Da ist eine Sennerin auf ihrer Alm, in der Dämmerung nähert sich ein Jäger, das Gesicht sieht sie nicht, aber am federnden Gang erkennt sie Kaiser Franz Josef, setzt sich mit ihm ans lustig knisternde Feuer, er legt erwartungsvoll seine Hand in ihren Schoß, dann küssen sie sich und landen im Bett...natürlich folgt daraus ein Kind und im Laufe der Jahre einer beiderseitigen großen Liebe noch 3 weitere, obwohl der Kaiser nur alle paar Monate nach Ischl kommt. Er weint sich bei ihr sogar über die frigide Elisabeth aus.....(Der Autor unterstellt ihr ein längst wiedrelegtes Verhältnis zu Andrassy).
Im Text viele Fehler, fehlende Daten und eine unglaubliche Unlogik (ich frage mich, was tun eigentlich Lektoren, warum fällt denen nichts auf?), die Sprache und Handlung erinnert an Courths-Mahler. Der Autor maßt sich an, Gefühle und Befindlichkeiten zu kennen. Permanent "die Kaisergeliebte" und "die Kaiserkinder ist penetrant. Warum gibt es keine genauen Daten, keine Faksimile der Kirchenbucheintragungen? Quellen werden völlig unkritisch bekandelt.
Eine historische Aufarbeitung in Archiven wäre wünschenswert gewesen - Ansätze dazu hätte es gegeben (in den Kabinettskanzleiakten laufen solche Geschichten auch realer Erzherzogskinder immer unter "Hochstapler"). Auch hätte man anhand von Zeitungen und Briefen Daten überprüfen sollen,ob der Kaiser zu den angegebenen Zeiten überhaupt hat dort sein können. Die Nahovsky-Geschichte, die auch hier unkritisch als richtig vorausgesetzt wird, beginnt nämlich falsch: an dem Datum, das als erste Begegnung genannt wird, war der Kaiser wochenlang in Dalmatien.
Aber ich verstehe so ein Mädchen: ein uneheliches Kind war eine Schande und wenn man auch noch mehrmals unverheiratet Mutter wird, weil man auf der Alm, wo es ka Sünd gibt, mit jedem dahergelaufenen Jäger ins Bett steigt, sagt man halt, das war der Kaiser...und schon ist die Sache etwas anders.
Der Autor rät dann den Lesern, ihre eigene Familiengeschichte zu recherchieren, vielleicht finden sich auch adelige Vorfahren darunter......