Dingen informativer Roman, den man kaum aus der Hand legen mag...